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Special

Veröffentlicht am: August 17th, 2018 | durch Florian Puschke

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Star Punks: Die Frontmänner schlagen zurück!

Rock ist tot …

Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Unzählige Male, Von Freunden, Bekannten, aber auch gelesen in verschiedenen Zeitungen.

Und unzählige Male musste ich den Kopf schütteln, wenn ich mit nem Bandshirt irgendwo rum stehe und wieder einer den auch so tollen Satz trällert. „Was ist das denn für ne Band. Ach ja, Rock ist tot!“

Und? Ist der Rock tot?

Guns `n` Roses Konzerte laufen.

AC/DC ist immer noch gefragt.

Die Rolling Stones spielen bis einer von der Bühne fällt.

Bands wie die Broilers, Backyard Babies, The Baboon Show kommen und füllen die Hallen.

Aber das ist doch kein Rock.

Das ist doch Punk!

Ach ja?

Und genau. Natürlich… Punk ist tot….

Auch das lese ich immer wieder.

Und?

Eigentlich dachte ich Punk Rock sei unsterblich?

Zumindest hieß so eine CD der Toten Hosen im Jahr 2000?

Und genau auf dieser CD singen die Hosen „Wir wollen endlich andere Lieder und eure Zeit ist um“.

Helden und Diebe der damaligen Zeit.

Ich blicke oft zurück in jene Zeit, als ich dieses Lied zum ersten Mal hörte, und genau damals hatte ich Vorschläge, wer denn diese anderen Lieder zum Besten geben durfte. Andere Helden, die von manchen auch als Diebe (Zitat: „Am Kehlkopf rumgeschraubt das ich klinge wie der Frege“) dargestellt wurden, die einfach geile Musik machten und deren CDs bis heute bei mir Spuren hinterlassen haben. Es gab damals kein Siri und wie auch immer.

Es wurden damals CDs gekauft, die gut waren. Von wenigen Bands habe ich alle CDs gekauft.

Von Anfang 2000 an über ca. 10 Jahre lang, hörte ich kaum noch die Toten Hosen (ja, ich gehöre zu der Generation, die noch Hosen und Ärzte Kassetten auf MC kopiert haben und ja, auch das Rauschen bei der BASF Chrome Maxima, oder wie auch immer, gehörten dazu).

Denn in diesen Jahren entstanden Bands, die meiner Meinung nach frischer waren, als die Unsterblich-Sachen der Hosen. CDs für dich ich die Bands noch selber angeschrieben habe, um die Scheiben zu bekommen und Scheiben, die es wert waren, gekauft zu werden, weil sie einfach gut sind.

Entschuldigung, Schreibfehler …

… weil sie bis heute einfach unschlagbar gut sind, und es bis heute wert sind, gekauft zu werden.

Unterstützt von Wölli Rhode, dem ehemaligen Schlagzeuger der Hosen (verdammt da schließt sich jetzt aber ein Kreis) machten plötzlich Bandnamen wie PLANLOS oder MASSENDEFEKT die Runde.

Ich hatte schon in dem Bericht und dem Interview mit Ole (ehemaliger Sänger von Massendefekt) auf das damals erschienene Meisterwerk „Träum weiter“ hingewiesen.

Aber neben dieser CD erschienen zu der damaligen Zeit viele gute Scheiben deutschsprachiger Punkbands, die es allesamt verdient haben, gehört und ja gewürdigt zu werden.

Massendefekt (seit 2009 ohne Ole) veröffentlichen bis heute tolle Alben und Planlos (seit 2010 aufgelöst) haben großartige Alben mit überragenden Songs aufgenommen. (Jeder der sagt, dass die Balladen der Toten Hosen einmalig sind, der höre sich bitte einmal „Der Brief“ oder „Wenn es regnet“ von Planlos oder „Wenn du fühlst“ oder „Es tut noch immer weh“ von Massendefekt an. Das, ja genau das ist dann doch unsterblich!)


Die erste Berührung dieser beiden Bands fand am 8. Oktober 2001 statt. Sowohl Massendefekt als auch Planlos waren damals auf einer Pressekonferenz zum Rock am Turm eingeladen. Sie hatten sich (wie andere 50 Bands auch) beworben und gehörten zu den glücklichen (ja „Punk stirbt nie“) Gewinnern und durften an dieser von Wölli organisierten Veranstaltung teilnehmen.

Danach gab es mehrere gemeinsame Konzerte und Touren bei denen zwischen den Bands eine Freundschaft entstand, die auch heute noch andauert.

Events aus dieser Zeit waren unter anderem:

23.11.2001 erstes gemeinsames Konzert. Kennengelernt bei Pressekonferenz Rock am Turm.

September 2002: Gemeinsame Tour von Planlos und Massendefekt.

Zudem könnte man hier weitere einzelne Konzerte aufzählen. Aber warum denn?

Die Verbindung von Massendefekt und Planlos ist nämlich nicht nur über gemeinsame Konzerte sondern auch über die gemeinsame Zusammenarbeit mit Wölli darstellbar.

Dieser förderte beide Bands gleichermaßen und traute ihnen den großen Sprung zu.

Auch die Bands hielten sehr viel voneinander und bis heute spielen Massendefekt auf einzelnen Konzerten den Song „Todgesagte leben länger“ von Planlos.

Auch gilt von damals bis heute, dass sowohl Planlos als auch Massendefekt Alben, sowie das neue Album von Ole eines gemeinsam haben.


Tolle Musik, von tollen Menschen, denen vor allem die Musik wichtig ist.
Musik die etwas zu sagen hat,
Musik die berührt,
Musik, die bei einem Bier (wie die alten Massendefekt- und Planlos-Alben) genossen werden darf.
Musik die wichtig ist, dass sie nicht unbedingt dafür geschrieben ist, in den Charts zu landen, da es einfach gute Musik ist.
Musik, die mehr als gut ist, dass es Musik ist, die ehrlich ist.

Sowohl Pino als auch Ole haben es gewagt und ein neues Kapitel aufgeschlagen. Ihre Musik ist jeweils ein wenig anders als in den vorherigen Konstellationen.

Die Songs von Lucky Charm sind lebensfroher und positiver geprägt als ein typischer Planlos Song. Die Musik von Ole lebt noch mehr von den Geschichten, die hinter den Songs stecken.

Für mich werden sowohl Planlos Scheiben als auch Massendefekt Scheiben immer eine große Bedeutung haben. Aber ich freue mich, jetzt zusätzlichen Stoff durch Ole und Pino zu bekommen, durch verdammt ehrliche Musik.

Ehrlich lebt länger. Genau wie Totgesagte.


Und das Todgesagte länger leben, dufte ich selbst erfahren, denn im Juli 2018 traf ich mich zum gemütlichen Plausch über Todgesagte, Punk 2000 aber auch Neustart mit Pino, dem ehemaligen Frontmann der Band Planlos als auch Ole, dem ehemaligen Frontmann von Massendefekt und wir verbrachten einen höchst interessanten, informativen (ja auch inklusiven, inegrativen und imperativen) bei denen die beiden gut gelaunt die folgenden Fragen beantworteten!

Lieber Pino, lieber Ole, zuerst einmal vielen Dank, dass ihr euch Zeit genommen habt, um dem Tough Magazine eine paar Fragen zu beantworten. Nachdem es ein paar Jahre ruhig um euch war, habt ihr wieder eine Gemeinsamkeit. 2018 Jahr des Neustarts. Wie fühlt es sich an, wieder an der Front u stehen?
Pino: Ich stehe nicht an der Front. Das macht nur Spaß. Hauptsache Musik machen. Die Bühne ist gar nicht die ganz große Motivation dafür. Einfach nur Musik machen, wieder Spaß haben, jetzt mit Ole was zu machen. Es macht einfach Spaß und fühlt sich richtig an.
Ole: Ich sehe das gerade auch nicht so als Front an. Ich habe auch gerade mega Spaß. So wie ich es schon lange nicht mehr hatte, was das Thema Musik angeht. Ich hatte auch viele Jahre gar kein Instrument in die Hand genommen. Ich genieße jede Sekunde. Mit all den Menschen dabei sind. Was darauß wird? Ich lass mich einfach überraschen. Ich freu mich einfach.

Ihr kennt euch beide schon sehr lange. Beschreibt den Fans eure Verbindung / Freundschaft und wie kam es zur Zusammenarbeit bei „Vorbei“?
Ole: Ja, wir kennen uns seit 2001. Wir haben uns damals auf einer Pressekonferenz zum „Rock am Turm“ kennengelernt. Das Festival, das der Wölli veranstaltet hat. Wir sind nach dem Konzert in Kontakt geblieben und haben ca. 40 bis 50 Konzerte zusammengespielt. Auch haben wir uns gegenseitig ausgeholfen. Der Max Lummer hat mal bei uns mitgespielt. Planlos war damals auch ne Band, die sehr wichtig für uns war. Konkurrenten waren wir nicht. Wir haben uns eher gepuscht…
Pino: Ja auf jeden Fall haben wir uns gepuscht. Wir hatten damals auch das selbe Publikum. Wir waren damals sehr verbunden. Die Leute, die Planlos gehört haben, haben auch Massendefekt gehört. Auf den Konzerten hat man die gleichen Menschen getroffen. Eher Freundschaft als Konkurrenz.
Ole: Die Zusammenarbeit bei „Vorbei“ kam aber über Pinos Frau, da Pino weniger bei Facebook aktiv ist (beide lachen). Ich habe seine Frau mal angeschrieben und sie gefragt, wenn ihr Göttergatte mal Zeit hat, kann er gerne ins Studio kommen und bei meiner Platte mitmachen. Und dann haben wir uns ausgetauscht und Pino rief plötzlich an und war dann in einer Stunde da und ja, so entstand dann die Zusammenarbeit bei dem Lied „Vorbei“.
Pino: Ja, ich habe mich mega gefreut. Gerade weil wir uns lange nicht gesehen hatten und ja, das ist Freundschaft. Auch passt der Song gut, weil ja viel über die alte Zeit gesungen wird. Im Ganzen Album. Ist auch ein sehr schönes Album geworden. Aber das habe ich Ole ja schon gesagt.
Ole: Vielen Dank!

Massendefekt und Planlos haben hier und da die Wege gekreuzt. Welche gemeinsame Erinnerung(en) werdet ihr nie vergessen?
Pino: Das Tollste war für mich die Fahrt mit diesem Doppeldecker. Da waren wir alle zusammen. Das war echt krass.
Ole: Als ich Planlos das erste Mal live gesehen habe, war ich dermaßen von den Socken, das ich danach der Proberaum-Weltmeister war. Das war in Ratingen 2001. Das hat mich gepuscht. Danach haben wir auch viele gemeinsame Konzerte wie Mönchengladbach, Leipzig usw. gespielt.

Rock am Turm gibt es nicht mehr. Ihr habt euch bei dieser Veranstaltung kennengelernt. Kann es ein Rock am Turm 2.0 geben und wie würdet ihr euch ein optimales Festival vorstellen?
Ole: Rock am Turm wird es nicht mehr geben. Der Verein wurde ja aufgelöst. Ich habe auch nicht gehört, das da noch was passiert. Das ist auch in Ordnung so, dass man die Erinnerung belässt. Ich glaube es würde heute auch nicht funktionieren. Der Zeitgeist ist auch ein anderer.
Pino: Vor allem auch durch Wölli. Wölli ist ja leider verstorben und Wölli war Rock am Turm.

In den Jahren 2000 bis 2004,5,6 wart ihr sowas wie die Shootingstars am Punk-Himmel. „Nachfolger der Hosen“ hörte ich oft von Freunden. Beschreibt aus eurer Sicht diese Zeit und Reaktionen der Fans und Bands auf Massendefekt und Planlos in diesen Jahren.
Pino: Für mich war das grauenhaft. Gerade der Vergleich mit den Toten Hosen. Klar, ich war auch Fan der Toten Hosen, aber letztendlich hat mich das die Karriere gekostet. Möchte ich mal so behaupten. Wir waren da zu nah dran und auch meine Stimme war da zu nah dran. Ich fand das schade. Einerseits wurde dann immer gesagt „ja die klingen wie di Hosen“ Eigentlich war das schon ein Lob, denn ich wusste das ich ganz gut Musik machen kann. Aber andererseits war es einfach zu nah. Es hat mir das Genick gebrochen. 2005 war eh so ein Problem. Damals kam es auch zu Umstrukturierungen in der Band. Da ist der Geist von Planlos gestorben. Bis 2007 habe ich mich sehr unwohl gefühlt.
Ole: 2005 war für mich ein gutes Jahr. Wir haben da viele Konzerte gespielt. Ich habe den Vergleich mit den Hosen auch oft gehört. Ich konnte den aber nur nachvollziehen aufgrund der Besetzung. Wir waren auch zu fünft. Auch die Musikrichtung war ähnlich. Sonst fand ich keine Gemeinsamkeit. Der Vergleich hat mich auch nicht so gestört. Das Planlos mit denen verglichen wurde, kann ich eigentlich nicht verstehen, da Planlos keinen Frontmann hatten. Denn Pino war immer auch Gitarrist.
Pino: Das sind einfach Leute, die ein Problem haben und ich kann das beim besten Willen nicht nachvollziehen. In Amerika gibt es auch unzählige Bands, die klingen wie Blink 182. Da sagt aber kein Mensch was. Und hier wird immer direkt ein Aufriss gemacht. Vielleicht sollte man lieber mal auf das hören, was Bands zu sagen haben.

Der Ausstieg bzw. Auflösung. Gibt es auch hier Gemeinsamkeiten? Beschreibt jeweils euer Ende bei den Bands und versucht eine Gemeinsamkeit zu finden? Müdigkeit?
Pino: Gelangweilt. Ich war gelangweilt und genervt von der Szene. Ich meine, das war meine Freizeit und ich hatte keine Lust, in meiner Freizeit mit Leuten zu diskutieren. Ich hatte keinen Ansporn mehr.
Ole: Ich war völlig müde. Ich hatte eine andere Vorstellung von meinem Leben. Ich wollte arbeiten, eine Familie grünende. Ich wollte Ruhe haben in meinem Leben. Ich bin kein Einzelgänger, aber es hat Vorteile, allein was zu machen. Es ist gut so wie es ist. Ich war einfach müde. Es fiel mir nicht einfach, weil mir die Band alles bedeutet hat und ja, es hatte auch was mit Tränen zu tun. Die Jungs haben mir eine Abschiedstour geschenkt. War geil. Ich bin im Guten gegangen, habe mich aber komplett aus der Szene rausgezogen. Ich finde aber nach wie vor gut, was die Jungs machen.

Wie waren die Reaktionen von Freunden und befreundeten Bands auf eueren Ausstieg? Sind Verbindungen geblieben?
Pino: eigentlich nur Bandseitig. Aber eigentlich hat sich nicht so viel verändert. Ich habe damals auch nicht so viel Rücksicht genommen. Ich habe mich einfach frei gemacht. Es gab aber Anfragen vieler Leute, auch Menschen, die auf viele Konzerte gefahren sind. Anfragen wie „wo sollen wir denn hinfahren, wenn ihr nicht weiter macht“. Aber hey, ich bin dafür nicht verantwortlich. Ich habe mir den Ausstieg gut überlegt und dann auch den Schritt durchgezogen.
Ole: Ich habe einen radikalen Schnitt gemacht. Komplett aus der Szene zurückgezogen. Am Anfang habe ich Mails von Fans der Band bekommen. Das wurde aber weniger. Auch haben die Jungs mich auf Konzerte eingeladen, was ich cool fand. Ansonsten habe ich keine Verbindungen mehr. Der Ötte hat mich jetzt ein wenig wachgeküsst. Ich habe bei ihm auf ner Platte mitgesungen. Da war ich echt aufgeregt. Abgegrenzt habe ich mich nicht. Einfach zurückgezogen. Jetzt sind wieder einige Verbindungen gekommen. Cool.

Wenn ihr nochmals 20 Jahre zurückfahren könntet (Hallo Mc Fly) Was würdet ihr bei der Gründung von Massendefekt / Planlos anders machen? Wie würdet ihr die Sache mit dem Wissen von heute angehen?
Ole: das ist nicht mehr vergleichbar. Facebook, YouTube gab es nicht. Der Newsletter war noch wichtig. Man hat mehr mit Livepräsenz hinterlassen. Ich kann nicht sagen, was ich anders machen würde, da der Zeitgeist anders war. Vielleicht war es früher ehrlicher. Im Kern würde ich es noch mal so machen. Ich denke, wir haben viel richtig gemacht und ja, die Fehler gehören halt dazu. Die haben uns aber auch ausgemacht.
Pino: Ja, ich sehe das ähnlich. Tiefschläge prägen uns. Und sie machen uns aus. ich fühle mich heute ganz wohl als der, der ich bin. Das war alles ein langer Lernprozess. Nein, ich würde nichts anders machen wollen, denn dann wäre ich jetzt sicher nicht der, der ich jetzt bin.

Was sind für euch jeweils die wichtigsten Planlos bzw. Massendefekt Songs aus eurer damaligen Zeit. Wie würden diese Songs heute klingen?
Pino: Die würde es heute so nicht mehr geben. Heute mache ich andere Musik und keiner dieser Texte würde in die heutige Musik passen. Die Musik macht den Text aus. Die wichtigsten Songs von damals waren für mich „Immer weiter“, „Tanzende Engel“ und „Todgesagte leben länger“.
Ole: Also ich würde die Lieder heute noch mal so schreiben. Da waren schon Songs dabei, die ich heute nochmal so schreiben würde. Klar, gibt es auch Lieder, die fand ich nicht so gut. Wichtige Songs für mich „Land in Sicht“ aber auch „Wenn du fühlst“.

Planlos war Pino? Aber ist Pino auch heute noch ein bisschen „Planlos“ oder ganz „Lucky Charm“. Beurteilt die Situation unabhängig voneinander!
Pino: Also ich bin heute sicherlich ganz Lucky Charm und Lucky Charm ist sicherlich viel mehr Pino als Planlos Pino war.
Ole: Also Pino ist für mich ein mega entspannter Mensch. Früher wie heute. Aber ich merke auch aus unseren treffen und Gesprächen, das es ihm heute besser geht und deshalb ist Pino ganz Lucky Charm.

Wieviel Massendefekt war Ole? Und was ist der Unterschied Massendefekt mit/ohne Ole. Beurteilt die Situation unabhängig voneinander!
Pino: Also Ole ist ein sehr sympathischer Typ. Wenn ich die Band live gesehen habe, habe ich immer nur dich im Kopf gehabt. Du hast die Leute super eingefangen. Ich persönlich finde Oles Gesang super und hat auch super zu Massendefekt gepasst. Massendefekt ohne Ole ist ein bisschen was anderes.
Ole: Also heute mache ich ja andere Musik. In mir ist nicht mehr viel Massendefekt. Ich bin aber stolz auf die Zeit. Ich mag die Jungs und die Band. Ich würde auch nie was Negatives über die Jungs sagen und freue mich über den Erfolg. Aber ich bin halt kein Teil mehr der Gruppe.

Ole singt auf seiner neuen Scheibe vom Abend auf der Couch mit „Drei Fragezeichen“. Was ist der Vorteil von eurem Leben ohne das Musikgeschäft (gerade von 2010 bis 2017) und was habt ihr vermisst?
Ole: Ich habe wirklich gar nichts vermisst. Rein gar nichts. Der Unterschied zwischen Pino und mir ist, dass der Pino deutlich mehr Musiker ist. Ich kann auch jederzeit sagen „Das war es mal wieder“. Vielleicht mach ich bald mal wieder neun Jahre Pause. Aber das was ich jetzt mache, mache ich aus Überzeugung. Ich habe da Bock drauf. Das Album war nach gefühlt einem Tag geschrieben.
Pino: Ich habe vermisst, mit den Jungs abzuhängen. Natürlich habe ich weniger Gitarre gespielt als damals. Aber in den letzten drei Jahren habe ich sehr viel gespielt und ich habe die Musik neu für mich entdeckt. Heute sehe ich mich tatsächlich als Gitarrist an.
Ole: Ja klar, die Jungs habe ich auch vermisst. Aber nicht die Proben (lacht).

Die Lucky Charm Songs sind geprägt von großer Spielfreude und einer positiven Lebenseinstellung. Beschreibt beide das Projekt Lucky Charm aus eurer Sicht.
Ole: Lucky Charm ist super. Großartig. Hab die CD jetzt bestimmt 20 mal gehört. Auch meine Frau hört die. Macht rießen Spaß. Texte sind großartig. „Monroe“ zum Beispiel. Ich hatte ein Dauergrinsen.
Pino: Ja, die Songs sind Geschichten. „Monroe“ ist wirklich auch eine persönliche Einstellung. Ich mag „Monroe“. Der Song so ist schon ernst gemeint, aber ich mag es, Geschichten mit einem Augenzwinkern rüber zu bringen. Auch das habe ich bei Planlos vermisst. Ich will eher lustige Geschichten rüber bringen. Wir wollen mit Lucky Charm Spaß haben, die Jungs sollen Spaß haben. Und auch das Publikum soll seinen spaß haben. Dexterrock einfach. Es gibt keine Band die so klingt. Zumindest habe ich keine gefunden.

Ihr habt bereits wenige Konzerte in der neuen Besetzung gespielt (Pino) bzw. du bist dran, welche zu organisieren (Ole). Was erwartet ihr von den zukünftigen Live-Auftritten? Welche Leute möchtet ihr ansprechen?
Ole: Bei mir gibt es nicht so viele Auftritte. Wahrscheinlich keine Tour spielen. Hier und da werde ich als gast auftreten und kleinere Konzerte spielen. Alles was ich mache, mache ich aus Spaß. Möchte keinen Bundesliga Spieltag verpassen. (lacht) Es muss ein Ausgleich da sein. Wenn ich nur Musik machen würde, würden andere Dinge zu kurz kommen und das möchte ich nicht. Kein Konzert der Welt ist es wert, dass ich einen Spielplatzbesuch mit den Kindern canceln möchte.
Pino: Mich hat meine Frau stark unterstützt und ich freue mich auf die geplanten Konzerte. Wird gut. Wir werden definitiv Konzerte spielen. Ganz bewusst zuerst mal kleinere Konzerte, um Übung zu bekommen. Nächstes Jahr wahrscheinlich einige mehr. Wir nehmen ausgesuchte Sachen, auf die wir Bock haben.

Gebt kurze Antworten zu den folgenden Punkten:

Wichtigste Punkscheiben?
Pino: Die Toten Hosen „Live 1988“
Ole: Dritte Wahl „Live Roggen Roll“. Eine der besten Bands. Aber auch die Schrottgrenze Alben.

Lemmy Vs Joey:
Pino: Joey, ganz klar. Aber Lemmy ist der coolere
Ole: Ich sag mal Micky Krause

Ole ist …
Pino: Ole ist ein sexy Typ. Und ja ein sympathischer, ehrlicher Typ. Cooler Typ.

Pino ist …
Ole: Ja, kann ich zurückgeben. Cooler Typ. Ich finde es wichtig, dass er wieder da ist.

Lucky Charm geht steil, wenn…
Ole: Ja, wenn alles ehrlich abläuft. Lucky Charm ist einfach geil. Die werden schon steil gehen.
Pino: Ja, es kommt wie es kommt. Ich bin aber wirklich stolz, dass ich mich auch in der Musik gefunden habe. Das vermittelt mir ein gutes Gefühl.

Ole entert die Charts, wenn…
Pino: Ja wenn alles ehrlich abläuft (lacht). Es müssen die richtigen Leute die Sachen in die Hand bekommen. Auch ein bisschen Glücksache.
Ole: hey, ich bin auf Patz 92 der Mallorca Charts – In der Stadt.
(beide lachen)
Pino: Ja Charts ist ja echt so eine Sache. Das entscheiden vor allem auch Promoter. Das hast du nicht in der Hand.
Ole: ich muss aber auch nicht in die Charts kommen. Alles kommt, wie es kommen muss. Ich habe nicht mehr den Druck von früher.

Danke für dieses Interview. Die letzten Worte gehören euch.
Pino: Danke, dass du den weiten Weg auf dich genommen hast. Es hat Spaß gemacht.
Ole: Ja, ich danke dir und dem Flo. Letztes Wort: Kauft unsere CDs – Lucky Charm und der Ole.
(beide lachen)


Wir vom Tough Magazine sagen den beiden Star Punks von hier aus einen großes Dankeschön für drei schöne Stunden in einem Cafe in Pulheim.

Gerne wieder.

Egal ob in Pulheim, oder wo anders.

Bleibt so wie ihr seid, ihr Star Punks 😊

Zum Nachsehen und weiter bilden empfehlen wir die Seiten von Lucky Charm und dem Ole.

Um etwas in Bewegung zu bleiben, empfehlen wir die folgenden Konzerte von Lucky Charm:
10.18 La Pähd, Meerbusch
11.18 Tube, Düsseldorf
12.18 GOT, Grevenbroich

Bericht und Interview von Thorsten

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Florian Puschke



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