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Interviews

Veröffentlicht am: Dezember 7th, 2018 | durch Florian Puschke

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„13 Pfeile“: Thomas Godoj im Interview

Mit „13 Pfeile“ hat der Musiker Thomas Godoj sein aktuelles Album veröffentlicht und ist damit auf Tour. Wir konnten mit dem Musiker über die Songs, die Tour und auch andere Themen sprechen.

Hallo Thomas, wo erwischen wir dich gerade?
Thomas: Hallo. Zuhause in Bochum. Ich bin jetzt dazugezogener Bochumer. Ich habe vorher in Recklinghausen gewohnt, meine Eltern wohnen auch noch da.

Mit „13 Pfeile“ ist dein siebtes Album erschienen. Wie ist es, deiner Meinung nach, bei den Fans angekommen?
Thomas: Die haben mir sozusagen den Weg dahin geebnet, denn live haben wir immer die härteren Songs rausgekramt und gespielt. Die Songs fanden die Fans immer besser und das waren eben genau die Lieder, die vor DSDS geschrieben wurden. Somit ist das, was man auf „13 Pfeile“ hört, musikalisch back to the roots.

Warum heisst das Album „13 Pfeile“ – stehen die Pfeile für die 13 Songs?
Thomas: Genau, richtig. 13 Pfeile – 13 Nachrichten, die ich in die Welt schleuder.

Mit dem Song „Keine Option“ stellst du klar, dass „braun“ keine Option ist. Diesen Song hast du zweimal aufgenommen; einmal alleine und einmal mit den Ruhrpott-Rebellen. Wie kam es dazu?
Thomas: Ja, also ich habe mit Björn Gooßes, der auch das gesamte Artwork gestaltet hat und selbst ja Musiker ist, besprochen, dass man diesen Song, der klar gegen rechts oder allgemein gegen Hass und Gewalt ist, miteinander aufnehmen kann. Die Idee fand er dann sehr gut, hat direkt noch ein paar Kumpels angerufen aus der Musikszene und so hat sich das dann letztendlich zusammengesammelt und dann haben wir das zusammen eingesungen. Es hat von Anfang an super geklappt und wir haben uns alle gut verstanden. Für mich war das ein schönes Projekt und das durfte dann auf dem Album auch nicht fehlen. Es geht ja um die Message dann, dass wir sowas nicht tolerieren. Es geht grundsätzlich um die Hetze und darüber kann man nicht oft genug singen.
Menschen bekommen schnell Angst und stellen sich auf die falsche Seite – da muss man dann schon aufpassen, dass man da schnell das Richtige tut.

Thomas Godoj – Keine Option feat. Ruhrpott-Rebellen

Welche Version findest du persönlich ansprechender?
Thomas: (Lacht) Also wenn wir live unterwegs sind, singe ich das natürlich alleine. Vielleicht kommen die Ruhrpott-Rebellen auch mal mit auf die Bühne. Aber besser ist es, wenn man das zusammen singt. Also ich höre mir sehr gerne die Version mit den Ruhrpott-Rebellen an.

Im Song „Heimathafen“ geht es darum, dass es immer einen gibt, der einen auf den Boden zurückholt. Was bedeutet dir Heimat?
Thomas: Sich zuhause fühlen, sich geborgen fühlen und auch zu wissen, dass es da eine gewisse Schutzhülle gibt!

Zum Thema Social Media: im Song „Labyrinth der Bytes“ geht es darum, dass viele nur auf der Suche nach „Likes“ sind. Wie sehr interessieren dich die Plattformen und wie wichtig sind sie heutzutage?
Thomas: Man kommt nicht drumherum. Natürlich sind Social Media-Plattformen auch Türöffner. Man kann sich präsentieren, gerade bei Newcomer-Bands ist das ein Weg, den man bestreiten kann. Sie sind schon wichtig. Aber was ich da anpranger, dieses Verhalten in der Gesellschaft. Die Leute konzentrieren sich immer mehr auf das Gerät, anstatt sich zu unterhalten. Da geht auch ein gewisser menschlicher Respekt verloren. Es gibt einfach auch wichtigere Dinge, man muss mal in die Natur gehen. Wir dürfen unseren Kindern ja nicht vorleben, dass das das wichtigste Medium ist.

Und was die Zukunft angeht, es gucken sich ja auch sehr viele nur noch Videos bei YouTube an und so – das Leben spielt sich dort ab und man bekommt seine Infos aus dem Netz. Das gehört natürlich auch irgendwo dazu, es soll aber das Leben nicht so beeinflussen, dass man völlig abdriftet. Es kann ja auch zur Sucht werden – datum gehts.

„Bester Tag“ – wie sieht ein perfekter Tag in deinem Leben aus? Vom Aufstehen bis ins Bett gehen…
Thomas: Bester Tag ist erstmal, dass man gesund aufsteht und keine Schmerzen hat. Gute Unterhaltungen und ein super Frühstück. Beruflich gesehen, klar, dass alles läuft und man keine Briefchen nach Hause bekommt – keine Rechnungen (lacht), die man zu begleichen hat. Sport machen, Seele baumeln lassen und die Zeit mit seinen Kindern verbringen. Und dann vielleicht auch mal auf die Bühne gehen, also das machen, was einem Spaß macht!

Neben den Ruhrpott-Rebellen wirkte jetzt auch René Lipps als Gast-Sänger mit, der ja auch dein Band-Gitarrist war. Wie kam es dazu?
Thomas: Also ich arbeite ja immer mit verschiedenen Leuten, natürlich ist dieser Kreis auch enger geworden. Ich versuch ja immer, wie zum Beispiel mit den Produzenten, lange weiter zu arbeiten. Man lernt sich kennen und weiß dann einfach, wie es ist, mit denen zu arbeiten. Nur so kann auch was schönes enstehen. Und dementsprechend ist es auch mit Leuten von früher – man kennt sich. Man kann schneller miteinander arbeiten. Ich hatte auch noch mit Christian Bömkes Kontakt, um was zu schreiben. Ich schreibe immer gerne mit anderen Leuten, also nicht immer komplett alleine…auch mit meiner Freundin.

Beim René war es eben so, dass es da eine Melodie gab und auch einen anderen Text, wo es mehr um Freundschaften ging. Aber das gefiel mir nicht und so blieb der Song lange in der Schublade. Und dann fiel mir das irgendwann mit „Auf die Freiheit“ ein und ich fragte dann den René, wie es ihm gefällt und so kam eins zum andern und wir haben den Song eingespielt und haben auch das Video gedreht. Die Message ist eben die, dadurch, dass ich mich ja auch für Rescue Ship (eine zivile Hilfsorganisation) einsetze, die wirklich eine tolle Arbeit leisten – wenn wir von Freiheit sprechen, muss man sehen, dass es die Freiheit eigentlich nicht gibt, wenn es sie nicht für jeden gibt. Das sollte man schon global sehen. Wir alle leben hier und müssen zurecht kommen. Und da muss man auch sehen, wie wir uns (auch wirtschaftlich) anderen Ländern gegenüber verhalten. Warum gibt es diese flüchtenden Menschen? Keiner flüchtet freiwillig aus seiner Heimat…und wenn wir da nicht helfen, läuft einiges verkehrt. Und das ist eben die Nachricht, die wir senden wollten und im Raum stehen lassen wollten, damit jeder darüber nachdenkt.

Thomas Godoj – Auf die Freiheit feat. René Lipps

Ende des Jahres soll(te) eine Live-DVD erscheinen, kannst du uns schon weitere Infos geben?
Thomas: Das war zumindest der Plan, aber höchstwahrscheinlich wird das erst im nächsten Jahr was. Ich spiele noch viele Wohnzimmer-Konzert, auf Grund der Crowdfunding-Geschichte. Und alles auf einmal geht leider nicht. Man brauch viel Zeit dafür und ich bin noch gar nicht dazu gekommen, mir die ganzen Spuren anzuhören. Und bin noch nicht mit dem Kamermann in Kontakt getreten…es kommen auch noch zwei Videos raus. Somit alles Schritt für Schritt…aber die DVD wird erscheinen!

Wie sieht ein Konzert mit bzw bei dir aus?
Thomas: Ja, unsere Platte ist ja nun deutlich härter geworden, trotzdem passt auch die Vorband Like Snow sehr gut zum Programm. Wir werden schon 1,5 bis 2 Stunden spielen. Konzentrieren werden wir uns natürlich auf das Album, aber wir werden auch alte Sachen präsentieren. Es wird immer Setliste geben von 21, vielleicht sogar 24 Songs geben.

Lieber Thomas, was wäre….
…wenn du 2008 nicht bei DSDS gewonnen hättest?
Thomas: Dann würden wir nicht das Interview führen, denke ich. Der Sendung habe ich viel zu verdanken. Dadurch bin ich bekannt geworden, meine Stimme wurde bekannt dadurch…

…wenn das Crowdfunding-Ziel Anfang des Jahres nicht erreicht worden wäre?
Thomas: Ja, dann hätte ich mir was anderes überlegen müssen. Klar, ich habe alles auf eine Karte gesetzt. Aber dem nehme ich mich an und es hat geklappt. Ansonsten wäre ich arbeiten gegangen, völlig normal. Wobei, das, was ich jetzt mache, ist natürlich auch Arbeit. Es ist ja nicht nur Songs schreiben und Konzerte spielen, sondern auch viel Büroarbeit. Man ist selbstständig und das bedeutet eben viel Arbeit.

…wenn du dein Geld nicht mit der Musik verdienen würdest?
Thomas: Dann würde ich vielleicht was handwerkliches machen oder ich würde in meinen alten Beruf gehen. Oder ich studiere mal zuende … aber ich bin meiner Musik immer gefolgt und bin sehr stolz drauf, dass es so klappt. Ohne mich verkauft zu haben, durch die Sendung. Ich bin immer meiner Linie treu geblieben, meiner Meinung nach. Auch wenn Kritik kam, aber ich bin straight geblieben.

…wenn du dein Gehör verlieren würdest?
Thomas: Dann würde ich versuchen, es über die Medizin zurück zu erhalten. Ansonsten müsste ich das Positive daraus ziehen. Es gibt ja auch viele Gehörlose, die auf Konzerte gehen, nur um den Druck zu spüren.

…wenn du für einen Tag unsichtbar sein könntest?
Thomas: (lacht) …ich weiß nicht, das ist schwierig. Jetzt aus der aktuellen Situation heraus, würde ich mir mal private Gespräche von Gauland anhören wollen und ihm auf seine Schulter klopfen und ihn fragen, ob er noch ganz dicht ist?

Thomas Godoj – Liebe zur Sonne

Was bedeuten die folgende Wörter?
-Familie:
Thomas: Das Allerwichtigste! Am Ende des Tages, wenn man sich überlegt, warum gibt es Faschos? Das sind doch Menschen, die keine Liebe erhalten haben…die müssen in Mutters Schoss und gestreichelt werden. Klar, nicht jeder hat die Möglichkeit, eine gute Erziehung zu geniessen, aber man muss sich doch nicht so hassgefüllt präsentieren. Es ist einfach der Halt und das wichtigste im Leben.

-Freiheit:
Thomas: Ein ganz wichtiger Teil der Entwicklung des Menschen. Ohne kann man sich nicht entfalten und man ist eingeschränkt. Freiheit sollte für jeden zugänglich sein!

-Rescue Ship:
Thomas: Es gibt viele Organisationen und die sind auch wichtig. Ich ziehe meinen Hut vor den Leuten, die sich aufs Mittelmeer wagen und Menschen retten! Ganz wichtig!

-Axel Bosse:
Thomas: (Lacht) Ja, Axel Bosse – guter Typ! Ich mag ihn sehr. Ja, mit ihm habe ich auch zusammen arbeiten dürfen. Bei der „Richtung G“-Platte haben wir 2 Tracks zusammen gemacht. „Nicht allein“ und „Auf den Beinen“ – 2009, als meine Tochter geboren wurde, habe ich mit ihm zusammen gearbeitet. Ich freu mich, wie er sich entwickelt hat. Natürlich wird er, ohne Casting Show, auch anders von aussen bewertet.

-Cure Of Souls:
Thomas: Ja, das war der Anfang meiner musikalischen Laufbahn. Ich haben mich sehr wohl gefühlt, leider hat sich das dann aufglöst.

-Charts:
Thomas: Nichts. Bedeutungslos. Klar, in der Medienwelt ist es ein Faktor. Aber die sind auch immer manipulierbar. Schwierig zu bewerten die ganze Geschichte…völlig überbewertet. Der Erfolg hängt nicht von den Charts ab. Wenn man von der Musik leben kann, ist man erfolgreich!

Vielen Dank, die letzten Worte gehören dir.
Thomas: Ja kommt alle rum auf unsere Konzerte! Lasst uns feiern und abrocken! Ich bedanke mich für das Interview und hoffe, dass wir uns wiederhören!

Interview von Florian im September 2018

Foto: www.facebook.com/junitedphotography

Wir verlosen zwei signierte Exemplare des aktuellen Albums „13 Pfeile“! Was ihr tun müsst? Liked unsere facebook-Seite, teilt diesen Beitrag öffentlich und kommentiert mit der Person, die mit euch zum nächsten Thomas Godoj-Konzert fahren muss! Viel Glück! Wir informieren die Gewinner per Nachricht!

Die Verlosund endet am 14.12.2018

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Über den Redakteur

Florian Puschke



Ein Kommentar zu „13 Pfeile“: Thomas Godoj im Interview

  1. Rita Ahlborn says:

    Ich würde gerne eine CD von Thomas Godoj gewinnen .Seine Konzerte sind absolut Einzigartig.

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