ZSK live in Nürnberg (16.01.2026, Z-Bau)

Und wie sollte es anders sein, kamen ZSK auch in unsere Stadt!

Den Abend eröffneten Rumkicks aus Südkorea. Für viele im Publikum musikalisches und sprachliches Neuland. Unbekannte Stimmen, Texte, die nur teilweise nachvollziehbar waren, und dennoch funktionierte der Auftritt erstaunlich gut. Punk tat, was Punk am besten kann, Menschen verbinden!

Die Band positionierte sich unmissverständlich gegen Krieg, gegen Rassismus, gegen Sexismus und mit einem Augenzwinkern auch gegen Moskitos. Das vielzitierte „Fick dich“ richtete sich dabei ausdrücklich an alle: an die Fans, an Nürnberg, ebenso wie an Rogers und ZSK. Hat den Raum auf jeden Fall abgeholt. Musikalisch passten Rumkicks perfekt als Opener. Der Sound traf genau die richtige Mischung aus Druck und Direktheit, auch wenn die Texte aufgrund der Sprachbarriere nur schwer mitzuverfolgen waren. Das tat der Wirkung jedoch keinen Abbruch. Die Crowd war hocked!

Auffällig war zudem, dass die Band trotz begrenzter Spielzeit viel mit dem Publikum sprach und interagierte. Besonders Sängerin Jeong Yeawon (Gitarre & Gesang) war dabei spürbar bemüht, ihre Botschaften auf Englisch – und stellenweise sogar auf Deutsch – zu vermitteln. Dass beides nicht ihre Muttersprache ist, war deutlich zu merken, machte die Momente aber umso authentischer. Umso schöner war die Reaktion des Publikums: Jede Aussage, jede politische Botschaft wurde aufgenommen, mit Applaus bestätigt und sichtbar erwidert. Auftakt, der zeigte, dass Punk keine gemeinsame Sprache braucht, nur eine gemeinsame Haltung.

Rogers aus Düsseldorf standen als zweite Band des Abends auf der Bühne. Drummer Dominik Sbarcea hatte Geburtstag, was von der Band und dem Publikum entsprechend gefeiert wurde. Mitten im Set wurden Luftballons mit dem Rogers-„R“ ins Publikum geworfen und sorgten für zusätzliche Bewegung im Z-Bau. Inhaltlich wurde es immer wieder persönlich und politisch. Vor einem Song leitete die Band mit der Frage „Wer liebt seinen Job?“ ein, bevor es musikalisch deutlich direkter wurde. Darauf sprach Rogers gezielt die Männer im Publikum an, um über psychische Gesundheit zu sprechen und zu ermutigen, offen damit umzugehen.

Der erste Gastauftritt folgte bei „Mach du deinen Punk“. Der Song ist auf der aktuellen EP als Feature mit Ferris MC erschienen, live übernahm jedoch Wenke Zastrau von Mandelkokainschnaps diesen Part, mehr als treffend und mit spürbarer Wucht. In diesem Zusammenhang wurde angekündigt, dass Mandelkokainschnaps am 23.04. im Z-Bau spielen werden. Anschließend kam es zum zweiten Feature-Moment: Streichholz, Teil der gleichnamigen EP, die erst am 12.12.2025 erschienen ist. Da der Song als Feature mit ZSK angelegt ist, stand Joshi, Sänger von ZSK, mit auf der Bühne. Die Gelegenheit wurde genutzt, den Song live genau so zu spielen, wie er gedacht ist.

Im Publikum wurden mehrfach Fahnen geschwenkt, bedruckt mit „FCK AFD“ sowie „Kein Bock auf Nazis“. Letzteres ist die 2006 von ZSK gestartete Initiative gegen Neonazismus, rechte Politik und Rassismus und passte inhaltlich nahtlos zum Auftritt und zum gesamten Abend. Zum Abschluss übernahmen ZSK die Bühne, eine Band, die seit Jahrzehnten für politischen Punkrock steht und aus der Szene längst nicht mehr wegzudenken ist. Ihr Engagement geht dabei weit über Musik hinaus, unter anderem mit ihrer Initiative „Kein Bock auf Nazis“, mit der sie sich seit Jahren aktiv gegen Neonazismus, rechte Politik und Rassismus einsetzen. Dass ZSK Haltung zeigen, ist kein neues Kapitel, sondern fester Bestandteil ihrer Identität. Gleich zu Beginn ihres Sets nutzten sie die Bühne, um über das Vorgehen der US-Behörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) zu sprechen, konkret über deren Handeln in Minneapolis.

Die Band machte deutlich, wie problematisch staatliches Vorgehen sein kann, wenn Behörden mit Gewalt, Einschüchterung und mangelnder Rechenschaft agieren. Es war kein langer Monolog, sondern eine klare Einordnung.

Im weiteren Verlauf wurde es körperlich und intensiv: Der Sänger Joshi sprang den ganzen Abend verteilt öfters in den Graben, auf die Absperrung und am Ende auch crowdsurfend ins Publikum. Songwünsche, die auf Karton hochgehalten wurden, kommentierte der Sänger augenzwinkernd mit dem Hinweis, dass man sich als Punker nichts sagen lasse. Gleichzeitig gab es sehr persönliche Momente: Marta (7) stand für ihr erstes Konzert überhaupt mit auf der Bühne, durfte Cola trinken (nach Einverständnis der Eltern) und Süßigkeiten naschen, ein kleiner Augenblick mit großer Wirkung, welcher sie vermutlich stark geprägt haben wird.

Zwischen politischer Klarheit und Eskalation blieb auch Platz für Humor und Selbstironie. ZSK demonstrierte die Ampel aus den viralen Videos aus Bochum, welche im Zuge von Demonstrationen gegen die AfD leider der Schwerkraft zum Opfer gefallen ist, nachdem Joshi auf sie geklettert ist, Sachen passieren.

Setlist Rumkicks

We are Rumkicks
Drinking every day
I don’t wanna die
Fuck you
Punk rock boy
Do I
Rude girl Oi
Instant
Mosquito fighter
Punk Rocker

Setlist Rogers

Rambazamba & Randale
Die Nachbarn von oben
Mach du deinen Punk (Feat. Wenke Zastrau von MandelKokainSchnaps)
Geh mir nicht mehr auf die Eier
Kann mich bitte jemand tragen?
Mittelfinger für immer
Einen Scheiß muss ich
Streichholz (feat. Joshi von ZSK)
Vergiss nie
Kreuzberger Nächte (Cover)
5 Sterne, gerne wieder
Nie euer Land
Allein
Einen letzten Abend

Setlist ZSK

Wir kommen in deine Stadt
Herz für die Sache
Punkverrat
Nicht allein
Unzerstörbar
Kein Talent
Darwin
Hassliebe
Leuchtraketen
Die Kids Sind Okay (oder in Nürnberg: Die Marta Ist Okay)
Neuanfang
Keine Liebe für Berlin
Keine Angst
Es wird Zeit
Die besten Lieder
Lieblingslieder
Sommer ohne Nazis (feat. Rogers)
Und ich höre Dich atmen
3 Uhr nachts
Kein Mensch ist illegal
Chicken Banana (Cover)
Himmel

Nachbericht und Fotos von Lukas Pförtsch.

Dieser Artikel wurde am: 2. Februar 2026 veröffentlicht.

FOTOS von ZSK, Rogers und Rumkicks

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