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Interviews

Veröffentlicht am: Mai 24th, 2018 | durch Florian Puschke

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Montreal: Bassist Hirsch im „Schackilacki“-Interview

Am 20.04.2018 besuchten Montreal den kleinen Club der Garage in Saarbrücken. Im Vorfeld durften wir vom Tough Magazine, dem gut gelaunten Hirsch einige Fragen zu Saarbrücken, zur Band, und zu Konzerten stellen. Das mitgebrachte TOUGH MAGAZINE-Bier ist, wie es sich vor dem Auftritt gehört, im Kühlschrank verschwunden.

15 Jahre Montreal, Mit Schackilacki die sechste CD am Start. Und ständig auf Tour. Trotzdem. Was ist heute besonderes am Auftritt in Saarbrücken?
Hirsch: Es ist super Wetter. Hatten wir dieses Jahr noch überhaupt gar nicht. Wir sind zudem sehr gerne hier. Wir waren schon mit der Bloodhoud Gang hier. Auch mit Royal Republic. Zudem haben wir sehr gute Erinnerungen an den Laden und an die Straßen drum herum. Und vor allem ist in Saarbrücken immer strahlender Sonnenschein. Deshalb kommen wir unter anderem sehr gerne hier her.

In 15 Jahren Montreal. Was hat sich geändert? Was ist gleichgeblieben?
Hirsch: Vor allem die Fahrzeugflotte ist gleichgeblieben. Erstaunlich konstant. Wir sind nun seit 10 Jahren in demselben alten Rumpelbuss unterwegs. Ansonsten sind wir noch in der Ursprungsbesetzung. Und geändert hat sich, dass es immer ein bisschen mehr Publikum gekommen ist. Und die Platten sind besser geworden. Es gab zwar keinen riesen Sprung aber kleine Trippelschrittchen nach vorne.

Statt plumper Reime, gibt es bei euch häufig Wortspiele zu hören. (Beispiel „Der Käse liegt im Kühlfach, genauso wie Paris an der Seine“) Was ist euer liebstes Montreal – Wortspiel?
Hirsch: Ich habe die jetzt gar nicht alle so im Kopf. Aber Texte wie „Maurer“ oder „Faule Haut“ – ja da freut man sich schon, wenn man diese fertig hat.

Montreal – Kino

Zu Max Power: 0179/9697437, die Nummer. Gibt es die noch? Wer ruft da noch an?
Hirsch: Ich befürchte, die Nummer gibt es nicht mehr. Das ist ne Nummer von 2003 und das war ne Prepaid Karte. Vielleicht ist die aber auch wieder vergeben nach all den Jahren. Da haben damals sehr viele Leute angerufen und Max Power hat sich gefreut. Tag und Nacht.

Wie kam es zum eigenen Label? Amigo Records?
Hirsch: Wir waren vorher, für drei Alben, bei einem anderen Label und habend da gut aufgepasst. Irgendwann waren wir soweit, dass wir alles selber machen konnten und auch selber entscheiden wollten. Bei der ersten Platte hätten wir es sicherlich noch nicht gekonnt aber bei der vierten waren wir soweit. Ein Labelwechsel hätte wenig Sinn gemacht, denn eigentlich können wir das selber.

Im Gegensatz zu anderen Bands (Frontman / Band) steht ihr zu dritt (gleichberechtigt) bei Montreal. Erklärt uns: Wie funktioniert das der Montrealsche Dreier (das Montrealsche Trio)?
Hirsch: Eigentlich haben wir schon einen Frontmann oder besser gesagt einen Backmann. Max Power hält den Laden hinten zusammen und wir versuchen vorne nicht all zu viel kaputt zu machen. Das Ganze lebt schon und das ist Jonas und mir durchaus bewusst, von Max Power. An dem Tag, an dem sich Max Power zurückzieht und Privatier wird, da haben wir ein Problem. Da werden wir uns ganz schön umkucken. Andersrum könnte er uns jederzeit durch irgendwelche anderen Dödel ersetzen. Das dürfte kein Problem sein.

Tough Tipp: CD-Review „Montreal – Schackilacki“

Die drei M-Striche im Montreal Logo. So was ähnliches hat jemand anderes bei euch geklaut. Drei Punkte auf einem a. Daher meine Frage: wie viel ämazon steckt in Montreal?
Hirsch: Das Ganze was sich unsere Grafiker gedacht haben, haben sich wahrscheinlich die Grafiker bei dem anderen Verein auch gedacht. Vielleicht weil das dort auch drei Personen sind. Keine Ahnung. Wahrscheinlich sind es dort tatsächlich auch drei Personen.

Welche Bands sind eure Vorbilder und mit welchen Bands werdet ihr häufig verglichen?
Hirsch: Verglichen werden wir, klar, mit den Ärzten. Weil wir auch drei Leute sind und nicht bierernst sind. Dann auch noch WIZO und auch Sondaschule. So viele deutschsprachige Punkbands, die sowas machen wie wir gibt es am Ende des Tages dann ja nicht. Der andere Entwurf ist eher die fünfköpfige Variante, die eher bierseligere Garde. Da gehören wir dann weniger dazu. Wir sind da doch eher im Umfeld Ärzte, WIZO etc.

„Alles auf Schwarz“, „Die schönste Sprache der Welt“ und dann „Montreal“. Euer drittes (selbstbetiteltes) Album war ein wenig anders als die Vorherigen. Wie beurteilt ihr heute euren Drittling?
Hirsch: Ja, „Montreal“, unser drittes Album. Das schwierige Album. Auf jeden Fall ist es die Platte, die uns am wenigsten Spaß gemacht hat, aufzunehmen. Es ist sicherlich die Platte, die wir heute als die schlechteste Platte der Montreal-Geschichte beschreiben. Klar da sind auch Lieder wie „Endlich wieder Discozeit drauf“ drauf, aber auch viele Songs, die wir live noch nie gespielt haben. Es war wirklich die schwierigste Platte. Darum haben wir uns damals aber auch vom Label getrennt. Danach haben wir die für uns wichtigste Platte, „Malen nach Zahlen“, herausgebracht. „Malen nach Zahlen“ ist übrigens die Platte, die genau 30 Minuten und 3 Sekunden lang ist. Wir setzen uns ja immer so den Maßstab, das eine Platte mindestens eine halbe Stunde lang sein soll. Als Jonas und ich beim Mastern saßen, haben wir sogar die Platte noch etwa ausklingen lassen und ein Geräusch dazu gemacht, das wir ein wenig länger als 30 Minuten sind.

700 Konzerte in 18 Ländern, unter anderem mit der Bloodhound Gang, Madsen, Slime, Royal Republic. Was war das beste Konzert als Vorgruppe?
Hirsch: Ui. Das vermischt alles ein wenig im Erinnerungsbrei. Sicherlich mit Madsen. Aber auch mit der Bloodhound Gang. Das ging über mehrere Jahre von 2006 bis 2009. Das war für uns das erste Mal, das wir richtig vor Leuten spielen konnten. Das hat uns auf jeden Fall sehr viel gebracht. Aber auch mit Slime war das gut. Aber das Publikum ist dort aber stark auf Slime fixiert. Auf jeden Fall sind es gute und herzliche Kollegen. Ich habe mich immer sehr gut mit denen verstanden.

Klassenfahrt der Sitzenbleiber 2018 – Trailer

Die Klassenfahrt mit der Terrorgruppe steht an. Warum nur so wenig Termine? Wird da vielleicht noch eine größere Tour draus?
Hirsch: Nun, mehrere Termine wird schwierig. Die Terrorgruppe hat viele Städte gespielt, wir haben eine große Tour hinter uns. Da bleiben einfach nicht so viel Städte übrig. Es war schon relativ schwer, Städte zu finden, in denen wir noch nicht waren. So haben wir erstmal die vier Städte ausgewählt. Wir sind uns aber auch relativ sicher, dass wir nach den vier Terminen an unsere körperlichen Grenzen stoßen. Und dann wäre es verantwortungslos, wenn man noch weitere Termine hinzufügen würde.

“I whish Max Power rule the World”. So heißt es im Song Max Power. Wieviel Duracell steckt denn in Max Power?
Hirsch: Erschreckend viel. Das ist ein Mensch, wo ich mich frage, wo nimmt er seine ganze Energie her. Immer am Machen. Immer am Wuseln. Aber davon lassen wir als Band uns auch anstecken. Das ist schon gut so.

Nach dem Album ist vor dem Album. Gilt das auch für euch? Habt ihr schon was Neues geplant? Vielleicht mal eine Live CD?
Hirsch: Nein, eine Live-CD ist vorerst nicht geplant. Sicher werden wir ein neues Album machen. 2019 oder 2020 weiß ich nicht. Sicher ist aber, dass wir dieses Jahr schon anfangen werden, daran zu arbeiten.

Montreal – Osnabrück

Kleine Clubs oder großes Festival? Was ist mehr MONTREAL?
Hirsch: Mehr Montreal ist der kleine Club. Festivals sind bei uns ja eher frühere Spielzeiten. Das ist zwar auch schön aber heimisch fühlen wir uns schon eher im Club.

Was fällt euch zu folgenden Wörtern ein?
Kanada:
Hirsch: Waren wir zu dritt. 2011 auf einer wunderschönen Reise. Haben dort auch Montreal besucht. Wunderschönes Land. Kann man gerne machen.

Itchy ohne Poopzkid:
Hirsch: Gute Entscheidung, Klasse Entscheidung. Habe ich schon seit Jahren gesagt. Aber auf mich hört ja nie einer.

CDs und MP3s:
Hirsch: Wird man n 10 Jahren wahrscheinlich nicht mehr kennen. Mp3 wird sicher irgendwann durch ein anderes Format ersetzt.

Tough Magazine:
Hirsch: Super. Finde ich gut und haben leckeres Bier. Hoffentlich… Werde ich auf jeden Fall nachher mal verkosten.

Lieber Hirsch, Vielen Dank für das nette Interview. Die letzten Worte gehören dir.
Hirsch: Danke euch! Leute, schaut vorbei im Internet. Unter www.montrealmusic.de. Sicher werden wir aber wieder nach Saarbrücken oder nach Trier kommen.

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