Frank und Mustafa von der Retrofabrik im Interview!

Bei der Macht von Grayskull!

Eine Rezension kann auch mal ganz anders sein!

Gerade haben wir von der Retrofabrik das neue Hörspiel „Folge 7: Der Raubzug der Arche“ durchgehört, da kamen wir doch auf die Idee, die beiden Gründer der Retrofabrik mal etwas genauer zu befragen.

Gerade weil das Hörspiel wieder einmal Eternia hochleben lässt, möchten wir uns mit Frank und Mustafa in ein kleine Zeitreise begeben, die ihre Zwischenstationen in den 80er aber auch zu den Anfängen der Retrofabrik durchläuft.

Schnallt euch an!

  1. Hey Frank & Mustafa. Schön, dass ihr euch die Zeit für das Interview nimmt. Stellt euch unseren Leser/innen mal kurz vor!

Mustafa: Also ich bin der Mustafa, die ein Hälfte der Retrofabrik. Ich komme aus Duisburg, der Stadt, in der sich auch die Retrofabrik befindet. Was wir hier machen, erzählt euch jetzt der Frank (lacht).

Frank: Ich bin Frank, der zweite Teil der Retrofabrik. Zusammen mit Mustafa bin ich Geschäftsführer. Wir machen das Ganze seit 2016. Wir teilen uns die Arbeit komplett auf. Da gibt es nichts, was personengebunden ist. Auch ich bin aus Duisburg.

  1. Eigentlich muss man dich nicht nur zur Idee der Retrofabrik beglückwünschen, sondern auch bedanken. Kinder der 80erJahre haben sicher (auch wenn die Haare zum Teil schon etwas grauer geworden sind) wie früher gegrinst, als sie plötzlich wieder He-Man Comics ordern konnten. Wie kam es überhaupt zur Idee „Retrofabrik“?

Frank: Ja, dazu muss ich was sagen (lacht). Die Idee kam eigentlich schon seit 2001 rum. Da kam neue Masters-Figuren auf den Markt. Die offizielle Reihe von Mattel. Da ging mein Interesse wieder los und ich habe angefangen zu recherchieren. Da bin ich diese Interpart-Comics gestoßen. Eigentlich beim Durchforsten meiner eigenen Sachen. Da dachte ich mir, warum niemand diese Sachen wiederveröffentlicht. Wo es doch so viele Wiederveröffentlichungen gibt. So stellte ich mir die Frage, warum ich das denn nicht machen sollte. Ich bin da ganz blauäugig ran und hab den Chefredakteur von denen angeschrieben. Auch Mattel. Ich hatte auch eine Antwort bekommen. Es dauerte tatsächlich sehr lange und irgendwie ist dann der Kontakt in die USA im Sand verlaufen ist. Auch weil ich einen neuen Job hatte. 

Da habe ich mich dann drauf konzentriert. 

Bis 2015 / 16 hat es tatsächlich geruht. Der Mustafa und ich hatten in der gleichen Firma gearbeitet und uns wurde dort gekündigt. Betriebsbedingt. 

Wir haben beide eine Abfindung bekommen und Mustafa und ich haben uns dann an die Sache rangetraut. Wir haben eine GbR gekündigt. Wir haben dabei nicht nur nach Masters geschaut. Es wurde eine Liste gemacht und schließlich haben wir uns dann aber doch auf die Masters spezialisiert. Wir haben wieder den alten Kontakt angeschrieben. Vom Interpart Verlag. Wir haben auch Unterstützung bekommen. Wir hatten natürlich großen Respekt vor der Sache aber auch Glück, dass uns schließlich Mattel die Zusage gegeben. 

So kam es zur ersten Comic-veröffentlichung mit über 600 Seiten.

(Anmerkung der Redaktion: Im Folgenden fassen wir die Antworten der beiden zusammen!)

  1. Genau. Da kamen dann noch einige Comics, Bis es dann zu den Hörspielen kam. Erzählt, wie ihr auf die Idee kamt, eine komplett neue Hörspielreihe zu entwerfen.

Genau. Nach Interpart kamen die Comics aus dem Ehapa-Verlag. Das war dann einiges an Material. Zu den Hörspielen kam es über einen Kontakt aus der Grayskull-Convention. Dort haben wir unseren Regisseur kennengelernt. Er hatte eine ähnliche Geschichte mit Mattel. Er wollte neue Hörspiele aufnehmen, kam da aber auch nicht so schnell weiter wie gewollt. Wir haben dann ein wenig hin und her überlegt, was man denn machen könnte. Aufgrund Urheberrechts-Dingen haben wir die Hörspiele auf den Comics aufgebaut. So haben wir die Idee an Mattel herangetragen und die Zusage für die Hörspielreihe bekommen.

  1. Ihr nehmt ja immer 1 bis 3 Geschichten aus den Comics und entwirft dazu ein Hörspiel. Geplant sind 30 Folgen. Wie kommt ihr auf die Zahl 30?

Na, eigentlich waren es 31. Wir haben uns das selbst so gesetzt, dass wir immer eine oder mehrere Comic-Geschichten als Basis nehmen. Das hat halt immer gut funktioniert. Wir haben jetzt so einen Weg abgestimmt. Und wir haben jetzt eine bestehende Basis anhand der Comics, auf der wir aufbauen können. Das ist schon ein großer Vorteil. Es ist aber auch nicht immer ganz leicht. Wenn du dir die Comics so ansiehst, haben die ja nicht so viel miteinander zu tun. Wir bauen halt eine Geschichte drumherum. 

  1. Man merkt, dass die Sache immer größer wird. Mediabooks, Neuauflagen, … Wie schafft ihr den Zwiespalt Job/Familie/Retrofabrik?

Gar nicht. Wir stolpern so durch (Lachen). Also wir sind wirklich viel mit der Retrofabrik beschäftigt. Wir bekommen das aber in der Freizeit unter. Wenn der eine gerade etwas weniger Zeit hat, macht halt der andere mehr. Die Familie kennt das auch nicht anders (Lachen). 

  1. Wart ihr vom Erfolg der Comics und auch der Hörspiele überrascht?

Ja, man muss das aber auch getrennt voneinander betrachten. Bei den Comics haben wir anfangs sehr tiefgestapelt und dann irgendwann gemerkt, dass da doch eine große Basis vorhanden ist. Das haben wir etwas unterschätzt. Alle unsere Kalkulationen basierten erst mal auf 1000 Bänden. Die waren aber sehr schnell weg. Für die Nachfolgreihe hatten wir dann schon Zahlen.

Bei den Hörspielen mussten wir aber wieder von Null anfangen. Klar, wir hatten unsere Kunden, unsere Fanbase, aber das ist ja auch ein ganz anderes Medium. Wir wussten auch nicht, wie die Fanbase mit neuem Material umgeht. Auch da haben wir sehr tiefgestapelt und auch da war dann die Nachfrage deutlich größer. 

  1. Was hat euch hier am meisten berührt?

Tatsächlich passiert da einiges. Wir bekommen viele Fan-Mails. Von Menschen, die sehr happy sind mit dem, was wir tun. Auch Personen, die sich sehr viel Zeit nehmen. Uns lange Mails schreiben und komplett beschreiben, was sie bei den Hörspielen in welchen Szenen empfunden haben. Es gibt jemanden, der macht das bei jeder Folge. Das tut gut.

  1. Und was am meisten verärgert?

Es gibt immer wieder Leute, die das Neue blöd finden. Aber da haben wir auch einige Kritiker wieder zurückbekommen. Kritik ist eigentlich immer gut. Wenn diese auch begründet ist, dann gehen wir da auch drauf ein. Wenn aber jemand grundsätzlich nichts mit den Sachen anfangen kann, da können wir auch nichts machen. Anfangs ging die Kritik etwas an die Substanz. Wir können aber mittlerweile gut damit umgehen. 

  1. Seid ihr noch nervös, wenn eine neue Folge rauskommt?

Nervös würde ich nicht sagen. Eher gespannt, wie die Leute das aufnehmen. 

  1. Wie läuft die Entstehung einer CD ab. Und wie finanziert ihr das?

Finanzieren tut sich das Ganze von den Verkäufen der vorherigen Veröffentlichungen. Der Ablauf ist komplex. Wir bekommen von den Autoren ein fertiges Skript. Im Vorlauf gibt es da schon einige Revisionen. Wir bekommen das vorläufige Endprodukt des Skripts. Dann gehen wir beide dran. Die Autoren haben da großen Spaß dran, da sie eine eigene Welt aufbauen. Leute, aus der Fanfiction, von der Grayskull-Con. Wir diskutieren dann mit den Leuten, was noch Sinn macht. Dann wird das Skript als final angesehen. Im Anschluss bucht unser Regisseur die SprecherInnen. Danach gehen die einzelnen Dateien zur Sounddesignerin und wir bekommen das Ergebnis geliefert. Im Anschluss besprechen wir noch kleine Details. Währenddessen koordinieren wir noch das Drumherum. Das Cover, die Illustrationen, das Layout und schließlich das Einhalten von Terminen. Da wir die Sachen ja in den Handel bringen, müssen wir rechtzeitig fertig sein. Das Mediabook muss so ca. 4 bis 5 Wochen vorher zum Druck veranlasst werden. Insgesamt ein sehr spannendes Programm.

  1. Die Liebe ins Detail ist ja enorm. Siehe Mediabook. Was empfindet ihr, wenn ihr die fertigen Produkte in den Händen hält?

Immer das Gleiche. Freude. Wir sind ja auch Sammelkinder und wollen uns die Sachen ins Regal stellen (Lachen).

  1. Ihr habt jetzt Folge 7 von 30. Wie kam die Zahl „30“ zustande. Die Zahl 30 hängt ja mit der Anzahl der bestehenden Geschichten zusammen. Können es auch mehr oder weniger werden?

Ja, hoffentlich (Lachen). Wenn Mattel uns da die Erlaubnis gibt, gerne. Wir schauen mal, was wir weitermachen können. Natürlich brauchen wir ein Fundament dafür. Wir schauen uns da schon im Masters Universum um.

  1. Wisst ihr schon, wie die letzte Folge endet?

Nicht direkt. Aber das ist noch ein bisschen in der Schwebe. Je nachdem, was es danach noch eben kommen kann und darf. 

  1. Seit ihr jetzt auf MOTU fixiert oder denkt ihr an weitere Projekte? MASK?

Wir hatten mal die Idee, ganz alte Batman Hörspiele neu aufzulegen. Da hatten wir mit dem damaligen Autor und Produzenten telefoniert. Der war doch sehr perplex hat sich aber sehr gefreut. Da gibt es auch eine sehr lustige Geschichte drüber, wie die erste Folge entstanden ist. Aus Notizen aus dem Kinofilm. Es war dann doch etwas abweichend aber eine großartige Geschichte. Neben Batman haben wir noch einige andere Sachen überlegt. MASK stand auf der Liste, Turtles, Transformers, etc.

  1. Ihr lässt Figuren neu auferstehen. In der aktuellen Folge sind es Zodac, Panthor und vor allem Man-E-Faces. Mit wieviel Kinderglück hört ihr euch diese Geburten selbst an?

Das ist immer noch so ein Ding. Es ist anders, wenn man das im Skript liest, wie wenn es nachher vertont wird. Da sind wir dann auch noch überrascht, was da manchmal entsteht. Wenn du dann hörst, wie die Figuren entstehen, das ist schon stark. 

  1. Gerade die Cover sind der Hörspiele sind sehr 80er like. Wer macht diese für euch und wie laufen hier die „Rechte-Absprachen“

Die Cover werden für uns erstellt, dann an Mattel geschickt, die das dann abnicken. Wir schauen uns Szenen aus den Comics aus, erklären das dem Cover-Designer, der dann hier freie Hand hat. Was daraus gemacht wird ist große Klasse.

  1. Wo wir schon bei Retro und den 80er Jahren sind. Das Tough Magazine ist ein Musikmagazin. Welche Band aus den 80er Jahren würdet ihr denn gerne „wiederbeleben“?

Ich würde Queen sagen. Die hatten in den 80ern ja so einen Peak. Wir hören hier immer Musik aus den 80ern. Gerade beim Packen von Bestellungen haben wir immer diese Muck laufen. Aber „Wiederbeleben“ dann doch Queen.

  1. Was bedeuten dir die folgenden Begriffe?
    1. Retrofabrik

Ein Wort, das hoffentlich leicht verständlich ist (Lachen). Eine Fabrik, die Retrosachen wiederbelebt. Wir wollen Nostalgie von früher wieder ans Tageslicht bringen. 

  1. Schaufenster

Ja, ein Platz an dem man die Masters-Figuren zum ersten Mal gesehen hat. Man hat ja auch früher in Spielzeugläden abgehangen. Zuerst die Figuren dann die Gameboys.

  1. Lieblingsfiguren

Skeletor und Hordak

  1. YPS

Großartige Sache. Ich habe das geliebt. Ich habe zwar nicht alle Gimmicks verstanden, aber es war einfach großartig. Die Gelddruckmaschine oder die Edelsteine (Lachen).

  1. Freizeit

Arbeit (Lachen). Aber Freizeit ist eine wichtige Zeit, die aber auch nie so richtig existent ist. Wir sind halt immer in einer Phase drin, in der etwas passiert. Da kann man nie so richtig abschalten. Ich habe sogar schon davon geträumt, was ich jetzt mache, wenn ich aufstehe (lacht) 

  1. Wir bedanken uns für die Zeit, die ihr euch genommen habt? Natürlich gehören die letzten Worte euch. Also los :)…

Auch wir sagen „Danke“. Danke für die Möglichkeit, dass die Sachen der Retrofabrik weitergetragen werden. Wir finden es großartig, wenn uns Leute unterstützen, die mit den Produkten was anfangen können. Wir sind sehr froh, dass wir unser Hobby so ausleben dürfen, und dass wir hier Produkte rausbringen können, die Menschen Freunde bereiten.

Tatsächlich haben wir uns sehr gefreut, dass die RETROFABRIK sich die Zeit genommen hat.

Mit einer super Idee am Durchstarten.

Ich denke, die Jungs haben mit der Wiedergeburt der Masters Hörspiele vielen Menschen eine Freude bereitet.

Und wenn ihr Leuten zwischen 30 und 50 (oder euch selbst) auch solch eine Freude machen wollt, dann schaut nach unter: https://www.retrofabrik.de/.

Viel Spaß beim Entdecken.

Dieser Artikel wurde am: 15. Juli 2025 veröffentlicht.
Autor: Thorsten

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