Grandson live in München (29.01.2026, Tonhalle)

Der kanadisch-amerikanische Künstler Grandson eröffnete seine Europatournee in München, bei der er sein neues Album „INERTIA“ vorstellt, in München – ein Abend, der nicht nur musikalisch geprägt war, sondern auch von politischen Botschaften, Widerstand und Zusammenhalt.

Was ich leider verpasste – wegen Chaos beim ÖPNV: Fast das komplette Set der Vorband Pinkshift. Als ich endlich ankam, war der Veranstaltungsort bereits bis auf den letzten Platz gefüllt und die Energie auf dem Höhepunkt. Die Musiker aus Maryland hinterließen also zweifellos einen starken Eindruck beim Münchner Publikum.

Kurz nach 21:00 Uhr gingen die Lichter aus, und aus den Lautsprechern tönte „Killing in the Name“ von Rage Against the Machine. Ein passenderes Intro für das, was folgen sollte, kann ich mir kaum vorstellen. Auch wenn Grandsons Musik nicht ganz so hart ist (oder zumindest nicht immer), spürt man doch eine gewisse – teils deutliche – Verbundenheit zu Zack de la Rochas Band aus den 90ern. 

Grandson und seine dreiköpfige Band ließen keinen Moment ungenutzt, um ihre Botschaften zu vermitteln. Von Parolen wie „Fuck ICE, Fuck Trump, Fuck Elon Musk“, über ein „Free Palestine“ oder Kritik an KI-generierter Musik, bis hin zu Worten der Wertschätzung und des Dankes an das Publikum („You’re right where you belong“).

Musikalisch gab es viel Rock (mehr als ich erwartet hatte), eine ordentliche Portion Rap und hier und da elektronische Elemente zu hören. Zu den Höhepunkten des Abends zählten für mich das Cover von Bob Dylans „Masters of War“ und „Heather“ – ein Song nur mit Gitarre und Stimme, der denjenigen gewidmet war, die nicht mehr unter uns sind.

Auf jeden Fall hinterließ Grandson bei mir einen sehr starken Eindruck. Und das, obwohl es sich um ein Musikgenre handelt, in das ich mich sonst eher selten begebe. Aber wenn – wie an diesem Abend – Qualität und eine klare Aussage vorhanden sind, ist eben nicht das Genre das Wichtigste, sondern das, was die Musik vermittelt. Darin liegt die Kunst.

Nachbericht und Fotos von Melvin Núñez

Dieser Artikel wurde am: 5. Februar 2026 veröffentlicht.

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