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Special

Veröffentlicht am: Februar 15th, 2019 | durch Florian Puschke

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Datenschmutz: Die Punkband aus der Punk-Bank

PunkBank – steigende Akkord-Aktien für Ihre Ohren

Ich hasse Banker!“ Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört …

Doch warum?

Ja. Klar. Schulden, Hypotheken, Rendite, Zinsen usw. Lieber Punker als Banker“ denke ich mir und in diesem Moment muss ich an 4 Jungs denken, für die viele von uns sicher gerne in die Bank gehen würden.

Ihre Daten in sicheren Händen. Datenschmutz statt Datenschutz…hä?

Ja, klar, die neuen Datenschutzgesetze kennt jeder in und auswendig. Schließlich bekamen wir mit der neuen Datenschutzverordnung gefühlt 1000-mal die gleiche oder ähnlich klingende E-Mail gesendet mit irgendwie irgendwas zu bestätigen.

Doch was haben die Datenschmutz-Jungs nun mit der Bank zu tun?

Nun still und heimlich haben diese 4 BankPunks eine VR Bank geentert und diese zur PunkBank umfunktioniert.

Eine toll umgebaute Wohngemeinschaft einer Band, deren bisheriges Werk (2 EPs und eine tolle Single und das seit Bandgründung 2014), Konzerte unter anderem mit den Rogers und ZSK sowie eine tolle Fan-Nähe einmal etwas näher beleuchtet werden darf.

Datenschmutz – 1000 Köpfe, 1 Gesicht

Denn sicherlich wird die Musik dieser Jungs an Wert gewinnen, eine beachtliche Kapitalanlage auf dem Punktien-Markt werden und auch eine zukunftssichere Investition oder besser Institution werden, denn aus dieser WG werden wir sicherlich neue Songs erwarten dürfen.

Die EPs zu beschreiben ist sicherlich in der Banker-Sprache nicht ganz einfach aber sowohl die „Trümmerterroristen“ als auch die „Alles unter Kontrolle“ sind gefragte Anlageelemente, die in keiner Punk-CD-Sammlung fehlen sollten.


Ich möchte hier nur kurz auf diese fest-verpunklichen Wertpapier eingehen.

Trümmerterroristen

Dieser Aktien-Fonds beinhaltet Schätze wie „Kinderblut“ mit einer tollen Melodie, einem wahnsinnigen Refrain und einem genialen Text von „Kinderblut im Stacheldraht“. Mitreißend und der Song bleibt hängen. Auch „Der beste Tag“ prangert an, macht aber auch Bock auf mehr. Guter Text übers Militär und das was „in letzter Zeit“ so passiert. Sehr geil. Den Song „Auf immer wiedersehen“ kennt man schon von Youtube. Gut gesungen und macht Laune.

Für mich einer der besten Songs, ist die Nummer „Passt auf“. Langsam, einprägend. Reif. Unglaublich für so eine junge Band. Manche Bands bekommen so was nicht nach 20 Jahren Bandgeschichte hin. Als Zugabe erhalten wie akustische Versionen unter anderem von dem „Freiheit“ Song. Eine Zugabe die Lust auf mehr macht. Und dieses „mehr“ erhalten wir auf der „Alles unter Kontrolle“

Datentschmutz – Auf Immer Wiedersehen

Alles unter Kontrolle / Leben genommen / Herz verschenkt

Eine Kapitalanlage kann Gold wert sein. Sowohl in der Bank als auch als Bank auf einem Konzert. Und so finden sich auf der „Alles Kontrolle“ EP von Datenschmutz mehrere Songs, die in Zukunft (ja, so ein Fonds entwickelt sich über die Jahre) sicher eine feste Bank auf den Konzerten darstellen. Songs, die nach vorne gehen, die man mitsingen kann und die im Ohr bleiben. Coole Stimme und ein Gefühl für bleibende Melodien. „Wenn du um deine Stärken weist“ heißt es im Song „Tausend Köpfe, ein Gesicht (feat. SpliffTastiC)“. Und Datenschmutz hat die Stärken gefunden und diese perfekt in einem unpeinlichen Punk-Fond investiert. Ein mordsmäßig gutes Fondue dieser Fond.

Um die Wartezeit auf ein hoffentlich erscheinendes Album zu verkürzen, haben die Jungs noch recht spontan mit der Single „Leben genommen / Herz verschenkt“ eine tolle Dividende für die Datenschmutz-Aktionäre rausgehauen.

Bei diesem Output wird vor allem eines klar. Auch wenn die Zinsen derzeit niedrig sind wie nie zuvor, rentiert es sich zu investieren.

Durch Zufall habe ich von ihnen gehört und nun bin ich froh, diese Songs bei mir zu Hause hören zu können. Meine Hoffnung ist, dass die Datenschmützer bald den Tresor der Bank öffnen und das an die Öffentlichkeit bringen, worüber ich mich sehr freuen würde.

Einen Datenschmutz-Longplayer, festverzinslich mit Wert und Papier.

Wir vom Tough Magazine drücken den Jungs ganz fest die Daumen und freuen uns, euch im Anschluss ein lustiges interview mit den Jungs zu den Themen Datenschutz, Bankgeschäfte und mehr Punk als Bank.


Liebe Jungs von Datenschmutz (DS). Danke das ihr euch die Zeit nehmt. Wobei erwischen wir euch gerade?
DS: Beim Buffet im Backstage von Rock am Dick. Es gibt Linsen Dal mit Roggenbrot und die Tomatenbrote sind der Knaller.

Datenschmutz wohnen, wie oben beschrieben in einer Bank. In welche Aktienfonds investiert der Punkrocker von heute?
DS: Wir pumpen Geld in die Telekom und spekulieren auf Lebensmittel. ALso Chris spekuliert ob es diesen Monat noch für Lebensmittel reicht.

Als Band existiert Datenschmutz seit 2014. Woher kennt ihr euch und wie kam es zur Entscheidung Punkband.
DS: Marius und Henri kennen sich seit Marius geboren wurde. Als Geschwister haben sie sich aber aus Familiären Gründen längere Zeit aus den Augen verloren. In der Schule fanden sie wieder zu einander, da Marius am Ende der Grundschule aus der Eifel ebenfalls nach Grevenbroich immigrierte. Irgendwann hat Marius Henri einfach an der Bushalte gefragt, ob er in seiner Band spielen will. Diese hieß aber damals noch S.O.S. … Sex on Stage. Brüller. Ist dann aber doch nicht so richtig was drauß geworden, aber eine Freundschaft ward geboren. Ende 2013 gabs dann die Idee eine Band nur für einen Auftritt zu gründen und sich danach direkt wieder aufzulösen. Ist dann aber doch nicht so richtig was drauß geworden und so entstand Datenschmutz. Damals noch mit anderer Besetzung, so wie jetzt siehts erst seit zwei Jahren aus. In der Zwischenzeit lernten sich Marius und Chris bei einem Lokalkonzert kennen, gründeten eine Band und spielten einige Zeit in dieser.

Das erste Mal kennengelernt haben Henri und Marco sich ebenfalls auf einem Lokalkonzert. Marco verliebte sich sofort in den gezimteten Mexikaner. Wegen dem mussten sie sich auch nochmal über Facebook kennenlernen. 2016 spielten wir 4 dann das erste Mal zusammen. Also zusammengefasst ist Datenschmutz dann ein Inhaber geführtes Familienunternehmen. Und Marco und Chris sind die komischen Onkel die immer auf Familienfeiern etwas zu tief ins Glas schauen.

Wie kam es zum Punküberfall und der Übernahme der Bank? Beschreibt eure Bank-WG!
DS: Immobilienscout24.de. Chris haben wir allerdings in Köln zurück gelassen. „Geht ohne mich weiter, was zählt ist die Mission.“ Dafür hatte er aber lange Zeit ne dreckige Matraze im Tresor. Inzwischen hat er sich zu einer dreckigen Couch im Proberaum hochgearbeitet.

Datenschmutz – Herz Verschenkt

Datenschutzgesetz sind in aller Munde. Gibt es auch ein Datenschmutzgesetz in der WG?
DS: Runter vom Rasen, Schuhe aus und wenn du deine Scheiße nicht wegräumst landet die in deinem Bett.

Als Band habt ihr nicht weit zu eurem Proberaum. Wie reagieren die Dorfbewohner auf die musikalische PunkBank?
DS: Die meisten findens cool. Ausser die Nachbarin, bei der dröhnen die Bässe schonmal gerne, aber sie ist mit Kuchen bestechlich.

Bankgeschäfte sind Wertpapiergeschäfte, Kreditgeschäfte, usw. Was sind für euch die wichtigsten PunkBankGeschäfte?
DS: Die, die abgespült werden und nicht wieder im Keller hochkommen.

Bisher gibt es zwei EPs und eine Single von euch. Was ist geplant? Album in Sicht?
DS: Ein Album ist in Mache. Es sollte eigentlich schon laufen, aber wir sind nicht die arbeitsdringlichste Band.

Mit ZSK, den Rogers und dem Ole habt ihr prominente Unterstützer. Wie kam es zu den einzelnen Kooperationen?
DS: Bei ZSK kam irgenwann eine nette Email von Joshi ins Haus geflattert. Die Rogers sind einfach geile Typen, und Ole war Marius erster feuchter Traum.

Welche Songs haben eurer Meinung nach, in den letzten Jahren, die meiste Rendite erspielt?
DS: Mal nüchtern betrachtet wohl „Atemlos“ von Helene Fischer. Wenn du jetzt aber von uns meinst, dann ist „1000 Köpfe, 1 Gesicht“. Absoluter Spitzenreiter mit weit über 87cent.

Wenn die Punk-Musik ein Währungsfond wäre. Welche Künstler hätten für euch die höchsten Kurse und in wen würdet ihr investieren?
DS: Investieren würd ich in die Rogers. Bei uns hätte ich Angst, dass wenn ich eine Aktie kaufe, die erst in 3 Monaten geliefert wird.

Mit welchen Künstlern würdet ihr gerne zusammenarbeiten?
DS: van Gogh, Beuys, Gottschalk, Dalih und dem Dalei Llama. Besonders aber mit Michael Lemonrocker. Denn der ist einfach Klasse und wir wollten ihn schon länger mal ganz unverbindlich nach GV fragen.

Die Videos von Datenschmutz bekommen positive Resonanz. Eure Musik bewegt und hat Inhalt. Wie entsteht ein Datenschmutz Song?
DS: Hellgelbes, hopfenbetontes, obergäriges Bier.
3,2 kg Pilsner Malz
1 kg Weizenmalz
ca. 60g Hopfenpellet , Rohhopfen ca. 10% mehr (ca.6% Alphasäuregehalt)
Hauptguss: 16 Liter Wasser
Nachguss: 14 Liter Wasser
Obergärige Bierhefe:
Flüssighefe 50ml
Trockenhefe 12g (je nach Sorte)
Hopfenzugabe
2/3 zu Beginn des Kochens zugeben
1/3 10-15 min vor Kochende zugeben

Maische-Schema
Einmaischen: ca. 20 min bei 50°C
Eiweißsrast: 15 min bei 55°C
Maltoserast: 40 min bei 64°
1.Verzuckerungsrast: 20 min bei 72°C
2.Verzuckerungsrast: 20 min bei 78°C
Die Würze nun mit 14 Liter Nachguss abläutern und filtern.
Würze auf ca. 20°C abkühlen.

Hefe Die Hefe wird nach dem Abkühlen der Würze zugegeben.
Je nach Angaben des Herstellers anwenden. Achten Sie vor allem auf die richtige Würzetemperatur.

Hauptgärung Die Hauptgärung sollte zwischen 8 & 10 Tage liegen. Gärtemperaturen beachten.
Untergärig: 8-18°C

Entscheidet euch und begründet:
Riester oder Priester
DS: Priester, denn Gottes Zorn trifft alles

Bankapparat oder Punkverrat
DS: Bankfahrrad

Aktienprozente oder Promillegrenze
DS: Dann lieber Promillegrenze, weil wir eh nicht trinken.

Bank Kassierer vs. Punk-Kassierer
DS: Es gibt nur einen Wolfgang Wendland.

Einzahlen Vs Einspielen
DS: Wir spielen ein, ihr zahlt.

Was bedeuten euch die folgenden Begriffe?
Datenschutz
DS: Nichts

Freiheit
DS: Keine Termine und leicht einen sitzen

Headliner
DS: Das ist uns nicht so wichtig, hauptsache wir haben eine gute Zeit.

Tough Magazine
DS: Das Tough Magazin, wie Michael Lemonrocker, einfach klasse. Danke für bisher zwei Reviews und wehe ihr bewertet das Album schlecht.

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Die letzten Worte gehören euch!

Interview von Thorsten im Dezember 2018

Foto: Laura Boschke

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Über den Redakteur

Florian Puschke



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