Am Donnerstagabend fand im ausverkauften Hirsch Nürnberg ein weiterer Halt der „Final European & UK Tour“ von Stray from the Path statt. Alpha Wolf und Graphic Nature bestritten vorab das Programm und sorgten bereits für eine energiereiche Eingangsphase, ehe der Hauptakt die Bühne übernahm.
Die Stimmung war gewohnt kraftvoll: Von Beginn an dominierten bewegte Reihen im Publikum, zahlreiche Crowd-Surfer gingen über die Menge hinweg, und die geballte Konzertfläche spiegelte das Hardcore-Typische dieses Abends wider. Stray from the Path präsentierten sich mit klarer Linie – kompromisslos im Sound, direkt in der Performance. Im Laufe des Sets wandte sich der Frontsänger – Andrew Di Jorio – mit einer kurzen Ansprache an das Publikum: Der Band war bewusst, dass es sich um eine Abschiedstour handelt. Er erklärte, dass sie alles gegeben haben, um die Musik zu leben, die sie lieben, und dass sie sich glücklich auflösen werden.
Musikalisch bot der Abend eine kompakte, intensive Setlist mit einer Mischung aus alten und neuen Songs: „Kubrick Stare“, „First World Problem Child“ und „Chest Candy“ markierten den Einstieg, gefolgt von bekannten Titeln wie „Goodnight Alt-Right“, „Shot Caller“ und „Needful Things“. Auch Stücke wie „May You Live Forever“ oder „Guillotine“ fanden ihren Platz und sorgten für durchgehend hohes Energielevel. Zwischen Groove-Passagen und aggressiven Breakdowns blieb kaum Raum zum Durchatmen – ein Konzept, das auch Alpha Wolf zuvor eindrucksvoll vorgemacht hatten.
Das hohe Energielevel, in Kombination mit Licht und Sound gaben ein ganz ausgezeichnetes Gesamtbild: kein übermäßiger Schnickschnack, sondern klare Ausrichtung auf Wucht und Präsenz. Das ging ebenso den ganzen Abend komplett durch das Publikum, denn ab der Hälfte des Abends waren Crowd-Surfer durchgehend zu sehen. Moshpits und kleinere Circle Pits blieben auch – gebührend einer Hardcore Show – natürlich nicht aus.
Abschließend lässt sich sagen: Für Fans des Genres bot sich ein intensiver, ehrlicher Konzertabend – roh, laut und genau so, wie man Stray from the Path in guter Erinnerung behalten wird.
Nachbericht und Fotos von Marco Liske
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