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Interviews berliner-weisse-2016

Veröffentlicht am: Mai 10th, 2016 | durch Florian Puschke

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Berliner Weisse: Die Band im „High Five“ – Interview

Mit „High Five“ haben die Musiker von Berliner Weisse ihr neues Album auf den Markt gebracht und setzen darauf wieder deutliche Zeichen! Wir sprachen mit Toifel (Gesang/Gitarre) und Vale (Bass) über die neuen Songs, Bier&Stulle und Superkräfte!

Moin zusammen, wo und wobei erwischen wir euch gerade?
Toifel: Beim Interview beantworten, Sonne genießen und leichtem Auskatern von gestern!
Vale: Schweißgebadet und blass vor PC-Bildschirm und Tastatur, um mich deinen Fragen zu stellen.

Mit „High Five“ ist euer neues Album erschienen – liefen die Arbeiten im Studio normal ab oder ist bei euch nichts normal?
Toifel: Die Aufnahmen selber verliefen schon sehr situiert und konzentriert – aber das was in den Pausen da passiert ist für alle durchaus normal, also für uns vier zumindest. Die Blicke der anderen Anwesenden dagegen teilweise unbezahlbar. (lautes Lachen)
Vale: Die Studioarbeit ist im Rahmen durchorganisiert, allerdings entfaltet sich innerhalb dieses Bereichs ein kreatives Chaos. Das Wort „normal“ existiert in unserem Wortschatz eigentlich nicht. Zum Glück?!

Die neuen Songs sorgen teilweise dafür, dass einige Menschen ordentlich ihr Fett weg kriegen – gerade bei „Gebt den Affen Zucker“, „Arschloch bleibt Arschloch“ und „Spirale der Gesellschaft“. Was läuft in diesem Land verkehrt, eurer Meinung nach?
Toifel: Wo soll man da nur anfangen? Ich denke, das ist ein Abend füllendes Thema. Kurz gehalten würde ich persönlich sagen, dass die Engstirnigkeit und die Angst vor Veränderungen eine Menge falsch laufen lässt.
Vale: Die Zeiten werden rauer. Die Menschen hetzen durch den Alltag, müssen ihr nötiges Geld zusammen bekommen und dürfen sich keine Fehler und Ausbrüche mehr erlauben. Da geht der Zusammenhalt flöten. Angst und Perspektivlosigkeit sind das Schmierfett einer sich abwärts bewegenden Spirale, sie fördern Hass und Ressentiments, das lehrt uns schon die Geschichte. Auch wenn wir uns nach wie vor als eine Band verstehen, für die Spaß und ausschweifende Feste zum Banddasein einfach dazu gehören, so ist es uns doch auch ein großes Anliegen, Probleme die uns umgeben anzusprechen. Einige Menschen werfen uns daher vor, wir seien nicht mehr „unpolitisch“, diesen Personen sei ans Herz gelegt, sich einmal ausführlicher mit dem Wort „Politik“ auseinander zu setzen. Nahezu jede Äußerung und Form von Handeln ist in der Quintessenz „politisch“. Das beginnt bei der Wahl des Essens und endet beim Umgang mit Staat, Polizei usw. Die Lieder sprechen, denke ich, für sich. Niemand wird ausgespart, aber auf Pauschalisierungen verzichten wir gerne. Messt die Menschen an ihren Handlungen, nicht an Oberflächlichkeiten.

Wie oft nutzt ihr die Worte „Halt dein Maul“?
Toifel: Halt dein Maul (Lachen)
Vale: Bandintern gerne häufiger, hier ist diese Wortreihung allerdings eher liebevoller und zärtlicher Natur. Weitere Situationen werden im Lied ja zum Teil angedeutet und sind mannigfaltig erweiterbar.

Berliner Weisse – Die Messer sind gewetzt

Wie ich es schon in meinem Review angedeutet habe, bin ich leicht enttäuscht – ich vermisse „Bier & Stulle“? Was ist passiert?
Toifel: Naja. Wir hatten von Anfang an gesagt, dass Bier und Stulle ein Dreiteiler wird. Genauso wie unsere Tiertriologie. Und ein vierter Teil von Bier und Stulle…damit wäre uns der Index gewiss.
Vale: In „Bier und Stulle 3“ wurde es ja schon angesprochen: „Dies ist nun der letzte Teil…“ Man sollte nicht jedes Thema künstlich in die Länge ziehen. Aber hey, vielleicht folgt ja in ein paar Dekaden noch mal ein Revival. PS: Ich wäre ja mindestens für ’ne Tier-Oktalogie…(Lachen)

Müssen die Fans wieder sechs lange Jahre auf ein neues Album warten?
Toifel: Wer weiß das schon – ja das letzte ist schon eine Weile her, aber dazwischen kam eine Split-Cd mit den Gumbles und eine Doppel Bluray, also Untätigkeit kann man uns nicht vorwerfen. Wir zwingen uns halt nicht jedes Jahr eine neue Platte rauszubringen. Wenn die Zeit wieder reif ist, gibt’s wieder was neues auf die Ohren.
Vale: Oh, das ist schwer zu beantworten. Wann ein neues Album erscheint, hängt letztlich an diversen Faktoren. Für uns steht die Qualität im Vordergrund, wir versuchen bei jeder neuen Platte noch eine Schippe drauf zu legen. Und da sich kreative Schaffensprozesse zumeist nicht erzwingen lassen, wird auch in Zukunft der Zeitprozess eine untergeordnete Rolle spielen. Da wir aber innerhalb der letzten sechs Jahre nie untätig waren (wie Toifel schon erwähnte) und unser Fokus immer auch auf neuen Projekten (Gumbles-Split, „Fahnen im Wind“-Video, Blu-Ray etc.) lag, wird der geneigte Leser/Hörer künftig auch nicht leer ausgehen.

Einige Fragen, die nichts mit der Musik zu tun haben. Wenn es Superkräfte geben würde, welche hättet ihr gerne und warum?
Toifel: Röntgenaugen….warum wohl? (Lachen)
Vale: Die omnipotente Macht, diversen Menschen mehr Selbstvertrauen zu verschaffen, Freude zu potenzieren und Leid zu vermindern. Gewissermaßen kann auch Musik allgemein diese Kräfte freisetzen, aus diesem Grunde nutze ich doch lieber diese Quelle, als mir irgendwelche Hollywood-amourösen Skills zu ersehnen.

Berliner Weisse – Videogruß ans Tough Magazine

Was wird man immer in eurem Kühlschrank finden? Und was nicht?
Toifel: Wurst, Würstchen und andere Gemüsesorten. Eiswürfel findet man bei mir nicht im Kühlschrank. Die sind unten im Gefrierfach.
Vale: Fischöl. Kein Alk oder Softdrinks.

Ihr könntet mit einer Person eurer Wahl tauschen. Mit wem und warum?
Toifel: Mit jedem der schon auf Rente ist, dann könnte man endlich nur noch Mucke machen. YEAH!!!!
Vale: Ich würde gerne bei so vielen einmal ‚Mäuschen spielen‘, nur um z.B. zu ergründen, warum Menschen sich so geben wie sie sind. Wenn ich mich hier allerdings auf der Straße so umschaue, fühle ich mich dauerhaft in meinem Kopf eigentlich ganz wohl.

Was sind eure persönlichen Macken?
Toifel: Ui…. da hab ich ne ganze Sammlung von aber ich liebe jede einzelne davon und da ich ja ein Prototyp bin, sind das eher kleine Features um die Menschheit zu testen. Doppel YEAH!!!!
Vale: Perfektionismus und ein großes Interesse an zeitraubenden Hobbies.

Vielen Dank, die letzten Worte euch!
Toifel: Die überlasse ich dem most sexy Bassisten in da World…. El Garnelo himself… das Vale!
Vale: Danke, dass ihr bis jetzt durchgehalten habt. In dieser schnelllebigen Zeit stellen Texte, mit mehr als 5 Sätzen, manche Menschen ja schon vor große Herausforderungen. Danke für das Interesse an unserem Schaffen und weiterhin viel Freude oder eben Pein mit unserem Liedgut. Danke auch an dich, Flo, für das Interview.

Interview von Florian Puschke im Mai 2016

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