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Veröffentlicht am: Juni 28th, 2016 | durch Florian Puschke

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Tino Schneider-Beek: Der Stimmtherapeut im Interview

Tino Schneider-Beek ist Inhaber der PMC (Physio Musik & Care) – Praxis. Uns vom Tough hat das Thema ziemlich stark beschäftigt und somit haben wir dem netten Mann direkt einige Fragen gestellt!

Hallo Tino – wobei erwischen wir dich?
Tino: Hallo Flo! Ich komme gerade aus Frankfurt am Main von einer Projektarbeit für und mit unserem „Instrument Stimme“. Im Moment trinke ich gerade einen leckeren Kaffee in meiner HOMEBASE in Hanau RockCity (Praxis für Sänger, Sprecher und Instrumentalisten) und bin gespannt auf den nächsten Klienten.

Du bist Stimmtherapeut für Sänger – erklär uns bitte mal genau, was das bedeutet!
Tino: Diese Frage wird mir seit etwas über 15 Jahren öfter mal gestellt. Ich bezeichne mich gern und leidenschaftlich als „Therapeutische Subkultur“. Die Arbeit findet in meiner Praxis (HOMEBASE), backstage vor und nach Konzerten, im Studio, oder im Hotel statt. Je nach Klient auch ausgefallener.

Mein Job ist eine fachliche und fundierte Verknüpfung verschiedener Berufe und Tätigkeiten in einer Person. Musikphysiologie, Tonale Stimmtherapie, Med. Atemtherapie aus allen Bereichen, Osteopathie, Physiotherapie, Pädagogik, Coaching, Entspannungsverfahren. Diese Dinge sind mit Studium, Berufen und Abschlüssen besiegelt und ich liebe jeden einzelnen Teil davon. Ich glaube fest, nur mit dieser Leidenschaft für die Sache geht das überhaupt.

Was machst du außerdem noch in deiner Praxis und wer sollte zu dir kommen?
Tino: Das Spektrum ist größer als man zuerst denkt. Es beginnt klassisch bei Sängern, Sprechern, Theatern, Musikschulen, Unis geht weiter über Lehrer, Erzieher bis zu Politikern, Redner / Speaker, Callcenter Mitarbeitern, Beratern etc.  Stimmpräsenz, stimmliche Echtheit, Performance und Stimmschutz ist für viele Menschen ein Thema, oder sollte es sein.

Da das Instrument Stimme unseren ganzen Körper betrifft ist auch mein Therapiespektrum nicht ausschliesslich auf den Bereich Atmung und Vocalapperat beschränkt. Neben dem Bereich Stimme und Atmung ist das Zusammenspiel unseres gesamten Bewegungsapparates mein Gebiet. Therapie und Prävention (Vorbeugung) von Musikererkrankungen am und mit dem Instrument. Aber auch der nichtkünstlerische Patient wird selbstverständlich mit Leidenschaft bei mir betreut.

Da Inklusion und Teilhabe ein größeres Feld meiner Tätigkeiten betrifft, habe ich mich seit vielen Jahren auch in der Onkologie (Krebsheilkunde) und der Therapie von komplexen Behinderungen spezialisiert. Hier geht es beispielsweise um Phänomene wie das FATIGUE-Syndrom (krankhafter Erschöpfungszustand), oder palliative Therapie. Dazu gibt es auch Veröffentlichungen, wenn sich da jemand genauer interessiert. Ich stehe gerade in der HOMEBASE und alles dreht sich um Stimme und Atmung.

Was kann man deiner Meinung nach mit Musik ausdrücken oder erreichen?
Tino: Nahezu alles. Musik ist unsere Weltsprache und kann der Dolmetscher in fast jeder Situation sein. Ein weiser Mann sagte mal: „Wer Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden.“ Das war Franz Schubert und meiner Meinung nach trifft er mitten ins Schwarze. Musik hat mir in meinem Leben bisher immer den letzten Schliff gegeben. Ob privat oder beruflich. Geht Euch doch auch so, oder? Musik aufdrehen und die Emotionen starten. Übrigens gibt es für mich keine Unterteilung von privaten und beruflichen Zeiten mehr. Ich nenne es gemeinsam Lebenszeit.
Ich liebe meine Lebenszeit mit all den Dingen um und mit der Musik.

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Seit wann weißt du, dass die Musik so einen wichtigen Teil in deinem Leben einnehmen wird?
Tino: Als ich mit ca. 9 Jahren begann gemeinsam mit meinem Vater Lautsprecher zu bauen um einen besseren Klang zu erzeugen. Nichts gekauftes fand ich damals gut. Nur modelliere und bastele ich aktuell nicht mehr an Lautsprechern herum, sondern forme und therapiere das Instrument Stimme bzw. den ganzen Körper des Menschen. Seit dieser Zeit verfolgen mich Musikinstrumente, Tonträgersammlungen, Konzerte und Veranstaltungen.

Ohne Musik könnte ich definitiv nicht existieren. Ja, ich würde sagen ich bin mir seit 30 Jahren sicher, dass Musik eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben spielt. Für mich ist es ein gelebter Traum, den ich mir mit und für Musik und Kunst verwirkliche.

Thema Inklusion – findest du, dass man die Menschen deutlich besser aufklären sollte und/oder wird das Thema Behinderungen bewusst klein gehalten?
Tino: Da muss ich etwas ausholen. Ich bin von Herzen ein INKLUDI. Diese Bezeichnung wurde von Ron Paustian (Inklusion Muss Laut Sein!) geprägt. Hier bin ich leidenschaftlicher Unterstützer und Multiplikator der Themen rund um Inklusion, Teilhabe und Therapie. Und „JA“, ich finde, die Aufklärung kann und muss deutlich verbessert werden. Mein beruflicher Alltag konfrontiert mich häufig mit diesen Themen. Ob in der Theorie als Dozent oder in der Praxis in Therapie und Begleitung von beeinträchtigten Menschen. Lasst uns Inklusion einfach richtig laut machen, dann erscheint auch nichts mehr klein. Ich grüße hier nochmal ausdrücklich Ron Paustian, der diese Themen seit vielen Jahren aus dem Sektor Musik heraus entwickelt hat und dieses Jahr dafür sogar von unserer Bundeskanzlerin geehrt wurde.

Informiert Euch doch mal auf www.i-m-l-s.com oder auf Facebook über das Projekt und macht mit.

Ich bin seit über 15 Jahren mit den Themen beruflich beschäftigt und verliere hier genauso wenig die Leidenschaft wie im Bereich Musik, da jeder Tag unendlich motiviert und die Ergebnisse einfach den Menschen an der Basis helfen.

Hast du ein Lebensmotto?
Tino: Mein Motto, welches übrigens über der Eingangstür der PMC-HOMEBASE hängt heisst: „DO WHAT YOU LOVE – LOVE WHAT YOU DO“.

Was möchtest du den Leuten da draußen gerne mitteilen? Gerade in Bezug auf deinen Beruf?
Tino: Kommt doch einfach mal auf einen Kaffee in der PMC-HOMEBASE in Hanau RockCity vorbei, oder sprecht mich an, wenn Ihr mich irgendwo auf einem Vortrag seht. Erzählt euren Freunden und Bekannten, dass es jemanden gibt, der sich mit Stimme und Körper speziell bei Musikern auskennt. Bei mir geht es sehr persönlich und ultralocker zu. Besucht mich in meiner HOMEBASE, meinem zweiten Wohnzimmer. Das fände ich hammercool. Von meiner „therapeutischen Sorte“ gibt es nicht so viele Kollegen. Und das war eine echte Einladung.

Im Facebook (PMC-Physio Musik & Care) oder www.phsiomedcare.de.

Jetzt ist Zeit für die berühmten letzte Worte!
Tino: Da habe ich gerade T.Rex bzw. Marc Bolan´s Stimme im Ohr. „Children of the Revolution“. Lasst uns neue Dinge schaffen, unser Wissen weitergeben – ach, ich hab einfach jeden Tag richtig Lust auf das was ich tue. Ich beende mit den Worten, die ich oft in Seminaren und Vorträgen benutze: „Rock ’n‘ Roll – Lasst uns das Leben geniessen – Vollgas und Start, aber bleibt gesund, den Rest übernehme ich gern“. Grüße von der PMC-HOMEBASE in Hanau RockCity, Euer Tino

Interview von Florian Puschke im Juni 2016

Fotos: NYX-Design Hendrik Nix

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