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Interviews

Veröffentlicht am: Oktober 21st, 2018 | durch Florian Puschke

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„Land Of The Overdose“: TV Smith im Interview

Mit „Land Of The Overdose“ haben TV Smith ihr neues Album auf den Markt gebracht. Wir hatten die Möglichkeit, uns mit Frontmann Tim Smith in Wiesbaden vor dem Konzert über viele Themen zu unterhalten!

Hey Tim. Erst einmal vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für dieses Interview. TV wieder in Deutschland auf Tour. Was kann Wiesbaden heute von dir erwarten und was erwartest du von Wiesbaden?
Tim: Ich hoffe, es wird “alles wie immer” in Wiesbaden – ich habe dort ja schon oft gespielt und es war immer toll.

Du bist oft in Deutschland unterwegs. Was ist das Besondere hier zu spielen und worin unterscheiden sich die deutschen Fans von den englischen Fans?
Tim: Eigentlich, vor Jahren in den 90er Jahren gab es nicht viele Möglichkeiten für mich in England, aber in Deutschland konnte ich viele Konzerte spielen und ich war sehr froh, dass das deutsche Publikum mich sofort ins Herz genommen hat. Zum Glück ist es mittlerweile auch in England besser!

Du wirst oft angekündigt als ehemaliger Frontmann der Adverts. Aber TV Smith ist viel mehr als Adverts. Warum solange dieser Zusatz (Frontmann der Adverts)? Nervt dich das oder gehört es dazu?
Tim: Irgendwie gehört es dazu. Ich bin immer noch stolz darauf, was wir mit den Adverts gemacht haben. Aber wenn es “nur” The Adverts wäre, würde es mich schon nerven. Zum Glück wissen alle, das The Adverts nur ein Teil von meiner Geschichte ist.

Mit Land of the Overdose steht bereits dein 17 Studioalbum in den Plattenläden. Was ist das Besondere an der Overdose? Gibt es (für dich) Neuerungen im Vergleich zu den vorherigen Werken?
Tim: Ich würde sagen, das das neue Album eine Entwicklung von den Themen der früheren Alben ist. In der Tat habe ich direkt nach dem letzten, “I Delete,” angefangen, neue Lieder zu schreiben, und sie beschreiben also alles was mir in die letzen vier Jahren eingefallen ist.

TV Smith – Land Of The Overdose

„Land of the Overdose“: das Titelstück ist ein Meisterwerk. Beschreibe, wie es zum Titeltrack kam und wieviel Overdose brauchen wir noch bis zum Kollaps?
Tim: Ich hatte das Gefühl, das man heutzutage nie satt ist. Wir sollten immer mehr haben, obwohl wir genügend haben. Das ist ein gefährlicher Zustand und wie du richtig sagst, es wird unabwendbar ein Kollaps kommen.

„Never again until the next Time“: ein Song, der fröhlich klingt aber doch dem ein oder anderen ins Gewissen sprechen sollte. Was würdest du denn nie wieder tun (bis zum nächsten Mal)?
Tim: Das Thema ist, manchmal ist das Establishment so stark und so clever, das unser eigener Weg, dafür zu kämpfen, sinnloser ist, als ihnen zuzustimmen – aber eigentlich sollten wir zu unserer eigenen Meinungen stehen.

„No Control“ ist für mich eines der Highlights des Albums. Heutzutage, in Zeiten der modernen Kommunikation. Warum verlieren wir die Kontrolle? Ist die Informationswelle zu viel für uns?
Tim: Ich finde, dass es anfangs eine sehr guten Sache war, diese “moderne Kommunikation” war sehr schnell von die Establishment übernommen. Jetzt ist es wirklich verwirrend und die Informationswelle ist ein Missinformationswelle.

Ein TV Smith Album besticht vor allem durch die tolle Instrumentalisierung aber auch durch kritische Texte. Wie kommst du zwischen deinen vielen Touren noch dazu, Songs zu schreiben und wie viel Zeit braucht der Aufnahmeprozess (es sind nicht reine Gitarrenalben)?
Tim: Das ist schon ein bisschen problematisch, weil die Zeit fehlt mir seit ich angefangen habe, so viele Konzerte zu spielen. Für “Overdose” habe ich mir einfach die Zeit genommen, zwischen den Touren, in kleinen Teilen zu schreiben und aufzunehmen. Was eigentlich gut war – es gab keine “Deadline” und ich konnte richtig gut arbeiten bis es für meinem Geschmack fertig war.

Tough-Tipp: CD-Review „TV Smith – Land Of The Overdose“

Wenn du deine neue Platte einordnen würdest in die TV Smith Charts. Wo steht die neue CD und welche Scheibe führt die Charts an?
Tim: Ach, man kann nicht unter seinen eigenen “Kinder” Favoriten haben!

Mit JKP und auch den Toten Hosen pflegst du eine lange Freundschaft. Welchen Hosen Songs würdest du gerne mal nachspielen und welche Textzeile der Hosen ist besonders wichtig?
Tim: Ich habe keine besondere Lust, Cover zu spielen, ehrlich gesagt, weil mein Ziel ist natürlich, meine eigenen Lieder dem Publikum zu präsentieren. Aber ich spiel sehr gern auf der Bühne “Pushed Again”, was nicht nur ein wunderbares Lied ist, ich habe auch die Texte mit Campino mitgeschrieben.

Zu deinen Live Auftritten: welche Songs dürfen auf einer TV Smith Setlist nie fehlen? Welche Songs würdest du live gerne ausprobieren?
Tim: Es gibt schon ein paar, die ich auf allen Konzerten spiele. Unter anderen, “Lion And The Lamb” fällt nie aus.

Du spielst zum Teil Solo aber auch mit Band. Welche Auftritte sind die für dich am wichtigsten?
Tim: Zum Glück musst ich sie nicht vergleichen. Ich liebe beides.

Lieber TV, bitte ergänze die folgenden Sätze:
Punkrock 2018 ist…: egal, nur die Songs zählen.
Wenn TV Smith König von England wäre,…: bitte mich erst umbringen. So einen nutzlosen Job will ich nicht.
TV Smith schreibt Musikgeschichte, da…: es mein Leben ist.

Lieber Tim, bitte entscheide dich:
Only one flavour Vs Useless
Joey VS Lemmy
TV Smith 1977 Vs TV Smith 2018
Tim: Das kann ich nicht. Im Leben gibt es kein entweder/oder. Im Leben gibt es Platz für alle und alles.

Danke für dieses Interview. Die letzten Worte gehören dir!
Tim: Ich musste mich beeilen, um nach Wiesbaden zu kommen und habe jetzt keine Zeit für mehr letzte Worte!

Interview im September 2018 von Thorsten

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Florian Puschke



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