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Interviews

Veröffentlicht am: März 28th, 2019 | durch Florian Puschke

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„Meinungsmonument“: F.R.I.D.A. im Interview

Mit „Meinungsmonument“ erscheint das Debütalbum der Punk/Hardcore-Band F.R.I.D.A.. Wir haben uns mit der Band über die Songs, den Bandnamen und weitere spannende Themen unterhalten!

Moin Moin! Wo erwischen wir euch gerade?
Micha: Beim Abendessen.
Toni: Beim Rumtippen auf einem elektronischen Endgerät.

F.R.I.D.A. – ein Bandname, bei dem man im ersten Augenblick nicht so genau weißt, was man damit anfangen soll. Für alle, die es nicht wissen sollten, wie kam der Name zustande und wie geht es der kleinen Frida?
Micha: Das ist im Grunde ganz einfach. Wir haben uns nach meiner Tochter Frida benannt, die im gleichen Monat bzw. im gleichen Jahr (Januar 2015) geboren wurde, in dem auch die Bandgründung stattfand. Es war damals so, wie es fast jede Band kennt, wir haben einen Namen gesucht und wurden uns einfach nicht einig. Irgendwann hatte ich die Idee, dass wir uns nach meiner Tochter benennen, aber Punkte zwischen die einzelnen Buchstaben setzen, um zu suggerieren, dass es sich bei dem Namen um eine Abkürzung handelt. Somit sorgen wir gleich in zweierlei Hinsicht für Verunsicherung. Erstens, die Leute rätseln was die Abkürzung bedeuten könnte, und zweitens, der Name klingt so gar nicht nach Punk oder Hardcore. Der Kleinen Frida geht es übrigens ausgezeichnet!
Toni: Als ick den Bandnamen gelesen habe,dachte ick, ick bin in einer wunderschönen Frauen-Combo gelandet. Naja, war halt knapp daneben. (lacht) Micha seiner kleinen Frida geht es super soweit, denn sie hat ja nun 5 Power Rangers an Ihrer Seite.

Somit wachsen Töchterlein und Band zusammen, werden gemeinsam groß und sammeln quasi parallel ihre unterschiedlichen Erfahrungen…dann kann man ja den 15.Geburtstag auch zusammen feiern?
Micha: Das wäre toll und sollte das oberste Ziel sein!
Toni: Das wäre natürlich der beste B-Day , den wir uns vorstellen könnten.

Mit „Meinungsmonument“ erscheint jetzt euer Debüt-Album. Wo habt ihr die Songs aufgenommen und wie liefen die Arbeiten im Studio?
Micha: Die Aufnahmen erstreckten sich über einen Zeitraum von 2 Jahren, in 2 verschiedenen Studios. Wir haben im September 2015 die ersten 9 Songs im „Hidden Planet Studio“ bei Jan Oberg aufgenommen. Aber nur instrumental, ohne Gesang. Das lag daran, dass ich neben dem Gitarrespielen ursprünglich auch den Hauptgesang übernehmen wollte. Damit wurde ich aber nicht richtig warm, weshalb wir Anfang 2016 einen Sänger gesucht haben. Diesen haben wir in Toni gefunden, und dann entstanden auch endlich die ersten Texte und es wurde ausgiebig am Gesang gearbeitet. Im Sommer 2016 haben wir dann den Gesang zu den ersten 9 Songs bei Tonis Kollegen Strucki im „48 Records Studio“ aufgenommen. Ein paar Monate später, im März 2017 , waren wir nochmal bei Jan um 3 weitere Stücke instrumental aufzunehmen. Im Juli desselben Jahres ging es dann zu Strucki , um die restlichen Gesänge einzubrüllen. Gemischt und gemastert wurde dann wieder bei Jan im „Hidden Planet“. Dieses Hin und Her hatte verschiedene Gründe, die jetzt hier aber nicht wirklich erwähnenswert sind. Es war für uns so am einfachsten.

F.R.I.D.A. – Komm mit uns

Das Werk erscheint bei Core Tex-Records, die ja auch in Berlin ansässig sind. Wie setzt sich das zusammen?
Micha: Im Endeffekt hat Toni das ganze Label-Ding eingetütet, aber ich kenne David und Coretex auch schon etliche Jahre. Das bleibt einfach nicht aus, wenn man sich als aktiver Musiker in der Berliner Punkrockszene rumtreibt.
Toni: Die Drummer-Sänger-Fraktion hat ganz genau 30 Minuten zusammen gesessen , um das mit David von Core-Tex klar zu machen. Danach wird’s erinnerungstechnisch ganz finster , wat so manch alkoholischem Getränk geschuldet sein könnte.

Es soll vielleicht auch eine Vinyl-Variante geben – gibt es da schon nähere Infos und wovon macht ihr das abhängig? Sammelt ihr selber Platten? Wenn ja, was sind die größten Schätze im Regal?
Micha: Das ist in Planung, aber kann noch dauern. Leider ist das auch eine Geldfrage, aber ich bin sicher, dass Vinyl irgendwann noch nachgereicht wird. Ich persönlich sammle keine Platten mehr. Ich habe aber noch ein paar kultige Deutschpunk-Scheiben zu Hause, z.B. die Schleimkeim-Scheibe „Abfallprodukte der Gesellschaft“ oder diverse Bad Religion-Scheiben, die ich Anfang der Neunziger erworben habe. Ich weiß gar nicht genau, wo ich die Platten gelagert habe, aber die Dinger sollten mittlerweile schon recht wertvoll sein.
Toni: Wie Micha schon sagte, ist eine Vinylscheibe nicht ganz günstig. Wertvoll sind für mich alle LPs die ich besitze. Besonders cool find ich aber die LP von The Kinks und von Der König der Löwen(lacht) , die ich mein Eigen nenne.

Was hat euch beim Schreiben der Texte beeinflusst? Ihr teilt ja doch ordentlich aus…
Micha: Das kann dir Toni am besten erklären!
Toni: Wenn die Feder erst mal in Wallung gerät , gibt es kein Halten mehr^^ Und wenn man sieht , was hier momentan alles so für Scheiße abgeht , so denke ich ist ne Portion gesunde Gesellschaftskritik mehr als gut angebracht. Hoffen wir einfach , dass die Welt friedlicher wird und weiter zusammenwächst , so dass uns so manche Idiotie in der Zukunft erspart bleibt.

F.R.I.D.A. – Niemandskind

Das Wort „Meinungsmonument“ stammt aus dem Song „Antiheld“ – warum habt ihr das Album nicht so wie den Song genannt?
Micha: Soweit ich mich erinnere, stand „Antiheld“ als Albumtitel auch im Raum, aber wir haben uns dann für „Meinungsmonument“ entschieden. „Antiheld“ gab/gibt es einfach schon zu oft als Albumtitel bzw. Slogan. Meinungsmonument hingegen ist einzigartig, das Wort gibt es meines Erachtens bis jetzt auch noch gar nicht.
Toni: Da Meinungsmonument einfach das Wort des Jahres ist^^

Gerade in Songs wie „Apathie“, „Justizia“ oder auch „Antiheld“ macht ihr deutlich, was euch aufregt – was läuft gerade so richtig verkehrt und was kann man daran ändern? Fängt es vielleicht schon bei der Erziehung der Kinder an?
Micha: Mit Sicherheit. Sozialisierung und Erziehung ist das A und O bei der (positiven) Entwicklung eines Menschen.
Toni: Nun, ich denke, da sprechen die Songtexte sehr gut für sich. Ich persönlich hoffe , dass der Populismus , der hier gerade durch die Lande zieht , nicht noch tiefere Risse in der Gesellschaft und den Menschen hinterläßt, von denen eh schon  genug vorhanden sind und die es ganz klar zu bekämpfen gilt.

Ihr habt beim Opener „Graue Vögel“ mit Schulle (Toxpack) einen Gastsänger an Bord. Wie kam es zur Zusammenarbeit?
Micha: Ich kenne Schulle noch aus Bierpatrioten-Zeiten. Also insgesamt jetzt wohl an die 20 Jahre. Bei dem Song „Graue Vögel“ hatten wir das Gefühl, dass dort ein Gastgesangspart passen könnte. Nach kurzer Überlegung , wer denn dafür wohl in Frage käme, sind wir ziemlich schnell auf Schulle gekommen. Ich habe ihn also gefragt und er hat direkt JA gesagt. Die Gesangs-Aufnahmen hat er dann in seiner Wahlheimat Meck-Pomm, bei dem Gumbles-Gitarristen Ronny im Studio gemacht und uns danach zugeschickt! Das war insgesamt alles ganz unkompliziert!
Toni: Es wurde das sogenannte Notsignal gen Himmel gesandt und Schulle folgte dem Ruf.

„F.U.C.K.“ ist der einzige Song, den ihr auf englisch singt. Wie hat sich das ergeben?
Toni: Man nehme ein nettes Tonstudio, einen unfertigen Text, (10%),  gebe einen sympathischen Bassisten hinzu, verührt das Ganze und bekommt die musikalische Bombe die man benötigt.

F.R.I.D.A. – Record Release Parts 03.05.2019

Welche Musik/welche Alben laufen zur Zeit bei euch privat?
Micha: Leatherface, Rise Against, Bad Religion
Toni: Maximum The Hormone – Buiikikaesu, Deserted Fear – Drowned by Humanity, Die Apokalyptischen Reiter- Der Rote Reiter

Bitte vervollständigt die folgenden Sätze.
F.R.I.D.A. spielen im Vorprogramm von Toxpack, wenn…
Micha: …Schulle wieder Bier trinkt
Toni: …wenn Micha nicht sowas über Schulle schreibt(lacht)

Es ist geil, ein Antiheld zu sein, weil…
Micha: …man dann frei ist.
Toni: …Pro – Helden zu viel rumballern in der Welt.

Man muss jeden Tag genießen, ausnutzen und so gestalten, wie man es möchte, weil…
Micha: …es sonst regnet
Toni: …man Nachts doch öfters schläft.

Berlin ist die geilste Stadt, weil…
Micha: …du das sagst.
Toni: …weil ihr Strausberg nicht kennt.

Was bedeuten euch folgende Wörter?
Familie
Micha: Liebe!
Toni: Liebe x2

Kinder
Micha: Noch mehr Liebe!
Toni: Ich habe eine Voodoo-Puppe, zählt das auch?

Empathie
Micha: Sollte jeder haben!
Toni: Gibt’s nicht im Sonderangebot bei Aldi

DIY
Micha: Ist ganz schön anstrengend, aber lohnt sich.
Toni: Sage Ich zu meinem Roboter auch immer.

Punkrock
Micha: Schon 29 Jahre lang!
Toni: Kuschelt zukünftig gerne öfter mal mit Metal und Hardcore. Freie Liebe für Alle !!!

F.R.I.D.A. 2030
Micha: 15 Jahre und kein bisschen Weiser.
Toni: Rollstuhl + Thrombosestrümpfe

Tough Magazine
Micha: Fetzt!
Toni: Ist ein tolles Magazin und die Redakteure erst!!!

Interview von Florian im März 2019

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Florian Puschke



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