Nürnberg, 23.04.2026: Norwegischer Rock im Hirsch — das klingt nach einem Abend, der sich erst warm spielen muss. Aber sobald die Wohlfühltemperatur erreicht wurde war es ein Highlight für Liebhaber. Wir waren für euch vor Ort um den Abend festzuhalten.
Håndgemeng eröffneten den Abend mit ihrem erdigen Heavy Rock, irgendwo zwischen Stoner und solidem Hardrock. Die Norweger — aktuell mit ihrem Album „Satanic Panic Attack“ unterwegs — stellten direkt klar, dass sie auf Show wenig Wert legen und auf Substanz und Message umso mehr.
Das Publikum, noch etwas verhalten, taute spürbar auf. Kein großes Tamtam, keine Effekte — einfach solide, ehrliche Rockmusik, die sich ihren Weg nach vorne bahnt. Ein paar „Hail Satan“ rufe gehörten da auch einfach zum guten Ton.
Die Bühne war schon teilweise gut vorbereitet daher ging es schnell weiter zu Spidergawd. Der Hirsch hatte sich bis dahin gut über die Hälfte gefüllt und die Stimmung wechselte zu mehr Stimmung. Was die fünf Norweger auf die Bühne brachten, war schwer in eine Schublade zu stecken:
Classic Rock, Prog, heavy Parts — alles vielseitig und sehr authentisch. Das Herzstück: Rolf Martin Snustads Saxofon. Golden schimmert es den Abend von der Bühne. Tief, drückend und unverwechselbar. Drumherum eine Band, die ihr Handwerk nicht nur beherrscht, sondern sichtlich lebt.
Die Lichtstimmung blieb die ganze Show über dunkel und industriell — fast wie ein Wohnzimmerabend, nur mit deutlich mehr Dezibel.
Gitarrist Per Borten versuchte sich an ein paar Worten auf Deutsch — holprig, herzlich und sofort symphatisch. Genau die Art von Bühnenpräsenz, die ehrlich und nahbar ist. Gut 90 Minuten spielten Spidergawd sich durch ihre Diskografie, und die Crowd dankte es mit zunehmend ausgelassener Stimmung. Ein Abend für Liebhaber von technischer Klasse und ehrlicher, roher Musikkultur.
Nachbericht und Fotos von Marco Liske
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