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Interviews

Veröffentlicht am: Oktober 31st, 2018 | durch Florian Puschke

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„In Ihrem Abonnement enthalten“: Überflüssig im Interview

Die neue CD „In Ihrem Abonnement enthalten” steht in den Startlöchern und wir durften im Vorfeld mit dem gut gelaunten Sänger Joscha ein Interview führen.

Hey Joscha, Zuerst einmal vielen lieben Dank für die Zeit, die du dir genommen hast. Mit „In Ihrem Abonnement enthalten“ steht bereits eure 9. CD in den Startlöchern. Was ist anders und was ist wie immer bei dem neuen überflüssigen Werk?
Joscha: Neu ist vor allem die Bezeichnung „Trash Pop“. Klar wir haben immer noch Fun Punk Nummern am Start aber auch mehr Pop-lastigere Songs wie „Was der Himmel uns bedeutet“. Durch unsere Spielweise kommt da aber auch der Punk durch uns so passt der Name Trash Pop ganz gut. Zudem haben wir auch Sachen gemacht wie „Revolution Vs Menschheit“ wo schon ein wenig die Metall-Schiene durchkommt. Zusammengewürfelt passt der neue Name dann ganz gut.

Betrachtet man das Werk als Ganzes, so bekommt man tolle neue Nummern aber auch den ein oder anderen älteren Song, Coverversionen, sowie Radio Versionen von drei Stücken. Erkläre wie es zu dieser Zusammensetzung kam…
Joscha: Die Radio Edits vor allem wenn sich Radios melden. Die Songs sind da ein wenig kürzer, damit es passt. Dafür wurden die Songs ein wenig zusammengeschnitten. Die älteren Songs wollte ich etwas zeitgemäßer aufnehmen. Mit diesen Neuaufnahmen bin ich sehr zufrieden. Die passen jetzt richtig. Zu der Coverversion von Johnny Cash „I still miss somenone“ muss ich sagen, dass ich die Originalversion schon super geil finde. Aber auch die Coverversion von den Bates aus dem Jahre, lass mich überlegen, ich glaub 1993 war das, fand ich auch schon immer super. Ja und das wollten wir auch mal machen.

Ein erstes Highlight ist „Revolution Vs. Mensch“. Warum geht nicht mehr Revolution und Mensch. Was spricht dagegen und warum füllt sich das besungene Karussell mit diesen seltsamen Blonden?
Joscha: Ja. Eine sehr gute Frage. Bei dem Text habe ich mir folgendes gedacht. Schau die die aktuellen politische Geschehnisse an. Egal ob Politiker oder auch das Volk. Man merkt das ziemlich viel passiert, von allen Seiten unglaublich viel in die Taschen gelogen wird. Es kann so nicht weiter gehen. Im Text habe ich versucht das alle mit einzubauen. Macht euch einfach mal ein Bild von dem Lied. Grundsätzlich sollte man aber versuchen, Krisen auch mal ohne Waffen zu lösen. Zu diesem Song passt total das wir da mal den Hardrock mit eingebaut haben. Das Video ist ja auch bei YouTube zu sehen.

Überflüssig – Revolution vs. Mensch

Nämlich, wenn wir uns lieben“ wurde als Single ausgekoppelt und ein Video auf einem Spielplatz gedreht. Wie kam es zu dieser Location und warum ist dieser Song die erste Single geworden?
Joscha: Die Idee zu dem Video kam von einem Bekannten von uns. Der hat sich den Song angehört und der kam auf die Idee, da muss sich was drehen und so auf den Spielplatz. Wir haben dann Spielplätze abgesucht und gemerkt, dass es diese Teufelsräder kaum noch gibt. Wir haben dann aber eins gefunden und in zweieinhalb Stunden Drehzeit gedreht. In zweifach verlangsamter Geschwindigkeit. Unter der Platte mussten zwei Leute die Platte drehen. Die haben mir schon ein wenig leid getragen.

Warum dies die erste Single ist…? Nun, das war der Vorschlag von Freunden und auch der Plattenfirma. Viele Leute fanden den Song dann doch sehr gut.

Ein anderer, fast schon radiotauglicher Song ist „Was der Himmel uns bedeutet“. Eine tolle Überflüssig Nummer. Doch weniger Fun Punk. Der Start eines neuen Überflüssig-Stils?
Joscha: Ja. Das können wir absolut mit „Ja“ betiteln. Der Stil ist ja irgendwie bei Schrottgrenze aber auch den Ärzten vorhanden. Auch unser Stil wird in Zukunft etwas gemischter. Nicht komplett weg von Fun Punk. Nein, es kommt etwas dazu. Mit der Zeit kommen ab jetzt immer mehr Stile dazu aber der Fun Punk bleibt.

Überflüssig bald auch wieder live. Sind schon Termine bekannt und wird es zum Album eine größere Tour geben?
Joscha: Hmm, eine größere Tour ist derzeit nicht geplant aber wir warten mal nach dem Albumrelease. Es stehen aber schon einige Termine auch fürs nächste Jahr schon. Natürlich arbeiten wir an weiteren Terminen.

Eure Freunde die Abstürzenden Brieftauben sind im Dezember auf Tour. Steht ihr noch viel im Kontakt und kann es auch wieder ein Überflüssig / Brieftauben Konzert geben?
Joscha: Also dazu muss ich mal sagen, dass die Brieftauben schon einiges für uns gemacht haben. Der Konrad hat uns eigentlich mit ein wenig entdeckt. Der hat uns damals für die erste Platte das Studio organisiert. Immer wenn wir in Hannover aufgenommen haben, haben wir auch bei Micro übernachtet. Ich selbst habe auch mal mit Konrad bei paar Stücken auf der WKA Platte zusammengespielt. Micro hat schon bei uns auf einem Album mitgesungen und auch im Video mitgespielt. Weitere gemeinsame Konzerte? Da muss man mal schauen.

Überflüssig – Nämlich wenn wir uns lieben

Zur Tour: Wie entsteht die neue Setlist? Das ganze neue Album oder eher alte Hits?
Joscha: Alles. Oder ganz kurz gesagt einfach ne gute Mischung aus allem. Von dem neuen Album wahrscheinlich 4 Songs. Wir spielen auch die ganz alten Sachen noch. Mansche Songs zünden aber irgendwann live nicht mehr so viel, weil die vielleicht ein wenig totgespielt wurden. Dann werfen wir die raus. Totengräber Boogie zum Beispiel. Aber wenn die wieder gefordert werden, dann spielen wir die auch nochmal.

Ihr seid bereits seid 1996 dabei. Habt viel kommen und gehen sehen und seid selbst ein kleiner Bestandteil der Punk-Szene, der eigentlich immer schon dabei war. Was hat sich in den letzten 20 Jahren im Punk getan und was ist gleich geblieben?
Joscha: Was sich geändert hat sind ganz klar die Aufnahmegeschichten: Früher gab es vier Spur oder acht Spur Aufnahmen. Das war schon recht cool. Das ist aber auch schade, dass das weg ist. Auch auf Konzerten. Da wurden früher Flyer ausgetauscht, sich über Bands unterhalten. Das ist durch das Internet komplett weg. Flyer interessiert kaum noch. Das meiste läuft über Facebook. Alles so schnelllebig. Auch Sampler wie Schlachtrufe BRD etc. Da hat man sich früher drauf gefreut, aber auch das ist weg.

Wenn du 20 Jahre zurück reisen könntest. Direkt zur Aufnahme der „Totengräber Boogie“ Scheibe. Würdest du etwas ändern wollen? Und wenn ja, was?
Joscha: Jein. Heute würde ich vielleicht die Songs etwas besser einspielen wollen, da wir die Instrumente besser beherrschen. Aber genau so wie es damals war, war es geil. Bis nachts drei, vier Uhr im Studio. Irgendwo noch nen Burger geholt. Das x-te Bier geöffnet. Diese ganzen Anekdoten vergesse ich nicht und deshalb würde ich das nicht verändern wollen.

Lieber Joscha, bitte vervollständige die folgenden Sätze.
Peters Oma ist besser als Donalds Oma, denn….
Joscha: …Peters Oma fährt im Hühnerstall Motorrad.

In ihrem Abonnement enthalten ist…
Joscha: …das neuste und beste Album von Überflüssig.

So richtig überflüssig finde ich…
Joscha: …gar nichts.

Überflüssig spielt eine ausverkaufte Tour, da…
Joscha: …wo andere es niemals erraten würden. Zum Beispiel im Hühnerstall.

Joscha Schmottlach wird Mitglied der Abstürzenden Brieftauben, wenn …
Joscha: wenn… Hmm…, jetzt hats du mich kurz sprachlos gemacht. Nein, da habe ich früher als Jugendlicher zu viel vor der Bühne gestanden. Ich habe ja schon mit den beiden, also Micro und Konrad, auf der Bühne gestanden. Aushelfen würde ich. Aber kein festes Mitglied. Da bin ich zu viel Fan.

Lieber Joscha, was wäre, wenn folgendes in deinen persönlichen Abos enthalten wäre:
Freibier:
Joscha: Wunderbar. Ich lade die Nachbarn ein und mach eine Fete.

Wahl zum Bürgermeister von Herne:
Joscha: Ha, nee. Lieber nicht. Das überlasse ich anderen Leuten.

Background Gesang von Dieter Bohlen und Thomas Andes auf allen zukünftigen Überflüssig-Scheiben:
Joscha: Wer ist Thomas Anders? Wer ist Dieter Bohlen?

Monatliches interview mit dem Tough Magazin:
Joscha: Ja, cool. Immer wieder gerne. Das kann auch täglich gemacht werden (lacht).

Danke für dieses IV. Die letzten Worte gehören dir!
Joscha: Ich bedanke mich natürlich für das Interview. Natürlich freue ich mich und ein großes Lob an euch. Ich hoffe, dass viele Menschen eure Seite lesen denn ohne Magazine wie euch wäre vieles tot.

Interview von Thorsten im Oktober 2018

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Florian Puschke



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