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Veröffentlicht am: Januar 6th, 2016 | durch Florian Puschke

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Berliner Weisse – High Five

Berliner Weisse sind mit ihrem neuen Album „High Five“ zurück. Es enthält 14 Songs, hat eine Spieldauer von 55 Minuten und erscheint bei Spirit of the Streets Records.

Berliner Weisse zählen für mich zu den Bands, die ich seit dem Debüt „Albtraum“ höre und ich erinnere mich nur zu gerne an die Konzerte in meiner Region, Ostfriesland! In Emden waren die Musiker das eine oder andere Mal und auf der kommenden „High Five“-Tour freue ich mich schon auf Aurich!

Kommen wir zu den Songs, denn da wird direkt am Vorgänger „In Toifels Küche“ angeknüpft – direkt und ungeschönt in die Fresse – keine Toleranz und textlich ganz weit vorne. Gestartet wird mit dem Song „Die Messer sind gewetzt“ – der klassische und bekannte Opener der Berliner. „Die Spießer sind am Kotzen, denn wir sind noch präsent. Vier Chaoten aus der Hauptstadt, die bald jedes Arschloch kennt.“

„Gebt den Affen Zucker“ (ein Aufkleber von dem Songtitel/Spruch liegt der Spezial-Box bei) handelt davon, dass einige „wichtige“ Leute in diesem Land, nichts geschissen bekommen und sie sich einfach nur auf ihren Lorbeeren ausruhen – der normale Bürger macht schön sein Kreuz auf der Liste und merkt gar nicht, was passiert! „Alta Verwalta“ – ja, die Musiker haben ein Händchen für gute Songtitel – geht darum, dass man nicht alles so ernst nehmen muss und auch mal Fünfe gerade lassen soll. Auch bei „Arschloch bleibt Arschloch“ wird eines ganz deutlich und klargestellt; es ist völlig egal, wo man herkommt oder wer man ist. Den falschen Menschen wird die Hand vor den Arsch gehalten und die meisten sehen es gar nicht!

Bei „Wo führt das hin?“ geht es darum, dass in dieser Welt alles kaputt und man doch lieber mal daran denken sollte, was man seinen Kindern hinterlässt – wir leben jetzt und können was gutes tun! Mit „H.D.M.“ kommt meiner Meinung nach der beste Titel vom Album – denn „Halt Dein Maul“ ist immer eine passende Antwort, wenn man Konventionen hasst – genau diese Worte lohnen sich dann. Und gerade der Mittelteil, in dem es etwas ruhiger wird und von einem Cello unterstützt wird, ist perfekt!

Berliner Weisse – Die Messer sind gewetzt

Mit „Wo ist eure Gott?“ stellt die Band fest, dass es keinen geben kann, wenn Menschen massakriert werden und Kinder krepieren! Da gibt es auch nicht mehr viel zu sagen, textlich absolut auf den Punkt gebracht. Der Titeltrack „High Five“ rechnet mit all den Leuten ab, die einfach nur nerven, sei es die drängelnden Menschen an der Kasse oder die Pfeifen, die in der Band gleich drei Plätze belegen; musikalisch etwas ruhiger und ohne E-Gitarren!

„Motten & Licht“ fängt wohl mit singenden Motten an, was schonmal ziemlich lustig klingt. Textlich geht es darum, dass es der Band egal ist, was über die geschrieben oder geredet wird. „Das Feuer zieht die Motten an, in den Flammen sie verrotten dann“. „Radehackendicht“, ein Song über das Trinken und die verdiente Gemütlichkeit – ein Song zum feinen Mitsingen und Glas erheben! Beim Song „Spirale der Gesellschaft“ macht man sich Gedanken darüber, was noch alles passieren muss in dieser Welt – ein Jugendlicher verletzt ein Kind, Kinder hauen sich gegenseitig tot – die Verrohrung der Gesellschaft nimmt weiter ihren Lauf!

Dann kommt mit „Ekalrekak“ ein Song, den man musikalisch schon vom Vorgänger kennt – Klavier, diverse Instrumente und ein Text über Tiere. Gut, nicht ganz so schlimm wie bei „In Toifels Küche“, wo es im Titel „Bikomafu“ um Kinderschänder und Mörder geht (das ist zumindest meine Interpretation vom Songtext) – aber hier geht es um die gemeine Küchenschabe – extrem gelungen!

Mit „So wie ihr“ wird klargestellt, dass die Band mit ihrer Musik weder viel Geld verdient noch davon leben könnte – die vier können nur Mucke/-n machen, sonst nichts! Als letzter Song kommt dann noch „Das letzte Geleit“ – hier geht es darum, dass man einen guten Freund vermisst, der nicht mehr da ist!

Mein Fazit fällt, wie man erahnen kann, positiv aus – tolle Texte, die vor allem genau die Menschen treffen, die es verdient haben! Aber wer Berliner Weisse kennt, weiß, dass es hier immer einen Mix aus witzigen und extrem ernsten Themen gibt. Musikalisch wird hier eine perfekte Leistung abgeliefert und die 55 Minuten sind wieder einmal viel zu schnell zu Ende. Aber ich habe einen Kritikpunkt und zwar: Ich vermisse den neuen „Bier & Stulle“-Teil!

Review von Florian Puschke

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss – wir verlosen zwei Special-Boxen vom neuen Album „High Five“. Was ihr tun müsst? Liked unsere facebook-Seite und schickt uns eine E-Mail mit eurer Anschrift und dem Betreff „High Five“ an verlosung@toughmagazine.de – wir wünschen viel Glück!

Einsendeschluss ist der 13.01.2016

Mit freundlicher Unterstützung von Spirit of the Streets Records

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Berliner Weisse – High Five Florian Puschke
Songs
Artwork

Summary:

4.4


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