Mon Rovîa – UK & Europe Tour 2026

Mon Rovîa ist so ein Act, der leise auftaucht und trotzdem sofort im Raum steht. Nicht über Lautstärke, nicht über Gesten, sondern über Präsenz. Seine Songs brauchen keine Umleitungen, um anzukommen – sie treffen direkt, weil sie aus einem Leben erzählen, das nicht glatt durchkomponiert wurde. Geboren in Liberia, adoptiert in die USA, aufgewachsen zwischen Kontinenten und Identitäten, hat Janjay Lowe einen musikalischen Ausdruck gefunden, der nicht ins Genre-Formular passt und genau deshalb funktioniert.

Auf Platte klingt das nach Folk, Americana, Indie und intimen Songwriter-Fragmenten, aber live hat das Ganze mehr Schwerkraft. Da geht es weniger darum, den perfekten Take zu reproduzieren, sondern darum, diesen besonderen Zwischenraum aufzumachen, in dem das Publikum plötzlich zuhört, ohne zu überlegen, warum. Die Stücke haben etwas Unaufgeregtes, aber nichts Belangloses. Es sind Songs, die im besten Sinne Zeit einfordern – und im Gegenzug etwas zurückgeben, was man selten bekommt: Ehrlichkeit ohne Pathos.

Themen wie Verlust, Herkunft, Trauma, Nähe und Zugehörigkeit lösen bei vielen Künstlern das Problem „große Worte, kleiner Inhalt“ aus. Mon Rovîa kippt das Verhältnis. Er erzählt nicht, um zu beeindrucken, sondern um zu verbinden. Wenn er singt, hat man das Gefühl, dass die Geschichte nicht vorgetragen wird, sondern wiederholt wird. Ein Unterschied, den man live sofort merkt.

Und genau da setzt die Tour an: Keine große Show, keine inszenierte Dramaturgie, kein maschinelles Indie-Konzert. Stattdessen Abende, die sich eher wie eine dokumentierte Begegnung anfühlen. Songs wie „Crooked The Road.“„City on a Hill“ oder „Winter Wash 24“ entfalten in diesem Setup eine andere Intensität – nicht weil sie „größer“ werden, sondern weil sie näher rücken.

Wer Folk erwartet, bekommt Tiefe. Wer Indie erwartet, bekommt Persönlichkeit. Und wer gar nichts erwartet, bekommt wahrscheinlich den besten Deal.

Am Ende bleibt: Mon Rovîa live ist nichts für den schnellen Algorithmus, sondern für Menschen, die zuhören wollen. Und davon gibt es immer noch genug.

In Deutschland macht er an folgenden drei Stationen halt:

  • 04.02. Die Kantine, Köln
  • 07.02. Uebel & Gefährlich, Hamburg
  • 09.02. Technikum, München

Tickets gibt es im VVK bereits ab 32,75 € an allen bekannten VVK-Stellen.

Vorbericht von Cris Kilper

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