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Veröffentlicht am: August 29th, 2013 | durch Florian Puschke

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Berliner Weisse im Interview

Mit „Gruppentherapie“ ist die neue BluRay-DVD von Berliner Weisse erschienen. Grund genug, den vier Musikern einige Fragen zur aktuellen Lage und zu den zukünftigen Plänen  zu stellen.
 
Hey zusammen, alles gut soweit? Seid ihr mitten im Festival-Fieber?
Band: Ja, Sommerzeit ist Festival-Zeit. Wir freuen uns auf gutes Wetter, viele bekannte Gesichter und ein paar deftige Shows. Obwohl, der Sommer ist ja fast schon wieder vorbei. Da seht ihr mal, wie lange wir für ein Interview brauchen. Oha!
 
Mit „Gruppentherapie“ habt ihr eure neue DVD veröffentlicht. Um es genau zu sagen, handelt sich um eine Doppel-Blu-Ray! Warum Blu-Ray?
Band: Kurz und knapp: Die Qualität und die Speicherkapazität haben im Endeffekt dafür gesprochen. Anfänglich wollten wir eigentlich „nur“ eine (!) DVD produzieren, aber die Ideen und das Footage wurden immer mehr und so mussten wir uns dann entscheiden: 6 DVDs (nicht in HD) oder 2 Blu-Rays (in HD). Wir haben diesbezüglich auch eine Online-Umfrage gestartet; das Ergebnis stand am Ende bei 50:50. Daher fiel unsere Wahl dann auf das Zukunftsmedium (mit der besseren Qualität und den geringeren Kosten für den Endverbraucher). 
 
Wir durften schon vorab einen Blick reinwerfen und finden die Blu-Ray gelungen! Ist der private Einblick wirklich nicht gespielt gewesen? ;-)
Band: Es liegt ein schmaler Grat zwischen Wahrheit und Fiktion. Kleine Schmankerl wurden natürlich eingestreut, um die Story etwas in Schwung zu bringen, aber der private Part zeigt schon zu großen Teilen die ungeschminkte Wahrheit, leider.
 
Ihr habt angekündigt, dass noch weitere Veröffentlichungen in der Pipeline sind. Könnt ihr schon mehr verraten?
Band: Aktuell basteln wir an neuen Songs. Ein neues Album ist also in Planung. Wann dieses allerdings erscheinen wird bzw. wir ins Studio dafür gehen, das steht noch in den Sternen. Sobald etwas spruchreif ist, lassen wir es dich bzw. euch wissen.
 
Mit „Fahnen im Wind“ habt ihr ein direktes Statement gegenüber dem Deutschrock abgegeben. Seid ihr komplett gegen das Genre oder nur gegen die sogenannten „Onkelz-Klone“?
Band: Damit wir uns richtig verstehen. Wir haben kein Problem mit deutschsprachigem Rock. Uns geht es explizit um diesen „neuen Deutschrock“, der sich mittlerweile etabliert hat – Brot und Spiele für das Volk, inkl. monatlicher XXL-Faneditionen und die Masse folgt Sekten-gleich jedem Furz. Wir brauchen keine Jahrmarktsveranstaltungen, keine Wochenend-Rebellen und keine halbgaren Rocker, die in unserer Musik-Kultur nur eine Modeerscheinung sehen und sich in ihr suhlen und sattfressen, bis sie sich zu schade dafür geworden sind.
Wir haben keinen Respekt vor Bands, die auf der Bühne „Nazis Raus“ predigen, ihre Songs aber einem völkischen und patriotischen Habitus unterwerfen und damit genau den braunen Rattenfängern in die Arme spielen. Wir haben genug von den Lippenbekenntnissen dieser larmoyanten und selbstgerechten „Rockstars“, die uns vorheulen, wie schlecht es ihnen doch geht, in Wirklichkeit aber mit genau dieser Maskerade und ihrer konstruierten „Authentizität“  einen hohen Umsatz generieren. Das ist uns zuwider. Dagegen sprechen wir uns aus.
 
Berliner Weisse – Fahnen im Wind
 
 
Ihr habt, passend zur DVD-Veröffentlichung, eine Verlosung gestartet. Zu gewinnen gab es einen Video-Abend mit euch und allem drum und dran. Nun geht´s nach Fischheim, seid ihr schon gespannt?
Band: Wir freuen uns riesig und hoffen, dass wir dem ausgelosten Probanden damit auch eine Freude bereiten können. Denn letztendlich ist es doch das, was unsere Szene und Musik ausmacht: Bodenständigkeit und Interaktion – mit den Menschen persönlich in Kontakt zu treten. Und ganz nebenbei sind solche Aktionen auch eine fantastische Abwechslung vom schnöden Alltag.
 
Was sind eure weiteren Pläne?
Band: Die Blu-Ray-Produktion hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen und diese gilt es nachzuholen. Wir werden uns jetzt vermehrt unseren Freunden und unserer Familie widmen, Konzerte geben und an neuen Songs feilen. Mit der „Gruppentherapie“ haben wir uns vor allem visuell verausgabt und neu definiert, jetzt gilt es sich musikalisch und lyrisch neue Ziele zu setzen.
 
Vielen Dank, die letzten Worte gehören euch.
Band: Danke für euer Interesse an unserer Musik und unserem Schaffen. Bleibt anspruchsvoll und kritisch – auch uns gegenüber. Gemeinsam können wir wachsen und etwas erreichen.
Cheers,
Berliner Weisse
 
Interview von Florian Puschke im August 2013
 

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