Wolfmother begeistern im E-Werk Erlangen mit kompromisslosem Rock!

Am 4. August 2026 machte Wolfmother im Saal des E-Werks Erlangen Halt. Einen Support gab es an diesem Abend nicht, stattdessen gehörte die Bühne nach einer rund zehnminütigen Verzögerung direkt dem australischen Rock-Trio aus Sydney. Der Saal war bereits lange vor Konzertbeginn bestens gefüllt und das Publikum spiegelte die lange Bandgeschichte wider: Von jüngeren Rockfans bis hin zu langjährigen Begleitern war alles vertreten, insgesamt überwog jedoch ein eher älteres Publikum.

Große Showelemente oder lange Ansagen suchte man an diesem Abend vergebens und genau das machte den Reiz des Konzerts aus. Wolfmother kamen auf die Bühne und ließen vom ersten Ton an ihre Musik sprechen. Zwischen den Songs blieb es meist ruhig, stattdessen reihten sich Titel wie Dimension, WhiteUnicorn, Womanoder AppleTreenahezu nahtlos aneinander und machten schnell klar, worum es an diesem Abend gehen sollte: kompromisslosen Rock.

Besonders beeindruckend war dabei Andrew Stockdale. Als einziger mit einem Mikrofon ausgestattet, führte er die Band sowohl gesanglich als auch mit seiner Gitarre durch den Abend. Immer wieder zeigte sich, wie mühelos er mit seinem Spiel den gesamten Saal dominierte. Seine Soli wurden nicht nur mit Applaus bedacht.

Dabei wäre es falsch, den Abend allein auf Stockdale zu reduzieren. Das Konzert war hervorragend abgemischt und sorgte dafür, dass Gitarre, Bass und Schlagzeug gleichermaßen präsent waren. Kein Instrument ging unter, vielmehr ergänzten sich die drei Musiker zu einem druckvollen und gleichzeitig angenehm transparenten Gesamtbild.

Auch die Lichtshow passte perfekt zum Charakter des Abends. Sie wirkte bewusst klassisch und verzichtete auf moderne Effekthascherei. Vier zusätzliche Blinder-Paare auf der Bühne, getrennt von den Hauptscheinwerfern angesteuert, sorgten immer wieder für markante Lichtakzente, ohne den Fokus von der Musik zu nehmen.

Obwohl kaum mit dem Publikum gesprochen wurde, entstand eine enge Verbindung zwischen Bühne und Saal. Worte brauchte es dafür kaum. Andrew Stockdale und Bassist Ian Peres steuerten das Publikum immer wieder mit einfachen Handgesten. Ein ausgestreckter Arm genügte, damit tausende Hände im Takt klatschten oder der nächste Jubel losbrach. Selbst Stockdales Bühnenmonitor war zum Publikum gedreht, als würde die Band das Konzert gemeinsam mit den Fans erleben wollen.

Mit Songs wie Mind's Eye, New MoonRising, California Queen und Colossal hielt Wolfmother das Energielevel konstant hoch. Erst kurz vor dem Ende des regulären Sets öffnete sich schließlich der erste Moshpit des Abends, bevor mit Joker & the Thief einer der größten Klassiker der Band den Hauptteil des Konzerts beschloss.

Was danach folgte, zeigte eindrucksvoll, welchen Eindruck Wolfmother an diesem Abend hinterlassen hatten. Selten hallten Zugaberufe im E-Werk so laut und so lange durch den Saal. Schließlich kehrte die Band zurück und belohnte das Publikum mit Victorious. Kaum erklangen die ersten Töne, entflammte auch der Moshpit erneut und die Zugabe wurde mit tosendem Applaus gefeiert. Aufgrund der Verzögerung zu Beginn blieb es zwar bei diesem einen zusätzlichen Song, der Stimmung tat das jedoch keinerlei Abbruch.

Nach dem letzten Ton bedankte sich Andrew Stockdale beim Publikum, während Schlagzeuger Hamish Rosser sogar noch in den Graben stieg und zahlreiche Fans mit einem Fistbump verabschiedete. Doch damit war der Abend noch nicht vorbei. Statt sich direkt hinter die Bühne

zurückzuziehen, nahm sich die gesamte Band Zeit, durch das Venue zu gehen, mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen und Autogramme oder Erinnerungsfotos zu ermöglichen.

Vielleicht war genau das der schönste Abschluss eines Abends, der ohne große Inszenierung auskam. Wolfmother bewiesen, dass ehrlicher Rock keine aufwendige Show braucht. Drei Musiker, ein hervorragend abgestimmter Sound und Songs, die auch nach vielen Jahren nichts von ihrer Energie verloren haben, reichten vollkommen aus, um das E-Werk für knapp anderthalb Stunden fest im Griff zu haben.

Setlist
Dimension
White Unicorn
Woman
Apple Tree
Midnight Train
Pyramid Mind's Eye
New Moon Rising
California Queen
Feelin Love
Where Eagles Have Been
Vagabond
Colossal
Joker & the Thief

Zugabe
Victorious

Noch offene Tourtermine:

05.08.2026 – Düsseldorf – ZAKK
06.08.2026 – Bremen Schlachthof
15.08.2026 – München – Backstage
16.08.2026 – Chemnitz – Kulturbahnhof

Nachbericht und Fotos von Lukas Pförtsch

Dieser Artikel wurde am: 6. August 2026 veröffentlicht.

Autor: Nessa Deleto

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