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Veröffentlicht am: August 4th, 2015 | durch Florian Puschke

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Festivalbericht: Wacken Open Air 2015

Rain or shine.. selten trifft das Motto des W:O:A so den Nagel auf den Kopf wie dieses Jahr. Ja, das WATTEN, ehm Wacken Open Air 2015 war eines der extremsten Festivals, die ich bisher erlebt habe. Nach Starkregen und Sturm an den Tagen und Nächten vor Festival Opening habe ich ja das schlimmste befürchtet und ein paar Mal wäre ich fast von meinem Festivalbesuch abgekommen. Gerade, nachdem am Mittwoch vor der Anreise gewarnt wurde, alle anreisenden Festivalbesucher auf umliegende Parkplätze und Parkhäuser umquartiert wurden und das Festivalgelände unbefahrbar geworden ist. Dennoch habe ich mich Donnerstag morgen auf die Reise gemacht und war überrascht, wie gut ich durch den Checkin und auf den Parkplatz gekommen bin. Ausgerüstet mit Gummistifeln und Regenjacke habe ich mir zunächst einen Überblick über das Gelände verschafft. Was für eine Sauerrei. Der Regen hat alle Wege in Modder-Matschpampen verwandelt. Zu einer richtigen Wattwanderung fehlen tatsächlich nur die Wattwürmer.

Knietief im Modder bin ich durch Feld und Acker gewandert. Himmel, von den meisten Zelten war nicht mehr viel übrig oder sie waren im Matsch versunken. Die meisten Camper sind daher auch in ihre Autos umgezogen. Wirklich abschrecken konnte das Wetter trotzdem niemanden. So war das Infied beim Opener Konzert von Skyline auch gut gefüllt und die Stimmung ausgelassen. Und Schlammpackungen sollen ja auch gut für die Haut sein, oder? Generell wird das Line Up des Festivals immer bunter und hatte für Metalfans genauso viel zu bieten wie für Klassikfans oder Folkmusic-Hörer. Beeindruckend war die Kombination bei U.D.O with Bundeswehr Musikkorps, Metal trifft auf Klassik. Highlights am Donnerstag waren auf jeden Fall der Auftritt von In Extremo sowie der Auftritt von TSO und Savage, die gleichzeitig auf True Metal Stage und Black Metal Stage spielten und ein spektakuläres Bühnenbild abgaben. Ich gebe zu, für mich Schön-Wetter-Freund ging es danach nach Hause in die warme Badewanne um meine Frostbeulen loszuwerden. Ich dachte wirklich, dass ich das norddeutsche Wetter mittlerweile gewohnt bin, aber ich war doch eines der wenigen Weicheier, die dem Wetter nicht standhalten konnten. Wogegen die meisten Wackinger tatsächlich das Wetter in Kauf nahmen und sich vom Regen kein bisschen abhalten lassen haben.

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Am Freitag ging es für mich in neuer Frische dann erneut zum Festival. Dieses Mal dauerte die Anfahrt ewig, weil sämliche Autos sich bei dem Versuch auf den Parkplatz zu fahren, festfuhren und vom Schlepper rausgezogen werden mussten. Hach, wie schön, dass ich ständig aus Faulheit mit Winterreifen unterwegs bin. Glücklicherweise zeigte sich das Wetter tatsächlich von einer netteren Seite und ab und an ließ sich doch wirklich mal die Sonne blicken. Mit Epica, Sepultura, Crossplane, Stoneman und so weiter, wurde der Wacken-Nachmittag zu einem wirklich entspannten Metalerlebnis. Kleines Highlight des Tages für mich: Der Auftritt von Kärbholz auf der Headbanger Stage im Zelt. Wahnsinn, wie viele Kärbholz-Fans sich hierzu versammelt hatten. Die Masse drängte sich nicht nur dicht an dicht im Zelt sondern ebenso auf dem Gelände vor dem Eingang. Meiner Meinung nach, wird es für die Band wirklich Zeit, das Zelt zu verlassen und auf die Partystage umzuziehen.

Nach der kleinen Rockeinlage ging es weiter mit Annihilator, Opeth und Oomph, später dann mit In Flames, Within Temptation und Ill Nino. Den krönenden Abschluss bildeten The Boss Hoss, bei dem die Menschenmasse ausgelassen feierte. Obwohl ich persönlich ja immer noch rätsel, was die Band auf der True Matel Stage zu suchen hat. Versteht mich nicht falsch, ab und an höre ich die Jungs ganz gern, aber für mich sind sie beim W:O:A genauso fehl am Platz wie „Come-And-See-My-Laptop“-DJs ala Guetta und Co. Allgemein habe ich oft gehört, dass den eingefleischten Metalfans die Qualität des Line Ups verloren geht und Stimmen laut werden, dass das W:O:A seine besten Zeiten bereits hinter sich hat. Ich als treuer Rockfans bin dageben schon froh, wenn mir überhaupt mal eine Band etwas sagt, die auf der Bühne steht. Für mich ist und bleibt das Festival dennoch Kult, weil es das spezielle Wacken-Feeling kein 2. Mal auf der Welt gibt. Hierzu empfehle ich übrigens auch jedem, mal durch die „Mainstreet“ des Dorfes Wacken zu flanieren. Ein ganzes Dorf im Metalfieber. Der Wahnsinn! So, auch Freitag Abend bin ich wieder nach Hause in mein warmes Bett gedüst (ja, ihr dürft mich auslachen). Dieses Mal aber hauptsächlich aus dem Grund, weil ich mich böse am Knöchelt verletzt habe und ich befürchtete, am nächsten Tag gar nicht mehr laufen zu können…

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Der Samstag, mein Bein einbandagiert und mit Panzertape in einen festen „Gips“ verwandelt, war der schönste Tag des Festivals, sowohl durch Wetter als auch durch Line Up. Die Sonne stahlte aus vollster Kraft, sodass schon vormittags die ersten mit krebsroter Haut und fettem Sonnenbrand kämpften. Diesen Sommertag hatte nach den Stapazen der letzten Woche wohl niemand mehr erwartet. Und endlich bildete sich mir auch wieder der gewohnte und geliebte Wackenanblick! Lauter schwarz gekleidete Menschen. (Die letzten Tage waren mir viel zu bunt, aber eine schwarze Regenjacke und Gummistiefel hat nun mal nicht jeder) Kataklysm und Powerwolf ließen es schon zur Mittagsstunde so richtig krachen. Unbedingt ansehen wollte ich mir auch Danko Jones, dem ein Ruf der verrückten Extraklasse auf der Bühne vorauseilte. Ok, Sänger Danko wirkte nicht annährend so durchgeknallt wie so oft beschrieben, dennoch war der Auftritt richtig gut. Der absolute Knaller und für mich auch der definitiv beste Act des Festivals war Sabaton. Band, Songs, Show, Publikum… alles war einfach perfekt. Das einzige, was richtig übel war, waren die Soundprobleme am Anfang der Show. Der Druck fehlte, dabei muss man Metal doch LAUT hören.

Direkt auf Sabaton folgte der Auftritt von Judas Priest. In der Schule hat uns unser Religionslehrer immer gewarnt: Wer Judas Priest und Iron Maiden hört, kommt in die Hölle. Ich konnte mir also auf keinen Fall die Chance auf diesen Liveauftritt entgehen lassen. Die Wanderung von Black Stage zu True Matel Stage war dafür ein echter Höllengang. Durch den nun nicht mehr flüssigen Modder, der jetzt klebte wie Kaugummi, blieb jeder stecken, verlor mindestens einmal einen Schuh oder landete auf allen Vieren im Matsch. War ich froh, als ich endlich meinen Platz von der Bühne gefunden hatte. Der Auftritt war gut, reichte aber um Längen nicht an Sabaton heran. Immer wieder spannend, ja und fast romantisch, ist der Moment, wenn es dunkel ist und der riesige Schädel zwischen Black Stage und True Metal Stage angezündet wird und in Flammen erstrahlt. Das muss man auf jeden Fall einmal im Leben gesehen haben! Mit Santiano und Subway to Sally war das Festival dann auch schon wieder in den letzten Tönen. Und während in der Nacht von Sonntag auf Montag schon der Ticketverkauf für das nächste Wachen Open Air startet (Redaktion: Das Festival ist bereits wieder ausverkauft!), kuriere ich zu Hause mein verletztes Bein und den Muskelkater in jeder Faser meines Körpers. Fest steht: auch 2016 bin ich definitv wieder dabei, wenn es heißt FASTER HARDER LOUDER WACKEN! Dann übrigens mit Blind Guardian, Callejon, Dragonforce, Ministry, Steel Panther, Therion, Axel Rudi Pell, Orphaned Land, Borknagar, Kylesia und Legion Of The Damned. See you in Wacken! Rain or Shine!

Festivalbericht von Stefanie Kreft

Fotos: Stefanie Kreft

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