Massendefekt – Massendefekt

Die Düsseldorfer Punk & Roller von Massendefekt können mittlerweile auf ein erfolgreiches Vierteljahrhundert Bandgeschichte zurückblicken. Und wie kann man diese Silberhochzeit gebührender feiern, als mit der Veröffentlichung eines neuen Albums pünktlich zum diesjährigen Bandjubiläum.

Mit „Lass die Hunde warten“ erschien 2024 Album Nummer 9 und man könnte ja jetzt vermuten, Kandidat 10 wird zu diesem freudigen Anlass mit einem besonderen, ausgefallenen Namen getauft. Aber falsch gedacht, es hört schlicht auf den selbstbetitelten Namen „Massendefekt“.

Mangelnde Kreativität bei der Namensfindung würde ich diesem Umstand jedoch nicht zuschreiben, die Jungs zeigen einfach, das sind wir, dafür stehen wir, unsere Fans bekommen genau das, was sie von uns erwarten. 12 neue Songs, jedoch mit der ein oder anderen Überraschung im sonst typischen Massendefekt Sound Kosmos.

Los geht’s mit einer Abrechnung an alle die tierisch nerven, einem einfach auf den Sack gehen, die Koffer sind gepackt, der Fluchtwagen ist betankt und abfahrbereit. „Exitstrategie“ nimmt mich sofort mit, breite Gitarren, wuchtiges Drumming und natürlich dürfen auch die Wohoo, Wohoo’s im Refrain nicht fehlen…

„Brandung“ überzeugt mit einer markanten Gitarren-Line im Intro, dazu ein Text mit großen Gefühlen, ohne jedoch peinlich oder schmalzig zu wirken. Jeder sollte im Leben mindestens einen Menschen haben, auf den man sich blind verlassen kann und immer da ist, wenn es drauf ankommt.

„Allein“, die erste Single-Auskopplung des Albums, ist wieder so ein typischer Massendefekt Banger. Schon beim ersten Hören damals habe ich mich aufs kommende Album gefreut. Den Wunsch im stressigen Alltag mal einfach einen Moment zum Verschnaufen zu finden, kennt wahrscheinlich jeder von uns. Keine Meetings, keine Menschen, einfach nur den Moment für sich allein zu genießen.

Bei den ersten Klängen von „Revolution x Alltag“ war ich im ersten Moment dann doch überrascht. Trompeten, Saxofon und Ska-Rhythmen? Das funktioniert jedoch erstaunlich gut und macht einfach Laune beim Hören und auch hier bin ich ganz bei Sebi. Das Gefühl anpacken und Großes schaffen zu wollen, dann aber vom Alltag eingeholt zu werden, kenne ich nur zu gut.

Einen richtigen Knaller-Ohrwurm kommt mit „Papageientaucher“ daher. Ganz klarer Anspieltipp von meiner Seite her.

Niveauloses Stammtisch-Gepöbel, leere Versprechungen im Wahlkampf, das sind nur ein paar der Dinge, die man doch gerne „Unbedingt verpassen“ möchte. Zur Kampfansage gegen diese Dinge haben sich Massendefekt „Dritte Wahl“ mit ins Boot genommen. Auch diese Nummer gibt ordentlich Gas, die bekannten Oh, oh, oh’s im Refrain laden direkt zum Mitgrölen ein.

„Zu Alt für Rock ‚n‘ Roll, zeigt, auch ein gestandener Punkrocker hat nach über zwanzig Jahren Tourleben mit den ersten Verschleißerscheinungen zu kämpfen, was aber nicht davon abhalten soll, genauso weiterzumachen wie bisher. Es ist wie eine Sucht, von der man nicht loskommt.

Den Abschluss bildet „Kippenlänge“, eine Akustik-Ballade über gemeinsame Zeit, über Jahre aufgebaute Freundschaften und die wertvollen Momente und Zeit gemeinsam einfach zu quatschen und über alte Zeiten zu sinnieren.

Fazit 

Massendefekt liefern genau das ab, was man von ihnen erwartet. Sie bleiben ihrem Stil treu, das Punkrock Rad wird hier nicht neu erfunden, aber nach 25 Jahren weiß die Band, wo sie stehen, Experimente und Neufindungen haben sie nicht notwendig. Massendefekt ist ein in sich stimmiges Album ohne Durchhänger, die kleinen Facetten und Spielereien, ohne zu stark vom Grundsound zu weichen, lockern auf und sorgen für Abwechslung und Wiederer-kennungswert in den einzelnen Songs. 

Ein besonderes Schmankerl ist die Veröffentlich als limitierte Doppel-Vinyl, hier ist neben dem eigentlichen Album, eine zweite Scheibe mit Neuinterpretationen alter Massendefekt Songs enthalten. Diese wurden von verschiedenen Künstlern, darunter Betontod, Emil Bulls oder Kasalla in ihren eigenen Stilen neu eingespielt.

Natürlich gibt es auch eine passende Tour, hier die geplanten Live-Termine:

  • 11.09. Köln – Gebäude 9 (Record Release Show)
  • 23.10. Nürnberg, Hirsch
  • 24.10. München, Backstage
  • 30.10. Frankfurt a.M., Das Bett
  • 31.10. Stuttgart, ClubCann
  • 13.11. Hamburg, Knust
  • 14.11. Berlin, Hole44
  • 20.11. Hannover, Musikzentrum
  • 21.11. Leipzig, Werk 2
  • 27.11. Bremen, Tower
  • 28.11. Münster, Sputnikhalle
  • 12.12. Düsseldorf, Stahlwerk („25 Live“ inkl. 15 Jahre „Tangodiesel“-Jubiläumsset)  

Review von Florian Goergen

Dieser Artikel wurde am: 15. September 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

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