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Veröffentlicht am: Dezember 30th, 2015 | durch Florian Puschke

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Festivalbericht: Knock Out / Knockdown 2015

Am Samstag fand zum 11.Mal das Knock Out in der Karlsruher Schwarzwaldhalle statt. Dieses Jahr waren auf dem Event wieder hochkarätige Bands der Metalszene anwesend. Mein Highlight war aber das Bruderfestival, das dieses Jahr zum ersten Mal einen Tag später stattfand – das Knockdown! Das Feeling auf beiden Festivals war unglaublich! Zwischen den Presseleuten entstand untereinander und der Security auf Anhieb ein freundschaftliches Verhältnis. Der Aufbau der Location war an beiden Tagen relativ ähnlich. In der Mitte befand sich die große Konzerthalle, im Hinteren Teil war eine Tribüne mit Sitzplätzen aufgebaut. Ringsum Befanden sich Getränkestände und in einer zusätzlichen Halle waren die Essensstände und reichlich Bierbänke aufgebaut. Der einzige Unterschied war, dass es beim Knockout ein VIP-Upgrade gab. Dafür wurde vor der Bühne ein VIP-Pit aufgebaut, das bedeutet die ersten Reihen waren von Wellenbrechern getrennt und konnten nur mit VIP- Upgrade betreten werden, ebenso gab es einen abgesonderten VIP-Bereich. Das Knockdown, hatte Autogrammstunden für einige Bands eingerichtet. Bei Callejon und Eskimo Callboy war der Andrang so groß, dass beide Bands weit über ihre Zeit Autogramme schrieben. Hier hätten sich die Fans eine bessere Organisation gewünscht, da es keine klare Linie gab und sich einige Leute einfach vor drängeln konnten.

Beim Knock Out, musste ich zum ersten Mal eigenständig fotografieren. Daher habe ich mich leider mehr auf Fotoeinstellungen konzentriert als auf die Bands, deswegen ist der Abschnitt über das Knockout kürzer gefasst – Ich hoffe ihr seht es mir nach!

Die Eröffnung des Knockout machte Orphaned Land, eine israelische Metal Band. Eingänge Melodien gepaart orientalischem Einfluss, eine ungewöhnliche aber interessante Mischung. Auch die Ansprache, dass Musik auch in dem Land aus dem sie kommen verbinden kann, hat mich stark beeindruckt. Axxis stand danach auf der Bühne und begeisterte die Fans. Danach gab es eine kleine/große Besonderheit – die es so in dieser Form bisher noch nie gab: Rage meets Refuge! Die ehemaligen Mitglieder Manni Schmidt und Christos Efthimiadis, die mittlerweile zur Band Refuge gehören, standen mit ihren ehemaligen Bandkollegen von Rage auf der Bühne und formten so die 80er Jahre Besetzung. Dabei performte die Band ein Best Of Set.
Danach begeisterten noch D-A-D und Operation:Mindcrime die Menge mit ihren Performences. Das absolute Highlight war aber mit Sicherheit der Auftritt von Blind Guardian. Viele Zuschauer waren extra wegen diesem Auftritt angereist und wurden auch nicht enttäuscht!

Nach einem langen Tag, ging es für mich am nächsten Tag direkt weiter zum Knockdown Festival. Dieses Tag ist sowohl mein persönlicher Abschluss für dieses Jahr und gleichzeitig ein spätes Highlight gewesen.

Die Eröffnung machten die beiden Voting-Gewinnerbands, mit denen ich später auch ein Interview führte. Als erstes war Miles Beneath an der Reihe. Die Jungs fühlten sich, trotz Nervosität schnell auf der Bühne wohl und vor allem der Frontmann Christopher Turrek entwickelte sehr schnell eine hervorragende Bühnenpräsenz, die ich bei einigen späteren Bands fast schon vermisste.
Danach kam die zweite Gewinnerband Break Down A Venue auf die Stage. Die Besonderheit an dieser Band fällt direkt auf – eine Frau mit hammer Stimme! Auch wenn man ihnen ihre Nervosität etwas mehr anmerken konnte, legten sie ebenfalls einen großartigen Auftritt hin. Wie die Bands die Auftritte erlebt haben erfahrt ihr in Kürze in den Interviews!

Nach den Gewinner Bands kam eine Band von der man in letzter Zeit immer öfter etwas zu hören bekommt: To The Rats And Wolves. Die Jungs machen eindeutig Partymukke, sehr basslastig, dafür aber mit Publikumsnähe. Leider muss ich aber zugeben, dass mich ihr Auftritt sehr stark an Eskimo Callboy erinnert. Aber wer auf die Jungs von EC steht, der liebt To The Rats And Wolves ebenso sehr!

Auf Capture the Crown hatte ich mich eigentlich gefreut, bisher kannte ich sie nur von ihren Alben – leider war ich von dem Frontmann Jeffrey Wellfare enttäuscht. Er war fast zu routiniert und unpersönlich. Er lief teilweise über die Bühne und schien komplett abwesend. Das merkte man, dem kompletten Auftritt leider an.
Dagegen hatte mich die nächste Band Any Given Day schon fast wieder überrascht. Ich wusste, dass der Sänger eine sehr kraftvolle Stimme hat und durch seine Person einen impulsiven Umgang mit dem Publikum eingeht, aber das Resultat hat mich wirklich beeindruckt und gefesselt.
Adept betrat danach die Stage, sie waren sehr professionell und solide ohne dass man das Gefühl hatte der Spaß ginge ihnen dabei verloren.
Die darauffolgende Band Expire war für mich persönlich nicht so interessant. Sie legten eine gute Bühnenshow hin, hüpften von links nach rechts und dabei muss ich im Nachhinein gestehen, dass ich darüber hinaus ihren Auftritt fast vergessen habe.

Bei The Browning bin ich mir nicht Sicher, ob der Sound schlecht abgemischt oder dieser extreme, fast schon schmerzhafte Bass wirklich gewollt war. Ich hatte mir die Band zu Hause schon angehört, auch ich mag Elektroeinflüsse und da ist man bei The Browning definitiv richtig, allerdings taten die Basse so sehr weh, dass man keine Luft mehr bekam und dies die einzige Band war, bei der ich Ohrenstöpsel brauchte um den Auftritt zu überstehen.

Nach The Browning gab es einen kleinen „Was-soll-das-denn?“ – Moment: Die Band Nasty eröffneten mit einem HipHop Song, den wirklich jeder im Saal irritierte, da er einfach null in die Szenerie passte. Als die Band aber dann mit ihrer Musik anfingen, war es das genaue Gegenteil von dem was im Opening zu hören war – für mich war dieser Einstieg einfach nur fehl am Platz.
Weiter ging es danach direkt mit Deez Nuts. Obwohl ich eigentlich nur ein paar bekanntere Lieder der Band höre, konnte ich bei jedem Lied mitsingen, eben weil sie genau diese spielten. Ob es Absicht oder Zufall war, kann ich leider nicht sagen. Auch bei Deez Nuts hatte ich das Gefühl von Routine auf der Bühne, allerdings hatte ich hier – im Gegensatz zu anderen Bands – den Eindruck, dass sie diese Routine ihnen Spaß macht und sich das wiederum auf das Publikum übertrug.
Eskimo Callboy fuhr natürlich wieder fett auf. Als einzige Band kamen sie mit Pyro um die Ecke. Allerdings war ich mehr von den ersten Reihen hinter der Absperrung, als von den Jungs auf der Bühne fasziniert. Das Bild hinter mir, erinnerte mich stark an die Aufnahmen von Beatles Konzerten, wo die Mädels reihenweise kreischten, heulten und gelegentlich umkippten. Ich hab die Jungs von Eskimo Callboy das erste Mal vor knapp 3 Jahren gesehen, damals stand ich mit einer Freundin relativ weit vorne – dass sich seit dem in den ersten Reihe so viel verändert hatte, war mir nicht bewusst und ich fand es fast beängstigend. Ich glaube fest, einige Mädels hätten mir gerne meinen Presseausweis vom Hals gerissen um noch einen Meter näher an ihren Traumboys zu sein.

Zur Musik der Jungs kann ich nur sagen, dass es mir wie immer ein Vergnügen war Zuschauer zu sein. Ihre Musik macht einfach Spaß! Lustig fand ich auch, was sich hinter der Bühne und auf Sozialen Plattformen abspielte – das kleine, freundschaftliche Battle zwischen den Jungs von Eskimo Callboy und Callejon. Schaut euch die Fotos der Bands an!
Als letzte Band des Abends spielte Callejon und ihre Show war wie immer überragend! Über die Qualität der Musik und ihrer Auftritte muss man gar nicht sprechen, so gut sind sie. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie abwechslungsreich sich diese Band und vor allem Sänger Basti auf der Bühne darstellen kann. Nach unseren “Presse-Zehn-Minuten” vor der Bühne hab ich mir die Show von der Tribüne aus angesehen und habe die stressigen zwei Tage in Ruhe ausklingen lassen.

Für mich steht fest, dass ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder zum Knock Out und Knockdown fahren werde. Auch wenn es nur zwei Eintagesfestivals waren, so sind sie für mich auf jeden Fall vom Gefühl her eines der Höhepunkte 2015 – vielleicht sogar DER Höhepunkt.

Festivalbericht von Hannah

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