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Interviews

Veröffentlicht am: Oktober 2nd, 2018 | durch Florian Puschke

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„Ich leg mein Wort in euer Ohr“: Friedemann im Interview

Mit „Ich leg mein Wort in euer Ohr“ hat Friedemann sein neues Album veröffentlicht. Wir sprachen mit dem Musiker über die Songs, die Tour und weitere spannende Themen!

Hallo lieber Friedemann. Wo erwischen wir dich gerade?
Friedemann: Zu Hause, war grade ein paar Tage unterwegs für einen Freund eine Garage bauen und bin jetzt wieder bei Familie, Haus, Hof und Tieren.

Am 14.09.2018 erschien mit „Ich leg mein Wort in euer Ohr“ dein neues Album – das dritte Solo-Album! Wie liefen die Arbeiten im Studio?
Friedemann: Ganz gut. Ich habe mit Eike Freese in Hamburg jemanden der mich versteht und Lust hat, an den Songs zu arbeiten. Das treibt an und hilft eine gute Sache abzuliefern.

Wie muss man sich das Schreiben der Songs bei dir vorstellen? Schiessen dir die Texte in den Kopf und du schnappst dir die Gitarre?
Friedemann: Ich schreibe fast immer, sammle Wörter, Sätze, Gedanken und fasse die dann irgendwann zusammen, schau ob sie sing und bespielbar sind, ändere ab, passe an und fertig ist ein Lied.

Auch auf dem neuen Album sind sehr nachdenkliche und tiefgründige Texte vertreten – wie wichtig ist es dir, deine Botschaft zu übermitteln und wie beschreibst du es mit deinen eigenen Worten?
Friedemann: Ich beschreibe die Dinge, wie ich sie fühle. Was halte ich für richtig, was für falsch, wie sehe ich die Welt. Meine Texte sind Anregungen und Selbstreflektion zugleich. Sie mahnen mich ein guter Mensch zu sein und erinnern mich auch an meine eigenen Fehler. Sie enthalten keine allgemeingültigen Lösungen oder Wahrheiten, sondern spiegeln nur mein Denken wieder, welches nicht immer richtig sein muss aber zumindest einen Anstoß geben kann, über unsere Art zu Leben nachzudenken.

Friedemann – Ich leg mein Wort in euer Ohr

Wie unterscheidet sich „Ich leg mein Wort in euer Ohr“ zu „Wer hören will muss schweigen“ und „Uhr vs. Zeit“?
Friedemann: Sie unterscheiden sich so, wie sich mein Leben zu dieser Zeit von meinem Leben zur Zeit der jeweiligen Aufnahmen unterscheidet. Zu jeder Platte ist man ein wenig anders. Hat gelernt oder vergessen. Hat nachgedacht oder umgedacht. Hat Dinge gesehen oder erfahren. Ist zwangsläufig älter geworden. Das spiegelt jede dieser Platte für sich wieder. Den Teil des Weg eines Mannes mit Gitarre, der Überlegungen anstellt und Lieder schreibt und die Solo oder mit Freunden und Bekannten aufnimmt.

Es würde die Zeit sprengen, um auf alle Songs einzugehen – aber mir fiel da zum Beispiel „Was ich alles kann“ sehr auf. Wie wichtig findest du es, dass man die Welt aus den Augen eines Kindes, oder seiner Kinder sieht?
Friedemann: Extrem wichtig. Wir Erwachsenen beurteilen alles aus unserem Blick und haben vergessen wie schwer es auch für uns war laufen zu lernen, das Einmaleins zu beherrschen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Wir müssen den Kids die Zeit geben ihre eigenen Erfahrungen zu sammeln, sie dazu ermutigen und die Nerven behalten wenn’s mal nicht so läuft. Das ist schwer, funktioniert aber gut.

Ab dem 28.09.2018 geht es quer durch Deutschland und auch nach Österreich und in die Schweiz – wie bereitest du dich vor und wie kann man sich einen „Friedemann“-Abend vorstellen?
Friedemann: Wir sind zu fünft, ich fahre also mit einer kleinen Band und einem Tonmann. Im Moment haben wir gerade ein Set zusammengestellt und proben das regelmäßig durch. Wir werden so ca. 2 h pro Abend spielen. Es gibt die Songs, ein paar Geschichten und Ideen und für alle einen schönen Abend ohne Konfetti, Bengalos und Luftballons.

Friedemann – 42

Lieber Friedemann – was wäre, wenn…
…du dein Gehör verlieren würdest?
Friedemann: Hatte ich schon mal teilweise. Ist nicht gut und das Ende des Musikmachens – glaube ich.

…die Tätowier-Maschine niemals erfunden worden wäre?
Friedemann: Dann gäbe es sie wohl nicht.

…ich (oder andere nette Menschen) plötzlich bei dir auf dem Bauernhof stehen würde?
Friedemann: Es gäbe zumindest einen Kaffee und ein Gespräch.

…du nicht auf Rügen geboren worden wärst?
Friedemann: Würde ich die Insel wohl auch nicht vermissen.

…du noch einmal Kind sein könntest?
Friedemann: Das wäre gut. Ich kenne wenige die das wollen, ich wünschte es mir sehr. Klappt aber nicht.

Friedemann – Seesucht

Was bedeuten dir folgende Worte!?
-Familie
Friedemann: Anker und Erdbebenregion.

-Kinder
Friedemann: Liebe und Nervenverlust.

-Freunde
Friedemann: Habe ich wenige richtige, die aber in meinem Herzen .

-Selbstversorger
Friedemann: Viel Arbeit, Weltbewegend, Sinn stiftend und stolz auf sich sein.

-Stress
Friedemann: Zu vermeiden , leider schwer vermeidbar.

-Rügen
Friedemann: Heimat, Wurzeln und Ruhe.

-Miteinander
Friedemann: Das Ideal, aber sehr schwer zu erreichen.

-Troopers
Friedemann: Alte Liebe und viele Tränen.

-Plattdeutsch
Friedemann: Lieblingsslang.

-Geld
Friedemann: Ist wirklich nicht alles.

-Tough Magazine
Friedemann: Seid ihr! Vielleicht steht ihr ja wirklich irgendwann vor meiner Tür und bekommt einen Kaffee? Wer weiß.

Vielen Dank, die letzten Worte gehören natürlich dir!
Friedemann: Wenn ihr meine Platten oder die COR Platten kauft, so tut das doch bitte bei uns oder kleinen Mailordern oder in Musikgeschäften und nicht bei Amazon und Co. Ich würde gern vermeiden, dass unsere Sachen dort sind aber unser Vertrieb vertreibt an alle Händler so auch an die ganz Großen. Ohne Vertrieb verkaufe ich jedoch zu wenig, um die Sachen bezahlen zu können. Also Pest oder Cholera. Ihr könnt das durch euer Kaufverhalten verändern und so kleine Musik unterstützen. Bitte tut das. Ich gehe voran und habe noch nie da bestellt. Tut garnicht weh und ich lebe immer noch.

Passt auf euch auf!

Friedemann

Interview von Florian im September 2018

Foto: Christian Thiele

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Über den Redakteur

Florian Puschke



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