SLIME, The Exploited & Erection – Punk über Generationen live in Stuttgart (24.01.26, Im Wizemann)

SLIME waren längst nicht mehr nur eine Band für Punks der alten Schule. Am 24. Januar zeigten sie im Wizemann in Stuttgart eindrucksvoll, wie selbstverständlich sie mittlerweile Generationen von Musikbegeisterten zusammenbrachten. Unterstützt wurden sie dabei von niemand Geringerem als den Punk-Legenden The Exploited – eine Kombination, die schon vor dem ersten Ton für gespannte Erwartung sorgte.

Wer sich über Jahrzehnte hinweg einen Legendenstatus erspielt, neigt oft dazu, sich darauf auszuruhen. Nicht so SLIME. Nach einer kurzen Kreativpause hatten sie 2025 mit 3!+7¹ihr inzwischen 13. Studioalbum veröffentlicht, die zweite Platte mit Sänger Tex – und erneut bewiesen, dass Stillstand für diese Band keine Option ist. SLIME blieben unberechenbar, diskussionswürdig und lebendig. Genau diese Haltung war an diesem Abend deutlich spürbar.

Erection – Direkt, laut und unbequem

Den Auftakt machten Erection – und eine klassische Kennenlernphase gab es nicht. Die Band startete ohne Umschweife energiegeladen ins Set und zog das Publikum sofort mit. Der Song „Fuck You“ richtete die Sängerin unmissverständlich an Nazis und setzte damit früh ein klares Statement.

In der Mitte des Sets wurde es kurz ruhiger, aber nicht weniger eindringlich. Die Sängerin sprach offen über ihre Zeit als Wohnungslose und mahnte zur Aufmerksamkeit, gerade in der aktuellen kalten Jahreszeit. Worte, die hängen blieben. Nach rund 40 intensiven Minuten endete das Set unter lautstarken Gesängen des Publikums – ein Auftakt, der mehr war als bloßes Warm-up.

The Exploited – Pure Energie ohne Pause

Danach folgte, was viele bereits sehnsüchtig erwartet hatten. Spätestens beim Blick in die Menge – geprägt von unzähligen Kutten und TheExploited-Shirts – war klar, wie groß die Vorfreude war. Als Wattie Buchan die Bühne betrat, explodierte der Raum förmlich. Die Menge gröhlte, der Sänger war sofort voll da.

Von Alterserscheinungen keine Spur. Ohne Verschnaufpause spielte die Band ein Set mit durchgehender Energie, und das Publikum dankte es ihnen mit voller Hingabe. Nach dem letzten Song zeigte die Halle deutliche Spuren dieser Party: Der gesamte Hallenboden war in Bier getränkt – ein Anblick, der perfekt zu diesem Auftritt passte.

SLIME – Volle Wucht und kollektive Eskalation

Als SLIME schließlich die Bühne betraten, gab es kein Halten mehr. Mit voller Wucht legten sie los, und sofort öffneten sich die Moshpits. Die Atmosphäre kochte, Bierfontänen sprühten durch die Menge, und von der ersten Minute an wurde lautstark mitgesungen.

Kleine Pogorunden, kollektive Ausbrüche und pure Euphorie bestimmten das Bild. Der inzwischen vom Bier verklebte Boden wurde kurzerhand zur Tanzfläche erklärt – niemand schien sich daran zu stören. Im Gegenteil: Genau diese Mischung aus Chaos, Gemeinschaft und Energie machte den Moment aus.

Am Ende dieses Abends hatte ich das Gefühl, Teil von etwas gewesen zu sein, das weit über Nostalgie hinausging. SLIME, The Exploited und Erection zeigten eindrucksvoll, dass Punk nichts von seiner Kraft verloren hatte – und dass diese Musik nach wie vor Menschen unterschiedlichster Generationen zusammenbringen konnte.

Nachbericht und Fotos von Philipp Schadegg

Dieser Artikel wurde am: 25. Januar 2026 veröffentlicht.

FOTOS von SLIME, The Exploited & Erection

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