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Interviews

Veröffentlicht am: Januar 3rd, 2019 | durch Florian Puschke

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„Das war ich nicht“: Die Abstürzenden Brieftauben im Interview

Die Abstürzenden Brieftauben am 12.12.2018 in Frankfurt. In neuer Besetzung. Aber sowohl altem Humor als auch Schlagfertigkeit. Wir trafen die Tauben vorm Konzert im Nachtleben und interviewten die gut gelaunten Micro und Norm.

Hierzu stellten wir den Beiden auch die Fragen, die wir vorher von euch per Facebook oder E-Mail erhalten hatten. Nochmals vielen Dank für die Mitarbeit an dem „Das war ich“ – „Das war ich nicht“ – Interview, das passend zum Titel der neuen EPP „Das war ich nicht“ zusammengestellt wurde.

Zuerst einmal vielen Dank für die Zeit. Heute in FFM. Süßer die Tauben nie klingen? Was erwartet den Zuhörer? Neue Songs, alte Songs, oder etwa alte Songs in weihnachtlichem Gewand?
Micro: (lacht) Na, neue Songs, alte Songs, mittlere Songs und auch uralte Songs…
Norm: … und kein Weihnachten.
Micro: … Ja und kein Weihnachten.

Ihr habt eine neue Scheibe (EP) im Gepäck. Wie sind diese Songs entstanden und was erwartet uns von den Tauben 2019-….
Micro: Hmm, das ist noch gar nicht so zu beantworten. Die neue EP haben wir zusammen geschrieben. Komplett im Tauben-Style. Für 2019 planen wir auf jeden Fall Konzerte. Wir müssen diese Tour aber jetzt erst mal hinter uns bringen. Das ist ja auch das erste Mal, das wir zusammen spielen. Norm und ich hatten vor 2 Tagen unsere Bühnenpremiere und wir kucken jetzt mal langsam.
Norm: Genau, wird gut.

Ihr habt euch für eine besondere Aktion (Fanfragen) zur Verfügung gestellt. Was bedeutet euch Fan-Nähe und was empfindet ihr, wenn Leute behaupten, dass sie „Fans der Brieftauben“ sind?
Micro: Also Fan-Nähe bedeutet mir sehr viel. Ich habe auch zum Teil freundschaftliche Beziehungen mit Fans. Es gibt wirklich Leute, die waren früher jung und die sind jetzt noch Brieftauben Fan.
Norm: Die waren früher jung. (lacht)
Micro: Ja ich bin ja immer schon alt gewesen (beide lachen). Und manchmal nehmen mich Fans in den Arm und sagen: „Du warst früher der Größte für mich“. Was soll ich dazu noch sagen?


Zur EP hatten die Fans euch Gelegenheit, spezielle Fragen zu stellen. Wir sind sehr gespannt, was ihr zu den „Das war ich“, „Das war ich nicht“ Fragen der Fans antwortet und wie ihr diese begründet.

Micro, bist du in den 80ern mal bei einer Doku über Punks als „Jungpunk“ durchs Bild gelaufen?
Micro: Das war ich nicht. Später für die Chaostage Filme. Da habe ich schon mal Interviews gegeben, aber das da war ich nicht.

Micro, warst Du sehr erfreut, nochmal ne neue Taube einarbeiten zu dürfen?
Micro:  Das ist nur Stress (lacht). Ja aber da es damit weiter geht war ich das wirklich. Das war ich und da freue ich mich drauf.

Wart ihr nicht die Band, die allen Besuchern Eures Konzerts in der Faust in Hannover am 22.12.18 Freibier den ganzen Abend spendieren?
Micro: Am 22.12.? Nein, das war ich nicht.
Norm: Ich glaube auch nein. Aber das liegt ja in der Zukunft. Und deshalb nein, das werden wir nicht gewesen sein.
Micro: Genau. Das ist ja in der Zukunft. Plusquamperfekt oder so was.

Habt ihr dieses Jahr wirklich einen Deal mit dem Christkind ausgehandelt, das der Bucklige ein Praktikum beim Weihnachtsmann macht und falls ja, wie wird Weihnachten dann ausfallen?
Norm: Also ich glaube das waren wir nicht.
Micro: Ich weiß das haben wir nicht gemacht.
Norm: Ja ich denke wir haben ja versucht, die Tour ein wenig weihnachtlich aufzuziehen aber ein Praktikum für den Buckligen. Nein das waren wir nicht. Wir sind ja auch nicht so die Weihnachts-Fans.
Micro: Genau, es zählen nur Geschenken (lacht). Der ganze Trubel drumherum muss nicht sein. Es gibt die Brieftauben weiter und nun könnt ihr uns beschenken. Einfach zu den Konzerten kommen ist Geschenk genug.

Norm, an dem Tag als du eine Taube wurdest, warst du da ein wenig nervös, als du die ersten Takte Tauben Musik getrommelt hast?
Norm: Ich glaube ja. Ja, das war ich. Ich muss gestehen, ich bin eigentlich weniger nervös als andere Leute aber vorgestern bei meinem ersten Konzert, da war ich schon ein wenig nervös. Aber es geht jetzt. Trotzdem: ja, das war ich.
Micro: Ich bin auch immer noch ein wenig nervös vor den Auftritten. Ja, das war ich.

Ihr seid in den 80er Jahren schon groß gewesen. Ein gewisser Dieter B hat damals auch Musik gemacht. Aber er sitzt jetzt nur noch in Jurys. Stimmt es, dass ihr ihm seinen mysteriösen Akkord geklaut habt und falls ja, wie tief habt ihr den „Cherry Lady“ Akkord vergraben?
Micro: (lacht). Nein, das war ich nicht. Das muss jemand anders gewesen sein. Aber damit habe ich nichts zu tun.
Norm: Nein das waren wir wirklich nicht. Aber irgendwie hält sich das Gerücht hartnäckig.

Der Bucklige ist so was wie euer Maskottchen. Micro, hast du ihn erfunden und was denkst du, warum ist gerade er euer Aushängeschild geworden?
Micro: Nein, das war ich nicht. Erfunden hat den unser damaliger Zeichner, der Josh und ich finde den so geil, dass er einfach unser Aushängeschild geworden ist. Ein wenig ist er angelehnt an das Maskottchen einer großen Metal-Band. Der Bucklige hat angeblich meine Beine. Ich mag den und wir schalten den gerne in Reihe.

Mit „Frauke halt‘s Maul“ habt ihr eine Single pressen lassen, um diese mit Widmung an Frauke Petry zu senden?
Micro: Das muss jeder so halten wie er will. Aber auf jeden Fall eine kleine Widmung an die AfD.

Micro hat dem Weihnachtsmann versprochen, das 2019 eine neue CD u. ein Live Album kommt.
Micro: Nein, das war ich nicht.
Norm: Wir versprechen nichts mehr (lacht)
Micro: Vor allem nicht dem Weihnachtsmann. Wer soll das sein? Ich denke den gibt’s gar nicht.

Ihr musstet euch umbenennen von Abstürzende BrieftRauben in Abstürzende Brieftauben, da Micro eine Vitamin-Allergie hat?
Micro: Nein, das waren wir nicht, eigentlich mussten wir uns damals in „Sturztrunkene Einbauküchen“ umgewandelt. Wir haben das Ganze aber ein wenig zurückgerufen und uns dann wieder in „Abstürzende Brieftauben“ umbenannt. Vitamin-Allergie stimmt aber. Nein Quatsch. Das stimmt auch nicht. Ich habe keine Vitamin Allergie, ich ess die nur nie (lacht).

Was bedeuten euch:
Tauben Songs:
Micro: Ja hmm. Wir spielen die halt. Jeder Song hat einfach seine Bedeutung.

Lovesongs a la Grönemeyer Vs DEN Lovesong der Tauben:
Micro: Hmm Gemeinsamkeiten gibt es da wenig.
Norm: Ja, da unterscheidet sich alles.

Tough Magazine:
Micro: Ja, es berührt mich, wenn ich es lese.

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören euch.
Norm: Kommt zu den Konzerten …
Micro: … und erinnert euch dran, dass es die „Abstürzenden Brieftauben“ gibt.
Norm: Und es wird sie sicher noch viele Jahre oder besser gesagt Jahrzehnte weiter geben. Ohne Umbesetzungen.
Micro: Genau. So lange ich noch kann.

Mit diesen Worten endete das Interview an einem Mittwoch Abend in Frankfurt am Main. Für mich persönlich eine tolle Erfahrung, da ich die „Abstürzenden Brieftauben“ schon seit Jahrzehnten schätze und ich sehr froh war, die beiden gut gelaunten Menschen inklusive Tourmanager Fabsi kennengelernt zu haben.

Scully: „Sind Sie sicher, Mulder, dass sie die „Abstürzenden Brieftauben“ fliegen gesehen haben?“
Mulder: „Ja. Sie fliegen weiter. Irgendwo da draußen. Und irgendwann werden auch Sie die beiden sehen dürfen“
Scully: „ich weiß nicht Mulder. Sind sie sicher?“
Mulder: „Ganz sicher. Ich glaube dran. I want to believe …“

Interview von Thorsten im Dezember 2018

Fotos: Isabelle Hannemann

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Florian Puschke



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