Manchmal lohnt es sich, alte Platten nochmal aus dem Schlamm zu ziehen. Genau das passiert jetzt mit Keep Crawlin’ In The Mud, dem Debüt von Mud Slick, das am 19. September 2025 eine Neuauflage bekam. Und ja: Das Ding knirscht, rumpelt und rockt immer noch so, wie man sich ehrlichen Hard Rock vorstellt.
Musikalisch bewegt sich die Band irgendwo zwischen frühem 90er-Hard-Rock und einer Produktion, die bewusst retro gehalten ist. Fette Gitarrenriffs, ein ordentlich drückendes Schlagzeug und ein Gesang, der nicht geschniegelt und poliert klingt, sondern eher nach Proberaum, Bühne und langen Nächten. Genau das gibt der Platte ihren Charme. Die Songs setzen weniger auf perfekte Radiotauglichkeit und mehr auf Atmosphäre. Statt geschniegelt zu klingen, wirkt Keep Crawlin’ In The Mud angenehm rau – so, als wäre die Band direkt aus einer Zeit gekommen, in der man noch echte Verstärker aufgerissen hat, statt alles am Rechner zusammenzuschrauben.
Dabei steckt hinter dem Album auch ein Stück Bandgeschichte. Mud Slick formierten sich Anfang der 90er in der Schweizer Rockszene, verschwanden irgendwann wieder von der Bildfläche und tauchten mit diesem Re-Release erneut auf. Die Neuauflage wirkt deshalb weniger wie Nostalgie und mehr wie eine kleine Zeitkapsel aus einer Ära, in der Hard Rock noch ziemlich dreckig sein durfte.Wer auf klassischen Hard Rock mit leicht amerikanischer Schlagseite steht, könnte hier durchaus Spaß haben. Die Platte liefert keine überproduzierten Stadionhymnen, sondern Songs mit Bodenhaftung und ordentlich Dreck unter den Fingernägeln.
Fazit: Keep Crawlin’ In The Mud ist keine Hochglanz-Rockplatte – und genau das macht ihren Reiz aus. Ein raues Stück Hard Rock, das zeigt, dass guter Sound manchmal einfach aus Gitarren, Druck und einer guten Portion Schlamm besteht.
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