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Interviews

Veröffentlicht am: Februar 5th, 2019 | durch Florian Puschke

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„Our Path Is One“: The Clinch im Interview

Mit „Our Path Is One“ haben The Clinch ihr erstes Album veröffentlicht. Wir haben uns mit der Band über die Songs, die Band und Australien unterhalten!

Hey, wobei erwischen wir euch gerade?
The Clinch: Sehr beschäftigt. Wir haben unser nächstes Album gerade bis zur Häfte fertig geschrieben und haben einen zweiten Gitarristen aufgenommen, somit sind wir jetzt zu fünft. Wir spielen konstant in unserer Heimatstadt Melbourne, gegen Ende des Jahres auch in anderen australischen Städten. Bei unserer nächsten Show supporten wir die Cockney Rejects hier in Melbourne – toll, dass so eine großartige Band hier her kommt!

Bitte stellt euch den Lesern des Tough Magazines kurz vor.
The Clinch: Ich denke für das Tough Magazine sollten wir über unsere Liebe zum männlichen Kampf aussprechen. Luke an der Gitarre arbeitet für einen Abtransporter und hat gerade seinen eigenen Truck bekommen, verbringt seine Freizeit mit Boxen. Sammy lehrt Wing Chun und hat gerade eine Bauarbeiter-Lehre begonnen. Er hat einen Metal-Hintergrund und wir mussten ihn davon abhalten, jeden Song mit Double-Bass zu spielen. Ich (Steve am Gesang) stamme aus einer Stadt mit rauen Verhältnissen im Land Victoria und habe Jiu Jitsu und Taekwondo trainiert, aber auf Grund von Verletzungen boxe ich heute nur noch. Brendan am Bass ist der Vater der Band, hat also kaum Zeit für irgendwas. Und Andy, unser neuer Gitarrist kämpft nicht, kann aber grundsätzlich jedes Intrument spielen und singt besser als jeder andere von uns.

Wir habt ihr euch kennengelernt und wie habt ihr den Weg zur Musik gefunden?
The Clinch: Wir kennen uns seit Ewigkeiten durch die Musik. Luke und ich (Steve) kennen uns, seitdem wir Teenager sind – wir haben immer Ärger gemacht. Andy und Luke haben früher zusammen gearbeitet, das ist deren Verbindung. Sammy und Brendan sind zusammen aufgewachsen. Ich denke, wenn man jung ist, sind Rebellion und Energie der große Reiz; aber dann wird die Musik zur Inspiration und Stärke. Und durch die Musik sprechen wir nunmal alle dieselbe Sprache.

Euer Debüt-Album „Our Path Is One“ ist seit Februar 2019 erhältlich – wie waren die Arbeiten im Studio?
The Clinch: Wir haben im Toyland Studio hier in Melbourne mit Adam Calaitzis aufgenommen, der zuvor Bands wie Marching Orders, Bulldog Spirit, Bastard Squad und Mindsnare produziert hat. Wir hatten die Songs mehr oder weniger fertig geschrieben, also hatten wir fast alles an einem Wochenende fertig, bis auf ein paar Kleinigkeiten, die wir an einem anderen Tag gemacht haben. Luke und ich waren die ganze Nacht vor den Aufnahmen wach, es war also eine Überlebensübung mit einer Mischung aus Kaffee und Konter-Bier. Adam ist absolut professionell, so dass er uns motiviert und konzentriert hielt. Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Was sind eure Einflüsse beim Schreiben der Texte?
The Clinch: Die meisten Texte stammen von mir (Steve) und Brendan. Alle meine Songs sind positiv und ermutigend und bei Brendan geht es um Leute, deren Leben ruiniert sind. Es ist also ein Mix. Einige Songs sind existenziell, aber meistens konzentrieren sie sich auf das, was im Leben von Bedeutung ist und versuchen, im Alltag nicht zermalmt zu werden. Es soll alles relativ sein, wir wollen keine Märtyrer oder Beschwerdeführer sein. Einfach weiter kämpfen!

Neben dem „normalen“ Release werden die Songs auch auf Kassette veröffentlicht, wie kam es denn zu der Idee?
The Clinch: Aus irgendeinem Grund sammelt Brendan Kassetten. Der Rest von uns ist auch etwas verwirrt, aber er hat uns versichert, dass es auch andere Menschen wie ihn gibt. Wir haben einige in Australien gepresst und die sind auch verkauft worden. Dann kam Oi! The Nische auf uns zu und hat uns angeboten, auch welche in Deutschland zu verkaufen. Das war Brendans Traum, also haben wir die Chance genutzt. Die Nische macht Spaß und wir denken, die Kassette ist ausverkauft, weßhalb Brendan immer noch wild ist.

Drei verschiedene Vinyl-Farben – habt ihr eine spezielle Verbindung zur Schallplatte?
The Clinch: Unser Gitarrist Like hat einer der besten Punk,- und Oi!-Sammlungen in Melbouren. Wir sind sehr froh, dass das Album auf LP gepresst wird, aber für ihn hat es eine ganz besondere Bedeutung. Nichts schlägt schwarzes Vinyl, aber es ist toll, dass man mehrere Möglichkeiten der Auswahl hat. Sunny Bastards waren so toll und haben das verwirklicht.

Wann können wir euch live in Europa sehen? 2019?
The Clinch: Das ist der Plan, wir hoffen, dass es zum Ende des Jahres klappt. Es ist ein unglaublich langer Flug, wir hoffen, dass einige Menschen kommen werden!

Wie sieht die Oi!-Szene in Melbourne aus?
The Clinch: Es gibt da einige klasse Bands, die man abchecken sollte. No Class sind zur Zeit das Non-Plus-Ultra in Melbourne mit ihrem Debüt „Painted in a Corner“ – sie mussten sich einige Zeit nehmen, nach dem tragischen Verlust des Bass-Spielers. Wir lieben es mit alten Legenden zu spielen, wie Bulldog Spirit oder Slick 46. Aber es kommen auch viele neue Bands (wie wir) mit uns, wie Rogues, Violent Demise, The Opposition oder Bloody Minded aus Melbourne. Aber auch Stoush, The Knockbacks oder Black Rats aus dem etwas höheren Norden.

Was bedeuten euch folgende Wörter?
Familie:
The Clinch: In dem modernen Leben bricht die Familie und der Zusammenhalt manchmal zusammen. Meine Familie (Steve) lebt auf der ganze Welt verteilt, einige in London oder irgendwo in Australien. Es ist immer eine große Aufgabe, sich Zeit für die Familie zu nehmen und nicht einfach immer nur im Alltag oder anderen Ablenkungen hängen zu bleiben. Da liegt so viel Wert drin.

Ich sehe mich immer mehr wie mein Vater. Es ist sehr interessant, seine guten Qualitäten in mir zu sehen, aber manchmal sehe ich eben auch, wie ich in seinen negativen Mustern handel. Hoffentlich kann eine Außenansicht von ihm mir helfen, diese Dinge in mir zu sehen.

Mein Großvater hat im zweiten Weltkrieg als Fallschirmjäger gekämpft, hatte viel aktiven Kampf – das ist die Grundlage zu unserem Song „A New Land“. Er war ein sehr starker Mann, litt aber im Alter an Demenz und am Wiedererleben der Kriegszeiten. Er hat mich sehr beeinflusst, ich vermisse ihn sehr. Meine Eltern werden älter und auch die Generation wird vergehen und dann wir…so wie die meisten Dinge im Leben. Man muss an Beziehungen arbeiten und Probleme überwinden. Und ein Gefühl für Sympathie und Nähe bekommen.

Freunde:
The Clinch: Freunde heißt, ein ganzes Pub voll mit „Buddys“, Geschichten erzählen, gegenseitig helfen und den ganzen Stress hinter einem lassen. Zu einfach!

Das Ende der Welt:
The Clinch: Das Leben ist temporär, also müssen wir so viel machen, wie wir können. Und wenn wir erkennen, wie kurz das Leben ist, bekommen wir auch ein Gefühl dafür, wie wertvoll es ist. Wir müssen nicht an unseren Ängsten festhalten oder uns hassen – einfach das Beste draus machen.

Ich denke, es gibt Dinge in uns, die von Zerstörung und Dunkelheit angezogen werden und hier ist Veränderung notwendig. Unser Leben wird ohnehin enden, wir müssen einfach das Beste aus der Zeit machen.

Känguruh:
The Clinch: Im Grunde ein riesiges Nagetier, aber wirklich lecker und gutes Magerfleisch. Alles in diesem Land will dich töten – Känguruhs sind keine Ausnahme. Wenn du einem großen Roten begegnest, welches böse ist – ganz ruhig bleiben.

Tough Magazine:
The Clinch: Das tougheste Magazin auf dem Planeten – müssen wir mehr sagen? Aber im Ernst, es sind die Menschen im Hintergrund, wie beim Tough Magazine, die toll sind. Die Menschen, die Reviews schreiben, Show veranstalten, Shirts drucken, Poster designen, Fotos machen und was noch alles wichtig ist für eine Band. Wir lieben es, ein Teil davon zu sein, wo man sich gegenseitig hilft.

Danke für die Zeit, die letzten Worte gehören euch!
The Clinch: Danke für die Fragen. Wir hoffen, dass vielen Menschen unser Album gefällt und wir weiter machen können mit dem, was uns Spaß macht und einige Shows spielen. 2019 startet mit einem Knall und mit etwas Glück wird es ein großes Jahr!

Interview von Florian im Februar


ENGLISH VERSION

Hey there, where do we catch you right now?
Pretty busy! We are currently half way through writing our next album and just picked up a second guitarist to make us a five piece. We play constantly in our hometown Melbourne, with other Australian cities and international travel towards the end of the year. Our next show is supporting Cockney Rejects here in Melbourne, which is great to have a band of that calibre coming all the way down under.

Please introduce yourself to the readers from Tough Magazine!
I suppose for Tough Magazine we should probably talk about our love of manly combat! Luke on guitar works as a removalist and just got his own truck, spends his spare time boxing. Sammy on the cans teaches Wing Chun and just started a builders apprenticeship. He comes from a metal background so we have to stop him adding double-kick to every song. I (Steve on vocals) am from a rough-as-guts town in country Victoria and trained and competed a fair bit in Jiu Jitsu and Taekwondo, but due to injuries nowadays just train boxing. Brendan on bass is the token dad in the band so barely has time for anything, and Andy our new Irish guitarist doesn’t fight but can basically play any instrument and now sings better than any of us.

How did you meet each other and how did you find the way to the music?
We’ve all known each other for ages through music. Luke and I knew each other from when we were snotty-nosed teenagers, and we’ve all been making trouble together for ages. Andy and Luke used to work together, so that’s the link there. Sammy and Brendan grew up together. I guess when you are young the rebellion and energy is the great appeal, but then the music becomes inspiration and strength, and it’s one of those rare things where through music we speak the same language.

Your debut-album „Our Path Is One“ is available in February 2019 – how were the work in the studio?
We recorded at Toyland Studio here in Melbourne with Adam Calaitzis, who previously recorded bands like Marching Orders, Bulldog Spirit, Bastard Squad and Mindsnare. We more or less had the songs all written and ready to go, so almost finished it over a weekend, with just some final touches on another day. Me and Luke ended staying up all night right before recording, so it was partially an exercise in survival with a mix of coffee and hair-of-the-dog! Adam is the real deal and absolute professional though so he kept us focused and motivated. We’re pretty happy with the result!

What influences you when you are writing the texts?
Most of the lyrics come from me and Brendan. All of my songs are positive and encouraging, and all of Brendan’s are about people he knows whose lives are ruined, so it’s a bit of a mixed bag. Some of the songs are a bit existential, but mostly it’s focusing on what’s meaningful and important in life, and trying not to get crushed in the day-to-day grind. It’s all meant to be relatable, and we don’t want to be martyrs or complainers. Just gotta keep fighting!

In addition to the „normal“ releases, the songs are also on tape – how did the idea come about?
For some reason Brendan collects tapes. The rest of us are also a bit confused by this but he assured us that there are other people like him. We pressed some in Australia and sure enough people bought them. Then Oi! The Nische came to us wanting to do a cassette run in Germany. This was pretty much Brendan’s dream so we jumped at the chance. The Nische are great fun and I think the tape sold out which Brendan is still pretty wild about!

Three different colors on the vinyl-record – do you have a special connection to vinyls?
Our guitarist Luke has one of the best punk and Oi! vinyl collections in Melbourne. We are all really happy to see the record pressed but it definitely holds a special significance for him. Nothing beats black vinyl, but it’s nice to have options and the individually coloured vinyl gets some great patterns. Sunny Bastards have been so great bringing it to life.

The road led you to Sunny Bastards – how did that happen?
Australia really doesn’t have the scene like Europe, so it’s natural for bands here to look to European labels. We knew Sunny Bastards are a great label with a growing roster of bands and really good releases. It was actually Mark from Sounds of the Street who suggested we get in contact them though as he thought they might be a good fit. We have been blown away by how much they have gotten behind the album and are really happy to be part of the Sunny Bastards family. It’s been a great experience so far and we’re hoping we can work together on future releases.

When can we see you live in europe? 2019?
That’s the plan, hoping to visit towards the end of the year. It’s a bloody long flight so hopefully a few people show up if we do!

What does the Oi!-Scene in Melbourne look like?
There’s some excellent bands to check out here. No Class are still the best game in town at the moment off the back of their debut Painted In A Corner, although they have had to take some time off after tragically losing their bass player. We love getting to play with old legends like Bulldog Spirit and Slick 46 but there are also so many new bands coming through with us.  Check out Rogues, Violent Demise, The Opposition and Bloody Minded in Melbourne, but also Stoush, The Knockbacks and Black Rats from further north. Although the scene is relatively small here, we produce a lot of good bands, and there are heaps of awesome venues.  We often have crossover gigs with hardcore and other punk bands which is always a bit of fun.

What do the following words mean to you?
a.Family
In modern life family and community is broken down in some ways. My family is split around the world, some in London or in country Australia. It’s always a big effort to make time for your whole family and not just get caught in the daily grind or other distractions, but there can be so much value in it.

As I get older, I see myself acting more and more like my Dad. It’s interesting to recognise his good qualities in me, but also sometimes I notice myself acting in his negative patterns. Hopefully having an external view of him can help me to see those things in me.

Related to the album – my grandfather fought in WW2 as a paratrooper and had a lot of active combat, and is the basis of our song A New Land. He was a very strong man but suffered a lot in his old age due to dementia and re-living wartime over and over with great remorse. It was pretty rough. He was a very big influence on me, and I miss him very much. My parents now are getting on in the years, and soon that generation will pass and then us, so like most things in life, you need to work on the relationship and get over your issues, and hopefully get some feeling of sympathy and closeness.

b.Friends
Friends means a pub full of mates, telling stories, helping each other out and just leaving all the stress of everything else behind. Too easy!

c.End of the World
Life is very temporary, so we just have to make the most of what we have. Hopefully by realising how short life is we can find some appreciation for it, and not hold on to our fears or hate to make the most of it.

I think within us are parts that are attracted to destruction and darkness, and this is necessary for change – you know the saying that progress happens ‘one funeral at a time’ – but can also be indulgent and excessive. In terms of the world, our lives will end anyway, so as an individual it’s basically the same. Just have to do our best.

d.Kangaroo
Basically a giant rodent but really tasty and good lean meat! Everything in this country wants to kill you – kangaroo is no exception. If you come across a big red whose angry, best steer clear.

e.Tough Magazine
Toughest magazine on the planet – need we say more?!

In all seriousness it’s the people behind things like Tough Magazine that make it fun for us. The people who write reviews, publicise shows, print shirts, design posters, take photos and whatnot are as important as any band. We love being part of that community who help each other out.

Thanks for the time – the last words belongs to you!
Cheers for the questions! We just hope people like the album so we can keep doing our thing and hopefully come play some shows. 2019 is starting with a bang so with a bit of luck it will be a big year!

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Florian Puschke



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