Kurz vor Weihnachten machte Doro Station im Löwensaal Nürnberg und schon früh am Abend zeigte sich, dass dieses Konzert kein gewöhnliches werden würde. Bereits während des Supports waren die oberen Ränge gut gefüllt, ein deutliches Zeichen dafür, dass viele Fans pünktlich und erwartungsvoll vor Ort waren.
Holy Mother – starkes Paket, trotz teils schwieriger Publikumsreaktion
Den Abend eröffneten Holy Mother, und bereits zu diesem Zeitpunkt waren im Löwensaal die oberen Ränge gut gefüllt. Auch wenn viele Besucher offensichtlich ausschließlich wegen Doro gekommen waren, präsentierte sich die Band professionell und engagiert. Persönlich haben mir Holy Mother wirklich gut gefallen, musikalisch wie optisch.
Das Bühnenbild wirkte durchdacht und stimmig, der Sänger mit auffallend viel Schmuck setzte ein markantes visuelles Statement, während der Gitarrist seine Emotionen kaum verbergen konnte und diese direkt ins Spiel übertrug. Gerade diese Ehrlichkeit machte den Auftritt greifbar und sympathisch. Lediglich das nach vorne gequetschte Schlagzeug viel nicht gar so stark auf, was aber mit Blick auf den Aufbau von Doro durchaus logisch war.
Der Start litt zunächst unter einem schwierigen Licht, das erst ab dem dritten Song, als rote Lichtakzente dominierten, deutlich besser funktionierte. Musikalisch zeigte sich das Publikum durchaus begeistert, blieb jedoch überwiegend statisch. Besonders auffällig war die Reaktion in den ersten drei Reihen, wo Applaus und Begeisterung auch bei Solos deutlich spürbar waren. Weiter hinten im Saal kam davon allerdings kaum noch etwas an.
Teilweise wirkten die Reaktionen jener Fans, die ausschließlich für Doro vor Ort waren, in manchen Momenten etwas unpassend, weniger aus Ablehnung, sondern eher aus Desinteresse. Das wurde der Leistung von Holy Mother nicht ganz gerecht, denn die Band lieferte ein solides, emotionales Set ab.
Doro – Nähe, Emotion und pure Metal-Liebe
Als Doro schließlich die Bühne betrat, war die Stimmung sofort auf einem anderen Level. Der Auftritt begann kraftvoll, begleitet von einem Gitarrensolo, bevor spätestens bei Warriors of the Sea klar wurde, wie sehr dieser Abend von Emotionen getragen sein würde. Doro präsentierte sich mehrfach mit Fahne, was den hymnischen Charakter vieler Songs zusätzlich unterstrich.
Besonders beeindruckend war ihre Nähe zu den Fans: Doro signierte während der Show, nahm sich sichtbar Zeit für ihr Publikum und zeigte sich sichtlich gerührt von Geschenken, die sie sogar noch während des Konzerts erhielt. Diese Momente wirkten nicht inszeniert, sondern ehrlich und tief empfunden.
Ein absoluter Gänsehautmoment folgte mit Für immer, der Löwensaal war hier voll und ganz beim Song, textsicher, emotional und geschlossen. Spätestens hier zeigte sich, warum Doro seit Jahrzehnten eine so treue Fanbasis hat.
Mit Raise Your Fist ging es wieder deutlich nach vorne, bevor das ausgedehnte Drumsolo folgte: fünfteilig, so lang wie ein eigener Song, gespielt vom Drummer, der seit 1993 Teil der Band ist. Auchder Bassist, der bereits seit 1990 dabei ist, unterstrich eindrucksvoll die Konstanz und Eingespieltheit dieser Formation.
Mit Konfetti, das zum Abschluss durch den Löwensaal rieselte, fand ein Konzert sein Ende, das musikalisch wie emotional genau das bot, wofür Doro seit Jahrzehnten steht. Keine überladene Show, sondern Herz, Nähe und ehrliche Metal-Leidenschaft. Die sichtliche Rührung über Fan- Geschenke, das Signieren während der Show und die vielen intensiven Momente machten deutlich, wie tief die Verbindung zwischen Künstlerin und Publikum ist.
Unterstützt von Holy Mother, die trotz teilweise unpassender Reaktionen jener Besucher, die ausschließlich für den Headliner gekommen waren, ein starkes, stimmiges Set ablieferten, wurde der Abend zu mehr als nur einem weiteren Tourstopp. Der Löwensaal Nürnberg erlebte kurz vor Weihnachten eine gemeinsame Feier der Metal-Familie: laut, emotional und mit einem Finale, das noch lange im Gedächtnis bleiben dürfte.
Nachbericht und Fotos von Lukas Pförtsch.
Tourtermine Holy Mother:
10.11.2026 – Helvete Metal Club, Oberhausen
11.11.2026 – Movie, Bielefeld
12.11.2026 – Béi Chéz Heinz e.V., Hannover
13.11.2026 – Kulturpalast / Bambi Galore, Hamburg
14.11.2026 – Wild at Heart, Berlin-Kreuzberg
16.11.2026 – Klub Drushba, Halle (Saale)
17.11.2026 – Kulturzentrum Alte Mälzerei, Regensburg
19.11.2026 – Backstage München
20.11.2026 – Kulturhalle Abdera, Biberach an der Riß
21.11.2026 – Sonnenkeller, Balingen
23.11.2026 – Musiktheater Rex, Bensheim
Setlist Holy Mother
Face This Burn
Live to Die
Mesmerized by Hate
The Elevator
Holy Diver (Cover)
Guitar Solo
Dragonheart (Cover)
No Death Reborn
Fire
Drum Solo
Power
Today
Toxic Rain
Setlist Doro
Time for Justice
I Rule the Ruins (Warlock cover)Do You Like It?
Burning the Witches (Warlock cover)
Fight for Rock
Warriors of the Sea
Hellraiser
Fire in the Sky
Metal Racer
Für immer
Raise Your Fist
Out of Control
Hellbound
Evil (Warlock cover)
All We Are (Warlock cover) (with Holy Mother)
Zugabe:
Ace of Spades (Motörhead cover)
You’re My Family
Love Me in Black
True as Steel (Warlock cover)
Rock ‚N‘ Roll Christmas Party
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