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Konzertberichte nova-rock

Veröffentlicht am: Juli 29th, 2014 | durch Florian Puschke

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Nova Rock – Sicherstes Festival in Europa?

3 Tage lang strömten 150.000 Besucher nach Österreich, bis fast an die Grenze nach Ungarn. 3 Tage lang Hitze und Staub pur. Das Nova Rock Festival in Nickelsdorf wirbt damit, dass Sicherste Festival in Europa zu sein. Ist das wirklich so? Und welchen Preis zahlen die Besucher?

Mittlerweile ist das Nova Rock auch schon fast 2 Monate vergangen, dass ich jetzt aber erst darüber schreibe hat den Grund, dass ich einfach immer noch sprachlos bin…. und das meine ich eher weniger positiv.

Das Nova Rock lockte mit einem Mega Line Up, weswegen wir auch die lange Fahrt nach Österreich in Kauf nahmen. Aber im Endeffekt hatten wir uns wesentlich mehr erhofft.

Bleiben wir aber ersteinmal beim Positiven: die Bands. Im Line Up war für jeden etwas zu finden. Von Metalcore Bands wie Bring Me The Horizion, die ohne Zweifel die Gabe haben ihre Zuschauer imaginär mit auf die Bühne zu stellen, über Seeed, die mit ihrer Live Big Band eine unglaublich gute Show geliefert haben und HipHop Künstlern (wenn auch hier eher weniger beliebt) wie K.I.Z (die Ihre Musik auf so amüsante Art feiern) , Casper (der sich heute noch über jeden Zuschauer wie ein kleines Kind freut und auch so über die Bühne hüpft) Samy Delux (etwas in die Jahre gekommen;) ) und Urgesteinen wie Fettes Brot (die es immer noch schaffen ihre Musik zu leben und sich auf der Bühne zu betrinken).

Aber natürlich interessieren euch mehr die richtige Musik ;) Ohne Zweifel legte Avenged Sevenfold eine der besten Auftritte ab. Im Hintergrund regnete es Feuerbälle und die Band spielte mit so viel Leidenschaft ihre Musik. Am Ergreifensten war aber Zweifellos die Ansprache zu ihrem verstorbenen Drummer, dem sie auch heute noch jeden Abend ein Lied widmen.

Limp Bizkit war natürlich fenomenal, auch wenn ich leider den Eindruck hatte, dass der Band der Spaß fehlte. Es war lustig ihnen zu zusehen und sie boten auch Zweifellos Unterhaltung, aber früher hatte ich mehr das Gefühl, dass sie Teil der Menge waren und nicht isolierte Künstler.

Genau solche Isolation war bei Iron Maiden und leider leider auch The Offspring zu sehen. Beide ratterten ihre Show förmlich runter und vergaßen dabei ihre Fans. Bei Iron Maiden dachte ich mir das ja schon fast, aber The Offspring hat mich so richtig enttäuscht. Kein Kontakt zum Puplikum, pure Langeweile in der Stimme. Aus Enttäuschung hab ich beide Bands bei der Hälfte verlassen.

The Prodigy lieferte eine krasse Show, allerdings für meinen Geschmack teilweise zu krass und leider hatte ich an dem Abend andere Probleme, und konnte die Show gar nicht richtig anschauen. Aber dazu später mehr.

Ebenfalls verstörend war der Auftritt eines gefallenen Sternchens: David Hasselhoff. Auch wenn er sichtlich Spaß daran hatte auf der Bühne zu stehen, konnte ich mich mit dem Bild einfach nicht anfreunden.

Eine Band muss noch erwähnt werden. Denn es war für mich und bestimmt für die meisten Besucher DAS Highlight und ich kann sagen ich hab meinen Frieden mit der Welt geschlossen, denn ich habe Black Sabbath live gesehen. Das ist für Menschen meiner jungen Generation etwas unfassbar Unglaubliches. Dieser Auftritt war einfach nur episch und genial. Zwar sah man Ozzy an wie gezeichnet er ist, aber vor allem sah man ihm an wie viel Spaß er noch immer hat. Es war zwar etwas befremdlich wie er über die Bühne hüpfte und ich konnte mir einige Male das Lachen nicht verkneifen, denn irgendwie war es auch süß. Aber trotz der vielen Jahre auf der Bühne animierte er immer wieder die Leute zum mitsingen und klatschen. Er war present für das Publikum und nicht nur eine Figur die seine Arbeit macht.

Natürlich gab es auch massig andere Bands, aber leider überschattete das alles die Probleme Vorort. Direkt von Anfang an bemerkten wir eins: Kommunikation liegt den Österreichern wohl nicht so. Einmal sinnlos in eine Kilometerweite Irrfahrt geschickt, um am Ende am Ausgangspunkt zurück zukehren- ohne gewünschtes Ergebnis. Der eine hat keine Ahnung will uns aber helfen, der Zweite sagt ist mir egal was der Erste sagte, hier hab ich Platzrecht – und so ging das leider permanent.

Die Park – Camping Situation ist auch nicht wirklich die beste Lösung. In einer riesigen Reihe wird geparkt, am Kopfende von dem Gelände quasi und in U Form dann darum gecampt. Es gibt nur einen Eingang und wenn du als letztes kamst, kann ich mir gut Vorstellen, dass du eine Stunde zu deinem Campingplatz laufen musstest, denn der Eingang war direkt bei den Autos die als erstes kamen. Wir hatten Glück und durften dank Presseprivilegien die Einweisungen umgehen und konnten uns so möglichst weit vor schmuggeln.

Aber diese Privilegien zu bekommen, war erst einmal der Hauptkampf. Wir hatten keine Karten, wir standen auf einer Liste, die am Eingang zu finden war. Aber uns wollte keiner durchlassen, weil wir ja keine Karten hatten. Nach etlichen Diskussionen hatten wir es dann dahin geschafft. Wir bekamen ein hässliches, weißes Pressebändchen und wurden sofort abgewimmelt als wir nach richtigen Bändchen und Presseausweis fragten. Am nächsten Tag als wir Fotos machen wollten hieß es, wir hätten keinen Fotoausweiß wir dürften hier nicht durch. Also liefen wir wieder zum Kontainer und wurden angemotzt warum wir nicht direkt danach gefragt hattten … Als wir nochmal nach richtigen Bändchen fragten hieß es am letzten Tag. Am letzten Tag hieß es dann, sie bräuchten sie bis zum Ende am Ende wurde uns gesagt wir sollten doch nach älteren Herrschaften Ausschau halten, die uns ihr Bändchen vielleicht überlassen würden.

Im Internet steht beschrieben, dass zwischen den beiden Hauptbühnen ein kurzer Fuß liegt. In Wirklichkeit lief man 20 min, wenn man sich beeilte. Dazu kam die unerträgliche Hitze und aufgrund der Lage auf trockenem Boden bekam man von Tag zu Tag weniger Luft, da alles voller Staub war. Noch eine Woche später hustete ich vor lauter Dreck in der Lunge. Auf anderen Festivals, die in trockenen Gebieten angesiedelt sind, liegt vor der Bühne ein Boden aus, damit beim moshen eben das nicht passiert. Dazu kam, dass sie die Running Order so legten, dass die sehesnwertesten Bands abwechselnd auf den Hauptbühnen spielten und sich auch so gravierend überschnitten, dass man sich jeweils entscheiden musste.

Es war uns in den ersten 10 min erlaubt Fotos zu machen. Nur leider funktionierte das nicht immer mit dem hin und her laufen. Aber das größte kam dann direkt am ersten Tag mit The Prodigy, wir wurden nicht reingelassen, man sagte wir hätten uns anmelden müssen. Also führte ich fast das ganze Konzert durch Diskussionen, aber keiner war in der Lage (oder hatte Lust) mir eine klare Aussage zu geben. Entnervt verließ ich das Konzert.

Am nächsten Tag schauten wir uns um, und fanden versteckt einen Vertrag mit dem man sich anmelden sollte. Wir füllten ihn aus und als wir ihn abgeben wollten hieß es: „Ihr steht nicht auf der Liste, euer Chef hätte euch anmelden müssen“. Aber auch ihm wurde davon nichts gesagt.

Bei The Offspring (am letzten Tag) fanden wir dann endlich mal einen kompetenten Mitarbeiter, der uns endlich mal eine Aussage geben konnte. Die Bands sagen wen sie haben wollen, wir hatten darauf überhaupt keinen Einfluss. Das nervte mich am Meisten. Mir ist noch kein Festival unter gekommen, wo die Bands wählen oder ein Festival, die sowas nicht mal im Vorfeld mitteilen.

Wie schon erwähnt ist die Organisation und Kommunikation katastrophal gewesen. Wir wurden aus allen Richtungen ständig enttäuscht und fühlten uns wirklich nicht gut aufgehoben. Wenn ich mir vorstelle, dass die Besucher 140 Euro für die Karte zahlen und unsummen für Getränke ausgeben müssen (sonst wäre man da umgegangen) werde ich richtig sauer. Ein Festival sollte sich in erster Linie nach dem Gast richten und schauen wie man es ihm am Komfortabelsten machen kann. Besucher wollen so viele Bands wie möglich sehen, das geht aber nicht wenn das praktisch unmöglich ist. Die sinnloseste Regel ist, dass man keine Gaskocher mitnehmen darf. Aber die Kontrollen waren so lasch und leicht zu umgehen, dass wir einen Gaskocherkoffer mit reinbekommen haben. Auch Glasflaschen ließen sich einfach verstecken. Ebenfalls steht im Internet, es seien keine Möbel erlaubt mitzunehmen. Das alte Nachttischchen meiner Oma zählt dann wohl nicht als Möbelstück, immerhin durften wir damit einfach durchlaufen. Das Einzige was etwas positiv ist, ist die Grillarena. Das ist ein Platz, wo man kostenlos Grillen kann, für Kohle und Sauberkeit sorgen Angestellte. Allerdings kommt nicht jeder darauf Fleisch vorher einzufrieren bzw so haltbar zu machen, dass es auch am letzten Tag noch frisch ist, also muss man auch dort teueres Fleisch kaufen.

Ich denke nicht, das ich nächstes Jahr nochmal den Weg antreten werde und jeder der mit dem Gedanken spielt sollte es sich wirklich 2. Mal überlegen. Denn gerade der Weg aus Deutschland ist es wirklich nicht wert.

Festivalbericht von Hannah Fritz

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