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Interviews

Veröffentlicht am: Mai 3rd, 2018 | durch Florian Puschke

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The Stanfields: Jon Landry im „Limboland“-Interview

Mit „Limboland“ haben The Stanfields ihr neues Album auf den Markt gebracht. Wir haben uns mit dem Sänger und Gitarristen John Landry über die Songs, die Band und Hintergründe unterhalten!

Hey, wo erwischen wir euch gerade?
Jon: Bei mir zu Hause in Halifax, Kanada.

„Limoboland“ heißt euer neues Album. Wie kam es zu diesem Titel?
Jon: Ich habe vor ein paar Jahren mit meiner Freundin gesprochen. Sie erzählte mir von den Ereignissen in ihrem Leben und sagte, sie sei in einer Art „Limbo Land“ gewesen, um sich über etwas zu entscheiden. Ich dachte es war ein cooler Begriff mit vielen möglichen Bedeutungen und Interpretationen. Ich glaube, dass es unglaublich gut auf das aktuelle Weltgeschehen passt, sowohl auf der Makro- und Mikroebene.

Wie lange hat die Studioarbeit gedauert und wer schreibt die Songs bei euch?
Jon: Wir verbrachten 12 Tage in den Codapop Studios hier in Halifax mit Jason Jenkyns. Limboland wurde bei Iron Tulip Audio von unserem Kumpel Darren Van Niekerk innerhalb einer Zeit von 11 Tage nach der Aufnahme gemischt. Einige Hintergrundvokals haben wir am Nordpol auf einer Militärbasis namens CFS Alert, während wir dort für die Truppen und Wissenschaftler auftraten, aufgenommen.

Normalerweise schreibe ich die Texte und das Grundarrangement, aber ohne zu viele vorgefasste Ideen. Ich zähle wirklich auf die Jungs in der Band um ihre eigenen Ideen in einem Song zu verwirklichen, um auch mehr Gruppenstimmung zu vermitteln.

The Stanfields – Desperation

Ihr startet mit dem Song „I’m not afraid of the world“. Heutzutage solch eine Aussage ist mutig. Warum habt ihr keine Angst vor der Welt? Und wovor habt ihr Angst?
Jon: Ich habe keine Angst vor der Welt, weil ich nicht glaube, dass Einwanderer in mein Land kommen, um mich zu ersetzen oder meine Kultur zu verändern. Ich denke, sie kommen, um vor Krieg und Unterdrückung zu fliehen. Angst habe ich vor Stagnation (all das, was weiße Männer und westliche Ideen normalerweise verursachen). Kanada ist ein riesiges Land mit so viel Reichtum. Unsere Gesellschaft hat im Allgemeinen viel Platz.

„Lantern in the World“ ist eines meiner Highlights. Ist die Welt schon soweit dass wir Laternen brauchen?
Jon: Könnte sein. Ich dachte, dieses Lied wäre eher eine Art „In die Kristallkugel eintauchen“. Wir versuchen, uns auf eine Kultur der Akzeptanz zuzubewegen, es gibt aber leider eine erhebliche Gegenreaktion von denen, die den Status quo beibehalten wollen.

Eure Songs klingen nach Freiheit, nach Punk, nach Irland aber auch vor allem nach Pub und Whiskey. Was ist euch wichtig bei einem guten Song?
Jon: Toller Rhythmus und eine starke Botschaft.

The Stanfields – Afraid of the World

Euch gibt es jetzt genau 10 Jahre. Was hat sich in dieser Zeit für euch und die Band verändert?
Jon: Bis auf die neuen Mitglieder Calen und Dillan nicht zu viel. Wir wollten nie große Rockstars sein. Es war wichtiger, wir selbst zu sein, unabhängig vom Ergebnis.

Wo seht ihr euch in 10 Jahren?
Jon: Neue Songs schreiben und unter dem coolen Kinderradar weiter existieren.

Oft sprechen Bands von ihrem neuen Album als dem Besten in ihrer Karriere. Wie schätzt ihr „Limboland“ ein?
Jon: Von all den Alben, die wir jemals veröffentlicht haben, ist dies definitiv eines der Besten.

Wie wurde das Album von den Fans aufgenommen und wie stark steht ihr mit euren Fans in Kontakt?
Jon: Eigentlich lief es großartig. Normalerweise haben wir zu diesem Zeitpunkt einige negative Kritiken für vergangene Alben. Bisher gab es nur Lob. Ein bisschen beunruhigend, haha.

Tough-Tipp: CD-Review „The Stanfields – Limboland“

Live oder Studio. Was bedeutet euch mehr?
Jon: Beides. Es sind jeweils unglaublich unterschiedliche, aber lohnende Erfahrungen.

Ihr spielt zum Teil auch Akustik-Shows. Was unterscheidet sich hier von euren normalen Gigs?
Jon: Bei großen, lauten Rockshows neigen wir dazu, den Zug ins Rollen zu bringen. Dabei fehlt die Zeit, um sich zu erholen oder Lieder neu anzusetzen. Wenn 5 Sekunden totale Luft zwischen den Songs passiert, werden wir aufgeregt, haha. Die akustischen Shows sind in dieser Hinsicht anders. Sie geben uns die Möglichkeit, mehr über die Bedeutung und Herkunft von den Liedern zu erzählen schlechte Witze zu machen und so weiter. Es gibt auch viel Energie, aber eine andere Art. m Allgemeinen sind dies zwei verschiedene Erfahrungen.

Welcher Song von welchem Künstler würdet ihr gerne mal covern?
Jon: Wir haben in der Vergangenheit viele Cover gemacht – Springsteen, Prince, Neil Young. In letzter Zeit haben wir „Iron Lion Zion“ von Bob Marley gecovert, was wirklich sehr viel Spaß gemacht hat. Ich möchte in naher Zukunft über „Conga Beat“ von Gloria Estefan ausprobieren – glaube ich zumindest mal. Das ist es, was die Welt gerade braucht.

Welcher Song darf auf einem The Stanfields Konzert niemals fehlen?
Jon: Wahrscheinlich „Fight Song”. Es ist einer unserer wenigen „Hüpfsongs“. Nun, da ich daran denke, ist es ein bisschen traurig, dass wir eine Rockband sind, die wirklich „Hüpfsongs“ hat. Kein Wunder, dass wir nicht berühmt sind oder kein Geld haben.

Welchen Song habt ihr noch nie live gespielt, würdet ihr aber gerne mal probieren?
Jon: Conga Beat – siehe oben…

Was bedeuten euch die folgenden Wörter:
-Pub: Ein Ort, an den Leute vor Netflix gingen.
-USA: Ein Land voller warmherziger, freundlicher Menschen, die sich gegenseitig verstehen wollen.
-Live Music: Siehe „Pub“
-Limbo und Lambada: Verbotene Tänze
-TOUGH MAGAZINE: Beste Fragen

Danke für dieses Interview. Die letzten Worte gehören euch!
Jon: Was ist der Unterschied zwischen einem Fahrrad?

Interview von Thorsten im April 2018

Foto: kt lamond

ENGLISCH VERSION:

Hey, where are we catching you right now?
At my home in Halifax, Canada.

„Limboland“ is your new album. How did this title come about?
I was speaking to my friend one day a couple years ago. She was telling me about things happening in her life and said she was in a sort of “limbo land” in trying to make a decision about something. I thought it was a cool term with many possible meanings and interpretations. I believe that it fits incredibly well with the current state of world affairs, on the macro and micro levels.

How long did the studio-work take and how do you write the songs?
We spent 12 days recording at Codapop Studios here in Halifax with our main squeeze Jason Jenkyns. Limboland was mixed at Iron Tulip Audio by our bud Darren Van Niekerk over 11 days following the recording. We also recorded some backing vocals at the North Pole at a military base called CFS Alert, while we were there performing for the troops and scientists stationed there.

Usually I write the lyrics and the basic arrangement, but without too many pre-conceived ideas beyond that. I really count on the guys in the band to bring their own ideas to a song to give it more of a group flair.

You start with the song „I’m not afraid of the world“. Nowadays, such a statement is courageous. Why are you not afraid of the world? And what are you afraid of?
I’m not afraid of the world because I don’t believe that immigrants come to my country to replace me or change my culture. I think they come to flee war, oppression and economic stagnation (all of which white men and western ideas usually cause). Canada is a huge country with so much wealth. Our society in general has plenty of room and much to atone for.

„Lantern in the World“ is one of my highlights. Is the world so far that we need lanterns?
Maybe. I intended this song as more of a “peer into the crystal ball” type of message. I think it notable that while society in general is trying to move towards a culture of acceptance, there is very significant backlash from those who want the status quo to remain – whether out of fear, or just because they are assholes.

Your songs sound like freedom, punk-music, Ireland but also we here pub and whiskey. What is important to you for a good song?
Great rhythm and a strong message.

You band exists for 10 years now. What has changed for you and the band at this time?
Beyond the new members Calen and Dillan, not too much. We never really intended on being big rock stars (and we got our wish haha). It was more important to be ourselves, no matter the outcome.

Where do you see yourself and the band in 10 years?
Writing new songs and and continuing to exist under the cool kids radar.

Often bands speak of their new album as the best in their career. How do you rate „Limboland“?
Of all the albums we ever released, this is definitely one of them.

How was the album reviewed by the fans and how strong are you in contact with your fans?
Actually it’s been going great. Usually at this point, for past albums we have a few negative reviews. So far, its been all praise. A bit unsettling actually haha.

Live or Studio. What is more important for you?
Both. They are tow incredibly different, yet rewarding experiences.

You also play some acoustic shows. What is different from your normal gigs?
At big loud rock shows we tend to keep the train rolling, with very little time to recover or reset between songs. If 5 seconds of dead air happens between songs, we start getting agitated haha. The acoustic shows are much different in that respect. They really give us an opportunity to speak more about the meaning and origin of \ the songs, tell bad jokes and so on. There is still lots of energy, but a different kind. They are generally two different experiences.

Which song by which artist would you like to cover?
We have done many covers in the past – Springsteen, Prine, Neil Young. Lately we have been doing „Iron Lion Zion“ by Bob Marley, which has been really really fun. I’d like to cover “Conga Beat” by Gloria Estefan in the near future – I believe that is the cover the world needs right now.

Which song should never be missing on a The Stanfield’s concert?
Probably Fight Song. It’s one of our few jigs. Now that I think of it, it’s kinda sad that we are a rock band that actually has jigs. No wonder we aren’t famous or have any money.

Which song have you never played live, but would you like to play it?
Conga Beat – see above.

What do the following words mean to you?
a)-Pub: A place people used to go to before Netflix.
b)-USA: A country full of warm, kind people trying to understand each other.
c)-Live music: See a)
d)-Limbo and Lambada: Forbidden dances.
e)-TOUGH MAGAZINE: Askers of the best questions!

Thank you for this interview. The last sentences are yours!
What’s the difference between a bicycle?

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Über den Redakteur

Florian Puschke



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