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Interviews

Veröffentlicht am: Januar 20th, 2020 | durch Florian Puschke

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„Ach,- und Krachgeschichten“: Black Sheep Stompers im Interview

Mit „Ach,- und Krachgeschichten“ ist das erste Album der Oi!-Punkband Black Sheep Stompers erschienen. Wir haben uns mit der Band über die Songs, die Hintergründe und weitere Themen unterhalten.

Moin, wo erwischen wir euch gerade?
Band: Servus Flo. Aktuell erwischt du uns auf der ersten Arbeitswoche dieses Jahr. Wir nutzen grad die Pause um die Fragen hoffentlich vernünftig beantworten zu können. An dieser Stelle auch erstmal vielen Dank dafür, dass du dir die Zeit nimmst um uns zu interviewen und sowohl uns als auch die aktuelle Scheibe vorstellen.

Für alle, die euch nicht kennen – bitte stellt euch kurz vor.
Band: Ja hallo an alle, die uns nicht kennen. Wir sind der Johnny an Gitarre und Gesang. Der Steven am Bass und am Gesang. Und der Wattwurm an der Schießbude und im Background-Gesang.

Wie ist euer Bandname entstanden und was soll er bedeuten?
Band: Der Name kommt natürlich daher, dass wir schwarz sind und gern Schafe treten. Hast du etwas anderes erwartet? 😉

Mit „Ach,- und Krachgeschichten“ ist eure erste CD erschienen. Wie seid ihr auf den Titel gekommen?
Band: Es gibt von extra3 eine Serie, die sich Ach,- und Krachgeschichten nennt und dort befindet sich auch eine Skinhead-Parodie, welche wir recht amüsant finden. Und da dachten wir, dass es doch ein schöner Einspieler und Titel für das Album wäre, zumal es ja auch die Subkultur gut beschreibt.

Es geht um die Skinhead-Szene, Freundschaft – aber auch um die Dinge, die euch extrem nerven. Was kotzt euch so richtig an? Vorurteile? Hipster?
Band: Ehrlich gesagt gehen uns die Hipster ziemlich am Arsch vorbei. Das ist so eine Modeerscheinung, die wir einfach nicht richtig ernst nehmen können, mit ihrem 90er Jahre Second-Hand-Armutslook und ihrem überheblichen Gerede. Irgendwie erinnert es doch stark an Steve Urkel, wenn er ein reiches Wohlstandskind wäre, dass im Rahmen einer antikapitalistischen Gutmenschenbewegung versucht cool zu sein. Es stellt sich uns einfach nur immer wieder die Frage, was die auf Skinheadkonzerten zu suchen haben und warum dies größtenteils toleriert wird. Wenn wir sonst noch aufzählen würden, was uns alles so richtig ankotzt, müssten wir heute wohl Überstunden machen. Nur vielleicht noch ganz kurz gesagt, dass es uns sehr aufregt was aktuell in der Szene passiert und in welche Richtung sich das entwickelt. Dieses massentaugliche Gehabe, bloß nicht mehr anecken und ja keinen Stress mit dem Gesetz bekommen. Dieses weichgespülte pazifistische Getue und die Intoleranz gegenüber anderer Meinungen sorgen letztlich nur dafür, dass sich die Szene immer weiter spaltet in alle möglichen Lager und der Zusammenhalt ein inflationäres Wort wie Freundschaft wird.

In „Antifa“ geht es darum, dass ihr die antifaschistischen Aktionen „belächelt“ – was stört euch besonders daran?
Band: Mal abgesehen davon, dass viele Antifanten sich einfach nur mal Luft machen müssen um sich von der Unterdrückung ihrer Persönlichkeit durch ein oft wohlhabendes Elternhaus und ein geplantes und vorprogrammiertes Leben, ist es leider so, dass es immer mehr in faschistisches Verhalten abdriftet. Letztendlich werden viele zu dem, gegen das sie eigentlich einstehen wollten. Es werden kaum andere Meinungen toleriert, es werden Menschen nach dem beurteilt was sie hören oder wie sie sich kleiden und was nicht direkt links zu sein scheint ist eh der Feind.
Von Demokratie und freier Meinungsäußerung fehlt dort leider oft jede Spur.

Ihr habt das Album bei KDL Records veröffentlicht. Wie kam der Kontakt zustande?
Band: Der Kontakt kam durch einen gemeinsamen Auftritt einer früheren Band von Wattwurm und mir (Johnny) zusammen.

Unterstützung bei den Songs bekommt ihr ja auch von Timme (Durstige Nachbarn) und Andy (Proletaria) – was bedeutet euch sowas und woher kennt ihr euch?
Band: Der Kontakt zu Timme besteht auch schon seit besagtem Auftritt. Wir mögen die Jungs generell sehr, da sie menschlich absolut top und auf dem Teppich geblieben sind. Andy habe ich bereits bei den Aufnahmen zu Proletaria kennengelernt, als ich die Nachbarn besuchen war. Wir freuen uns natürlich sehr über die Unterstützung in den Songs, zumal beide eine tolle Stimme haben und es für uns auch interessant war mit anderen Musikern zusammen zu arbeiten. Zudem sind tolle Freundschaften daraus entstanden.

Was bedeuten euch folgende Wörter?
Familie
Band: Zweigegespalten. Einerseits einfach alles, andererseits ein Thema über das man nicht gern spricht.

Freunde
Band: Sind die Familie, die man sich aussuchen kann.

Freiheit
Band: Findet leider nur im Kopf statt.

Antifaschist
Band: Inflationäres Wort.

Politik
Band: Ewiges Streitthema.

Tough Magazine
Johnny: Ostfriesland, zweite Heimat.
Flo: Find ich ne gute Sache.
Steven: Wenn ich ehrlich bin musste ich erst googlen was das ist.

Vielen Dank, die letzten Worte gehören euch!
Band: Eigentlich haben wir zu danken. Anschließend wollen wir eigentlich nur noch einmal sagen: Lasst euch nicht durch Kleinigkeiten gegeneinander aufhetzen, geht wieder raus auf die Straßen, selbst wenn ihr allein seid und macht dem Namen Skinhead wieder alle Ehre. Sheep Heil und Möh!

Interview von Florian im Januar 2020

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