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Interviews

Veröffentlicht am: September 26th, 2017 | durch Florian Puschke

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Sehnsucht: Die Punkrock-Band im Interview

Mit „Schicksalsreise“ hat die Band Sehnsucht ihr erstes Album veröffentlicht. Wir haben mit der Band über die Songs, anstehende Videos und die kommenden Konzerte gesprochen!

Hey, wo erwischen wir euch?
Sehnsucht: Hi Flo, wir sind gerade in Augsburg im „Bobs“. Wir drehen heute unser drittes Musikvideo, nach den Videos zu „Immer noch hier“ und „Glücklich sein“, zum Song „Kellner bitte noch n Bier“.

Stellt euch kurz den Lesern vom Tough Magazine vor!
Sehnsucht: Wir sind „Sehnsucht“ aus dem Raum Augsburg und machen deutschen Punkrock mit Einflüssen aus dem Postrock und Metal. Sehnsucht besteht aus Thorsten (Gesang, Leadgitarre), Jüngsi (Rhythmusgitarre, Gesang), Andy (Bass) und Mario (Schlagzeug).

Das erste Album „Schicksalsreise“ hat das Licht der Welt erblickt – wie liefen die Arbeiten an den Songs?
Sehnsucht: Wir lassen uns für den Songwriting Prozess generell viel Zeit. Sprich, wir haben schon vor zwei Jahren angefangen neue Songs zu komponieren. So kommen wir nicht unter Druck ein „fertiges Produkt“ innerhalb kürzester Zeit liefern zu müssen. Wie das bei uns abläuft? Thorsten schreibt die Texte und Gitarrenparts und bringt diese Ideen mit in die Proben. Dort wird dann das ganze in weiteren Proben verfeinert. Jedoch hat nicht jeder Song das Potenzial auf eine CD zu gelangen und so haben es von 30 Songideen lediglich 9 auf unser Debütalbum geschafft. Ansonsten ist die Vorproduktion auch ein großes Stück Arbeit – umso glücklicher sind wir jetzt die Platte in den Händen zu halten. PS: Bereits jetzt arbeiten wir schon vereinzelt an neuen Songs und Ideen.

Ich habe gelesen, dass Sehnsucht euer neues Projekt ist. Vorher hattet ihr euch Bremsspur genannt – ist das richtig? Warum die Veränderung?
Sehnsucht: „Bremsspur“ und „Sehnsucht“ sind zwei völlig unterschiedliche Projekte. Wir haben gesagt, dass wir vielleicht irgendwann wieder mit „Bremsspur“ Kinderlieder covern und anspruchslosen Punkrock fabrizieren wollen. Also zurück zu unserer Grundidee von 2007 zu gehen. Das kann in 2 Jahren sein oder auch in 5 Jahren. Nur wollten wir nicht mit unseren doch tiefgründigen und anspruchsvollen Songs mit Bremsspur vertonen, wie gesagt die Idee von Bremsspur war es niemals anspruchsvolle Musik zu machen. Also haben wir gesagt: Lasst uns doch ein Projekt gründen mit dem wir anspruchsvollen Punkrock machen. So entstand Sehnsucht. Und diese Band ist nun auch unser Hauptaugenmerk. Wir finden das ist eine gute Sache.

Sehnsucht – Video-Gruß – Tough Magazine – 2017

Waren einige der Songs ursprünglich noch für Bremsspur gedacht?
Sehnsucht: Schwierig zu beantworten – wir haben bereits 2015 uns über eine Abtrennung der Projekte Gedanken gemacht. Damals waren aber nicht alle Bandmember bereit diesen Schritt zu gehen – immerhin existierte Bremsspur seit 2007. Wir haben beschlossen das Thema zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch einmal aufzugreifen und haben somit erst einmal die Songs komponiert ohne zu wissen wo unsere Reise hingeht. Eigentlich ganz passend zu unserem Song „Wo geht die Reise hin“. Erst Ende 2016 sind wir dann auf den einstimmigen Beschluss gekommen mit einem neuem Projekt durchzustarten.

Bisher kamen mit „Glücklich sein“ und „Immer noch hier“ zwei Videos raus – wie gefällt euch die Arbeit vor der Kamera? Groovte es schnell, oder ist das Gefühl anfangs eher beklemmend?
Sehnsucht: Es ist natürlich eine Umstellung in eine Kamera anstatt in die Augen von Zuschauern zu blicken. Im ersten Moment fühlt sich das schon auch komisch an. „Live“ sind wir dennoch noch ein Stückchen „aktiver“ als in unseren Musikvideos, weil man live einfach eine Bühne und somit einen größeren Spielraum hat. Für die Videos „Glücklich sein“ und „immer noch hier“ groovte es dennoch ziemlich schnell. Das gute ist, das wir bereits mit unserem vorherigen Bandprojekt ein professionelles Video aufgenommen haben, und somit den Ablauf kannten. Auch sind wir privat sehr gut befreundet und unser Kameramann weiß wie man den Drehtag sehr angenehm und entspannt gestaltet. Teilweise ist das Arbeiten vor der Kamera sogar „einfacher“ als live, weil das Video ja mit der Studioaufnahme vertont wird und man nicht jeden Ton perfekt treffen muss. Ebenso hat man nicht wie live nur einen Durchgang, sondern kann nach Belieben viele Takes machen. Bei unserem Video „Immer noch hier“ und nun auch bei „Kellner bitte noch ein Bier“ arbeiten wir mit Schaustellern, welche ausschließlich Freunde von uns sind, was das Ganze noch lustiger macht und für unvergessliche Momente sorgt.

Wie liefen die ersten Konzerte unter neuem Namen? Ihr habt ja auch den Support für Kärbholz gemacht…
Sehnsucht: Es ist schon Wahnsinn gleich so durchstarten zu können und sich mit so großen Bands die Bühne teilen zu können. Kärbholz sind auch musikalische Vorbilder für uns. Das Konzert an sich lief super, die Menschen vor der Bühne sind mitgegangen, haben n ordentlichen Pogo veranstaltet und auch im Nachhinein haben wir einige Nachfragen zu einer CD gekriegt und Merch verkaufen können. So eine positive Rückmeldung zu kriegen tut uns natürlich auch gut, immerhin müssen wir uns erst eine neue Fanbase erarbeiten und waren vor dem Konzert natürlich besonders nervös .

Sehnsucht – Auf zu neuen Wegen

Anfang August gab es dann eine Show mit den Rogers und jetzt geht es schon bald mit Wilde Jungs auf die Bühne – was ist das für ein Gefühl?
Sehnsucht: Ich glaube, das ist noch gar nicht so richtig bei uns angekommen. Irgendwie noch total „unreal“. Wir sind auf jeden Fall mächtig stolz schon mit unserer 1. CD mit Sehnsucht eine Deutschlandtournee spielen zu können und das im Vorprogramm bei solch großen und guten Bands. Ich denke mit der Tournee und den Konzerten mit diesen Bands hat sich schon auch ein Traum für uns erfüllt.

Was können die Zuschauer erwarten?
Sehnsucht: Auf jeden Fall Power, Emotionen und eine Band die für die Musik lebt. Die Zuschauer können echte, handgemachte, ehrliche Musik erwarten. Dadurch, dass sowohl die Texte als auch die Instrumente ausschließlich von uns selbst geschrieben werden. Wir verarbeiten nur Themen, die uns oder auch unsere Freunde bzw. Familien beschäftigen. Dazu kommt noch, dass wir uns seit Jahren kennen und gute Freunde sind und uns nicht nach dem richten, was andere Bands machen. Leider muss man bei einigen Bands beobachten, dass sie nur noch aus zusammengewürfelten Musikern bestehen, die das spielen was ihnen das Management bzw. ein Songwriter vorgibt. Das ist bei uns nicht der Fall. Musikalisch decken wir ein sehr weites Spektrum ab, jeder Song ist anders und für sich einzigartig. Wir haben erstmals eine auch richtige Ballade, auf welche wir natürlich besonders stolz sind. Ansonsten haben wir von Harten verzerrten Metal Part,bis hin zum normalen Gitarrenriff und aufwendigen Solo und Leadgitarrensound versucht die Songs sehr abwechslungsreich zu gestalten.

Was sind euere weiteren Pläne?
Sehnsucht: Wir drehen heute noch ein Musikvideo, welches Ende September erscheinen wird. Ein weiteres Musikvideo wird zwischen November und Dezember veröffentlicht. Für 2018 haben wir ebenfalls noch drei weitere Musikvideos geplant – wir wollen unsere Musik zeigen und nicht verstecken. Ansonsten arbeiten wir bereits jetzt an neuem Material – dafür wollen wir uns aber genügend Zeit lassen und da ist so schnell nichts geplant. Generell wollen wir 2018 anknüpfen an das was wir gerade machen: Mit größeren Bands durch Deutschland touren, unsere Musik zu präsentieren, unsere Fanbase zu erweitern und uns für Festivals zu empfehlen.

Danke, die letzten Worte gehören natürlich euch!
Sehnsucht: Wir hoffen natürlich weiterhin Menschen mit unserer Musik zu erreichen. Das nicht aus dem Grund, möglichst viele CD´s oder Merch zu verkaufen, sondern aus dem Grund, aus dem Musik gemacht wird: Menschen etwas mitzuteilen und natürlich auch geschehenes zu verarbeiten. Dazu passend unser Albumtitel „Schicksalsreise“. Wir hoffen man sieht sich bald auf einem unserer Konzerte, bis dahin.

Interview von Florian im September 2017

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Florian Puschke



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