<

CD Reviews

Veröffentlicht am: März 28th, 2017 | durch Florian Puschke

0

Toxpack – Schall & Rausch

Toxpack präsentieren mit „Schall & Rausch“ ihr neues Album. Es enthält 16 Titel, hat eine Spielzeit von 51 Minuten und erscheint bei Napalm Records.

Mit „Schall & Rausch“ feuern die Musiker den Nachfolger vom 2014er Album „Friss!“ raus und mit feuern meine ich auch feuern; denn kein anderes Wort passt besser. Angepisst, wütend, sauer – den Mainstream sucht man vergebens!

Nach dem „Intrada“ folgt dann bereits mit „Kommerz (Die Geier kreisen wieder)“ das erste Highlight. Hier bekommen all diejenigen, die mit der Charts-Platzierung von „Friss!“ nicht einverstanden waren und den damit verbundenen Kommerz ins Leben gerufen haben, ihr Fett weg – und das völlig zurecht. Toxpack und Kommerz – ja nee is klar!

„Willkommen im Klub“ kennt man bereits als Lyric-Video und spricht der Band aus der Seele, so wie man sie kennt! Dazu gibt es mit der Textzeile „In meinem Kopf da toben Kriege / Sex und Suff & wilde Spiele“ eine geschickte Parallele zur 12 Jahre alten Scheibe „Aggressive Kunst“ und dem darauf enthaltenen Song „Suff und Wilde Spiele“. „Auf alte Tage“ blickt zurück, schaut dazu ebenso ein wenig in die Zukunft und ist (in meinen Augen) auch eine Hommage an die eigenen Fans, die sehr gelobt werden – live unter Garantie der Kracher!

Zu „Bis zum letzten Ton“ haben Toxpack ihr neuestes Video gedreht und es geht hierbei um die mächtigste Waffe, dem Wort und um eine Revolution, die gestartet werden soll! Wie auch schon bei den vorherigen Songs fällt auf, dass die Refrains extrem melodisch sind!

Es folgt mein persönliches (und sicherlich nicht nur meins) Highlight; „Reden, Lästern, Lügen“ kommt aus den Boxen und ich habe eine komplette Gänsehaut! Ich stelle mir ja nicht allzu oft selber Fragen, aber wie kann man so einen perfekten Song schreiben – textlich wie musikalisch? Es geht um den Neid und den Missgunst der Menschen, die selbst den größten Haufen Dreck vor der Tür haben. Im mega-melodischen Refrain heißt es: „Was bin ich glücklich, ich bin doch etwas anders und ich schwör euch, nie werd ich so wie ihr. Sind wir mal ehrlich, los gebt mir eine Antwort, wer kehrt eigentlich den Dreck vor eurer Tür?“ Ich hoffe, hierzu gibt es bald ein Video…

„Die Letzten, die sich noch dagegen stellen“ – hier spricht der Titel für sich. Man kann zusammen sehr viel bewegen, wenn man es denn möchte. Bei diesem Song ist mir die coole Schlagzeug-Arbeit ins Ohr gefallen, die mich (nicht nur bei diesem Song) mehr als begeistert. Es folgt der Song „In Trümmern“, bei dem die Band von Gunnar und Stefan (Dritte Wahl) unterstützt wurde – hier bestimmen die Themen Krieg, Waffen und Terror den Text. In den aktuellen Zeiten darf man seine Augen nicht verschliessen und ich finde das Ganze sehr gut umgesetzt!

Die zweite Albumhälfte beginnt mit dem Song „Komm mit mir“, welcher mir persönlich auch sehr gut gefällt. Worauf will man warten, man muss endlich anfangen zu leben – Arsch hoch und los! Gut, meiner Meinung nach zählt der Song „Wenn du willst“ nicht zu den Stärksten – aber das ist natürlich geschmackssache. Es wird direkt und zu 100% die Begierde und das Verlangen angesprochen. Dann kommt aber mit „Narben der Vergangenheit“ ein anfangs ruhiger Song, der sich mit dem Thema „Problem Leben“ beschäftigt und man mit demselbigen eigentlich gar nicht zurecht kommt. Nach dem Titel „Gib mir dein Geld“, welches aus Sicht des Staates (Finanzamt) spricht kommt dann mit „Nichts geht mehr“ ein weiteres Highlight auf dem Album. Eine gescheiterte Beziehung, total authentisch und „normal“ getextet mit einem Refrain, der einem wieder eine Entenpelle verpasst – herrlich!

„Unbelehrbar“ – ein Song von Toxpack, mit dem so garantiert keiner gerechnet hat. Ein total persönlicher Text, der in die Vergangenheit blicken lässt und zeigt, dass man, auch wenn einem immer gesagt wird, dass man nichts kann und nichts ist, sehr viel schaffen kann! Toller Text, toller Song! Bevor dann das „Profectio“ kommt, gibt es mit „Alles auf Anfang“ nochmals 100% Toxpack – es geht um eine Reise zu einem Versteck, in das man dauerhaft fliehen kann, hier heißt es: „Auch wenn es nicht leicht wird, ich werd’s überstehen. Alles was zurückbleibt, stand mir nur im Weg.“

Was soll ich großartig sagen – ich war mehr oder weniger sprachlos und erstaunt zugleich! Toxpack haben mit „Schall & Rausch“ ein Album veröffentlicht, welches alle anderen Alben deutlich übertrifft! Sei es musikalisch, textlich oder von der ganzen Atmosphäre her – verdammt druckvoll und perfekt abgemischt! Ich bin mehr als begeistert, auch vom instrumentalen Teil – die Gitarren, das Schlagzeug, nicht zu vergessen der brummende Bass, alles zusammen klingt perfekt! Hervorzuheben ist auch der Gessang von Schulle, der in Person eine mehr als fette Leistung abliefert! Melodien, die mir ein mehr als breites Grinsen ins Gesicht gezaubert haben – für mich persönlich eines der Hightlights in diesem noch frühen Jahr!

Review von Florian

Toxpack – Bis zum letzten Ton

Tags: , , , , , , , , , , , , ,



Über den Redakteur

Florian Puschke



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Aufwärts ↑